Matthias Weber bewirbt sich als als Bürgermeister in Mittelbiberach

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Der 33-jährige Matthias Weber möchte Bürgermeisters in seiner bisherigen Heimatgemeinde Mittelbiberach werden.
Der 33-jährige Matthias Weber möchte Bürgermeisters in seiner bisherigen Heimatgemeinde Mittelbiberach werden. (Foto: Andreas Spengler)

Matthias Weber ist bislang neben Florian Hänle der zweite Kandidat, der seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Mittelbiberach öffentlich bekannt gegeben hat. Die Wahl findet am 14. Oktober statt. Bürgermeister Hans Berg scheidet altersbedingt aus.

Die Kandidatenbühne in Mittelbiberach füllt sich: Jetzt hat Matthias Weber seine Kandidatur um das Bürgermeisteramt bekannt gegeben. Der 33-jährige Familienvater ist im Ort aufgewachsen und bringt zehn Jahre Berufserfahrung in der öffentlichen Verwaltung mit.

Sein größter Trumpf? „Ich bin fest verwurzelt in Mittelbiberach“, sagt Matthias Weber. „Von der Zeit beim Studieren abgesehen, war ich die ganze Zeit hier.“ Und er fügt hinzu: „Der eine oder andere kennt mich schon im Ort.“ Er habe sich in seiner bisherigen Laufbahn zudem bereits ein Netzwerk an Kontakten aufgebaut. Weber wohnt mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern im Mittelbiberach und fühle sich hier „sehr wohl“.

Zurzeit arbeitet er als Kämmerer für die neun Federseegemeinden im Gemeindeverwaltungsverband Bad Buchau. „Da habe ich regelmäßig mit neun Bürgermeistern und 72 Gemeinderäten zu tun.“ Als Kämmerer obliegen ihm die Finanzverantwortung und die Personalverantwortung für seine vier Mitarbeiterinnen.

Zwischen seinem Studium an der Hochschule für Verwaltung in Kehl und seinem Master an der Hochschule in Stuttgart in Wirtschaftsrecht war Weber unter anderem für die Stadtverwaltung Friedrichshafen in der Kämmerei tätig, später dann vier Jahre stellvertretender Amtsleiter in der Kämmerei des Landkreises Biberach und schließlich wechselte er zum Gemeindeverwaltungsverband Bad Buchau.

Finanzen stehen im Mittelpunkt

„Meine bisherige Laufbahn hat mich sicherlich gut auf die Herausforderungen in Mittelbiberach vorbereitet“, sagt Weber. Für seine zukünftige Wunschstelle hat er bereits die Schwerpunkte seiner Agenda aufgestellt: Zunächst stehen für den erfahrenen Kämmerer die Finanzen im Mittelpunkt: „Ich bin der Überzeugung, dass wir nur über eine solide Finanz- und Haushaltspolitik die Gemeinde dauerhaft erfolgreich in die Zukunft führen können.“ Das ordentliche Finanzpolster der Gemeinde eröffne „gute Handlungsspielräume“. Das sei auch dem bisherigen Bürgermeister Hans Berg zu verdanken, betont Weber. Aber gerade in schwierigeren Zeiten könnte die Konjunktur auch mal wieder „einbrechen“, glaubt Weber. Dann sei es die Aufgabe des Bürgermeisters und des Gemeinderats, das Finanzpolster mit Augenmaß zu verwalten. „Notfalls muss man priorisieren, Projekte über eine längere Zeit strecken oder auch mal an der einen oder anderen Stelle streichen.“

Sein zweites großes Thema ist die Wohnsituation und das Angebot für Familien. Mittelbiberach sehe er als klare „Wohnort-Gemeinde“, daher müsse die kommunale Infrastruktur auch in Zukunft gestärkt werden, von der Schule über Kindergärten bis zu Vereinen und der Feuerwehr. Was die Dorfentwicklung angeht, glaubt Weber, stehe die Gemeinde bereits „gut da“. Wichtig sei, dass auch in Zukunft in die Sanierung der Ortsmitte investiert werde. „Es darf nicht passieren, dass zu viele neue Gebiete am Ortsrand erschlossen werden und die Ortsmitte blutet dagegen immer mehr aus“, sagt er.

Das könne aber auch ein vielseitiges Gewerbeangebot verhindern. „Ich möchte die Arbeitsplätze im Ort erhalten und ausbauen“, sagt Weber und bietet den Unternehmen ausdrücklich die Möglichkeit zum Gespräch an. Im Mittelpunkt sollten aber auch in Zukunft Gewerbe und Wohnen stehen. „Das muss sich ergänzen.“

„Luft nach oben“ sieht Weber beim Thema Digitalisierung und Onlinedienste. „Das ist ein großes Thema, da gilt es, die Gemeinde langfristig darauf auszurichten.“ Terminvereinbarungen, Bescheinigungen, Formulare: Vieles von dem, was heute persönlich oder auf dem Postweg erledigt wird, könnte in Zukunft viel häufiger elektronisch und digital erledigt werden. „Nicht, weil mir das Spaß macht, sondern weil es im Sinne der Bürger vieles beschleunigen kann.“

Damit einher gehe auch, dass langfristig der gesamte Ort mit Breitband versorgt werden müsse. Ob für Mieter, Hausbesitzer oder Gewerbetreibende: „Das ist der Standortfaktor schlechthin“, sagt Weber.

Der 33-Jährige gibt sich vor allem als Mensch der Verwaltung und der Finanzen, doch zurzeit verbringt er vor allem Zeit mit seiner Familie und seiner einmonatigen Tochter. „Ich bin ein absoluter Familienmensch.“ In seiner Freizeit bewege er sich „gern und viel“. Früher habe er regelmäßig Fußball gespielt, heute ist er ehrenamtlich als Kassenverwalter beim FV Biberach tätig. Regelmäßig fährt er zudem mit dem Fahrrad zum Arbeiten an den Federsee, geht joggen oder mit der Familie spazieren. „Außerdem würde ich mich als sehr umgänglich bezeichnen und treffe mich auch gerne mit Freunden“, sagt Weber. Diese offene Art wolle er sich auch für seine Arbeit erhalten, im Umgang mit Bürgern und dem Gemeinderat. „Das A und O ist, dass Bürgermeister und Gemeinderat Hand in Hand gehen.“ Er wolle stets „transparent und nachvollziehbar“ arbeiten. Zusätzlich zu den offiziellen Kandidatenvorstellungen wolle er auch seine eigene Gesprächsrunde anbieten und auch online über seine Bewerbung informieren.

Matthias Weber ist bislang neben Florian Hänle der zweite Kandidat, der seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Mittelbiberach öffentlich bekannt gegeben hat. Die Wahl findet am 14. Oktober statt. Bürgermeister Hans Berg scheidet altersbedingt aus.

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