Helfen bringt Freude: Perspektive für Jugendliche in Madagaskar

 Im Dorf Ambalabe werden der Pläne für das neue Bürgerhaus besprochen.
Im Dorf Ambalabe werden der Pläne für das neue Bürgerhaus besprochen. (Foto: Gerold Dobler)
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Landflucht ist eines der größten Probleme in den ländlichen Regionen Madagaskars. Um diese zu verhindern, will der Verein Tanora Bedingungen schaffen, die junge Menschen zum Bleiben in ihrer Heimat animieren.

Gegründet wurde der Verein Ende 2018 von Christiane Guerra-Dobler und Gerold Dobler aus Mittelbiberach. Dort und in Biberach haben sie in den vergangenen Monaten bereits für ihr Anliegen geworben. Nun wird Tanora madagassisch für Jugend, Jugendhilfe) auch von der SZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ unterstützt.

„Mangels Zukunftsperspektiven und wegen sehr unzureichend entwickelter Infrastruktur verlassen in Madagaskar immer mehr insbesondere jüngere Bewohner die ländlichen Gebiete in Richtung urbaner Umgebungen“, sagt Gerold Dobler.

Dies passiere, obwohl auf dem Land recht stabile Lebensgrundlagen vorherrschten, „wenngleich auf sehr bescheidenem qualitativem Niveau überwiegend auf Subsistenzbasis“.

Zunehmende Überalterung der Region

Durch Landflucht drohe diesen Regionen eine zunehmende Überalterung, während gleichzeitig die sozialen Probleme in den großen Städten, wo kein soziales Fangnetz besteht, zunehmen.

Das Leben auf dem Land ist in Madagaskar sehr einfach. Die Menschen wohnen in Holzhütten, die den vernichtenden tropischen Wirbelstürmen nichts entgegenzusetzen haben.

Strom und fließendes Wasser gibt es in den Häusern nicht. Gekocht wird über offenem Feuer. Eine Chance auf eine höhere Bildung haben die allerwenigsten. Der Anteil der Analphabeten in der Bevölkerung beträgt rund 30 Prozent.

Mit dem ersten konkreten Hilfsprojekt will der Verein im Dorf Ambalabe, aus dem Christiane Guerra-Dobler stammt, in Kooperation mit einer lokalen Bürgerinitiative ein Bürgerhaus errichten.

Die Gemeinde hat rund 2000 Einwohner und liegt im Nordosten Madagaskars, etwa 30 Kilometer südlich der Provinzstadt Antalaha. „Aufgrund unserer Recherchen vor Ort im Jahr 2018 wünscht sich die örtliche Bevölkerung dringend einen öffentlichen Treffpunkt, in dem selbstorganisierte Veranstaltungen insbesondere für Jugendliche sowie Fortbildungsmaßnahmen in geschützten Räumen stattfinden können“, erläutert Gerold Dobler.

Für das 300 Quadratmeter große Gebäude seien Investitionen von rund 15 000 Euro erforderlich, die vor Ort weder aus privaten noch aus öffentlichen Mitteln finanzierbar sind.

Grundstück ist bereits gefunden

„Wir möchten den Bau des Bürgerhauses finanzieren und werden die zweckgemäße Verwendung der Mittel überwachen“, sagt Dobler.

Das bedeute, dass der Verein keine Geldmittel an die Bürgerinitiative übertrage, sondern diese an bekannte, absolut vertrauenswürdige Kontakte übergebe, die damit Materialien für den Bau bereitstellen und die Bauarbeiten beauftragen und entlohnen.

Das passende Grundstück in der Dorfmitte unweit des Sportplatzes ist bereits gefunden. Tochter Lynn Dobler gehört neben ihren Eltern ebenfalls zum Vereinsvorstand und hat über eine Arbeit an der Schule schon ein Benefizprojekt auf die Beine gestellt: ein Konzert im Abdera in Biberach im vergangenen Jahr. Dabei kam einiges an Spenden zusammen, nun sollen weitere Spenden folgen.

Anfang Dezember werden die Doblers für zwei Wochen nach Madagaskar reisen, um sich unter anderem mit der Bürgerinitiative in Ambalabe treffen, um die nächsten Schritte abzustimmen.

Der Verein Tanora beabsichtigt, nach diesem Projekt in derselben Region weitere Hilfsmaßnahmen anzugehen. „Dabei haben wir insbesondere die Unterstützung lokaler Schulen und die Verbesserung der medizinischen Versorgung im Auge“, sagt Gerold Dobler.

 Das Grundstück für das geplante Gebäude gibt es bereits.
Das Grundstück für das geplante Gebäude gibt es bereits. (Foto: Gerold Dobler)

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