Eine der diskutierten Möglichkeiten um den Bedarf an Betreuungsplätzen in Mittelbiberach zu decken, ist ein Anbau am Kinderhaus
Eine der diskutierten Möglichkeiten um den Bedarf an Betreuungsplätzen in Mittelbiberach zu decken, ist ein Anbau am Kinderhaus Poststraße. (Foto: Josef Aßfalg)
Josef Aßfalg

Die Gemeinde Mittelbiberach braucht zusätzliche Kindergartenplätze und hat die Bedarfsplanung für die Kindergärten nochmals aktualisiert. Kurzfristig kann der Bedarf gedeckt werden, mittelfristig sind aber Alternativen für die Schaffung von Räumlichkeiten für mindestens drei Gruppen notwendig.

Für die Bedarfsplanung hat die Gemeinde 291 Fragebögen an Eltern mit Kindern von null Jahren bis zur dritten Klasse verschickt. 156 Fragebögen kamen zurück, was einer Rücklaufquote von 54 Prozent entspricht.

Anhand eines Diagramms hat Bürgermeister Florian Hänle die Entwicklung der Kinderzahlen in Mittelbiberach und die Belegung der Kindergartenplätze ab 2015, jeweils per Stichtag 1. März, vorgestellt. Die Zahl der ein- bis sechsjährigen lag 2015 noch bei 244 Kindern, 2019 sind es bereits 259. „Die Anzahl der Kinder im Kindergarten hat sich in dieser Zeit von 146 auf 162 erhöht, erklärte Bürgermeister Hänle. 32 Eltern wünschen sich flexiblere Öffnungszeiten, das ging aus der Umfrage hervor. „Das ist eine recht hohe Zahl“, befand Hänle. Bei den meisten Fragebögen sei aber nicht deutlich geworden, in welchen Bereichen eine Flexibilisierung gewünscht werde. Entsprechende Anpassungen brauchen mehr Personal und würden zu höheren Kosten führen, so der Bürgermeister.

Für das kommende Kindergartenjahr zeichne sich eine Überbelegung ab und die Kapazitäten an den Standorten seien ausgereizt, sagte Hänle. Die Situation ist nicht neu: Es gibt nur noch wenige Plätze für einjährige und der Bedarf steigt. Im Kinderhaus sind mehr Gruppen untergebracht, als beim Bau vorgesehen. Eine zusätzliche Gruppe in Reute ist lediglich befristet genehmigt und eine dauerhafte Genehmigung ist aufgrund fehlender Waschräume nicht möglich. Um den Bedarf an Kindergartenplätzen zu decken, müssen Räumlichkeiten für mindestens drei weitere Gruppen geschaffen werden. „Damit könnten die geschaffenen Zwischenlösungen ersetzt und die erwartete Bedarfssteigerung abgefangen werden“, befand Hänle. Als Lösungsvarianten schlug die Verwaltung einen Neubau beim Kinderhaus in der Poststraße, die Sanierung des alten Kindergartens bei der Schule oder einen Anbau am Kinderhaus vor. Unterstützt von den Reutener Räten Stefan Jäckle und Ulrich Kopf, beantragte Ortsvorsteher Anton Laub die Prüfung eines Anbaus am Kindergarten Reute in den Beschlussvorschlag mit aufzunehmen.

Dauerhafte Lösung gesucht

„Unsere Kindergärten besuchen nur Mittelbiberacher Kinder“, gab Rathausmitarbeiterin Doris Radtke als Auskunft auf die Frage von Manfred Wonschak, ob auch auswärtige Kinder in den Einrichtungen untergebracht seien. Rätin Verena Braig fragte, ob die Möglichkeit bestehe, die leerstehenden Räume der Schule für den Kindergarten zu nutzen. „Wir brauchen eine dauerhafte Lösung“, befand Hänle. Und: Zu den Kindergartenplätzen kämen sanitäre Räume und Ruheräume noch dazu. Einstimmig beauftragte der Rat die Verwaltung, die Vorschläge mit einem Architekten zu prüfen und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen.

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