Eltern in Mittelbiberach zahlen mehr für Kinderbetreuung

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Vorlesen, Spielen, Betreuen: Erzieher erhalten künftig mehr Geld für ihre Arbeit. Gemeinden wie Mittelbiberach müssen auch desha
Vorlesen, Spielen, Betreuen: Erzieher erhalten künftig mehr Geld für ihre Arbeit. Gemeinden wie Mittelbiberach müssen auch deshalb ihre Gebühren anheben. (Foto: dpa)
Josef Aßfalg

Die Mittelbiberacher Eltern müssen im kommenden Kindergartenjahr höhere Gebühren bezahlen. Dies hat der Gemeinderat in der letzten Sitzung einstimmig beschlossen. Die Gebühren für das Kindergartenjahr 2019/ 2020 werden um rund 6 Prozent angehoben.

Die Kindergartengebühren wurden zuletzt zum 1. September 2017 angepasst. Hintergrund für die Gebührenerhöhung sind vor allem die gestiegenen Peronalkosten. Die Ausgangssituation der Kindergartengebühren ohne Hort stellte Bürgermeister Florian Hänle wie folgt dar: Die Kosten für die drei Kindergärten ohne Hort beliefen sich 2018 auf rund 1,5 Millionen Euro. Mit rund 850000Euro trägt die Gemeinde etwas mehr als die Hälfte, knapp ein Drittel sind Zuschüsse und knapp 15 Prozent werden über Kindergartengebühren finanziert.

Der Landesrichtwert liegt bei einem Kostendeckungsgrad von 20 Prozent. Ohne Anpassung der Gebühren kann der Kostendeckungsgrad aus dem Jahr 2018/2019 von knapp 15 Prozent nicht gehalten werden. Eine geringfügige Erhöhung des Kostendeckungsgrades um die Hälfte bedeutet für die Gemeinde Mehreinnahmen von rund 20 000 Euro im Kindergarten und etwa 10 000 Euro bis 15 000 Euro im Hort.

Ein Beispiel für über dreijährige Kinder im Regelkindergarten und mit verlängerten Öffnungszeiten: Das erste Kind kostet künftig monatlich 101 Euro (vorher 94,50 Euro), das Zweite 51 Euro (vorher 47,50 Euro). Weitere Kinder sind kostenfrei. Hinzu kommen für alle Kinder noch monatlich drei Euro für Tee- und Spielgeld.Für Kinder unter drei und unter zwei Jahren ist ein höherer Personalschlüssel und ein größeres Raumangebot pro Kind vorgeschrieben. Der Gemeindetag sieht für diese Altersgruppe Zuschläge von 100 Prozent für unter Dreijährige und 195 Prozent für unter Zweijährige vor. Die Verwaltung schlug vor, die Zuschläge von bisher 50 Prozent für Kinder unter drei Jahren auf 75 Prozent und für Kinder unter zwei Jahren von bisher 160 Prozent auf 180 Prozent zu erhöhen.

Lange Diskussionen

Die Gebühren für die Ganztagesbetreuung sind seit der Einführung im Jahr 2002 unverändert. Sie betragen 300 Euro für über Dreijährige und 350 Euro für Kinder unter drei Jahren. Der Beitrag für unter Dreijährige wird auf 375 Euro erhöht. Für Kinder unter zwei Jahren wird keine Ganztagesbetreuung angeboten.

Rund 90 Minuten diskutierten die Räte über die Beitragsgestaltung der einzelnen Betreuungsangebote. Überwiegend ging es den Rednern dabei um den Gleichbehandlungsgrundsatz. „Diesen zu 100 Prozent abzudecken ist nicht möglich“, fasste Florian Hänle zusammen. „Es ist eine moderate Anpassung“, befand Rat Georg Trittler, andere Träger von Kindergärten hätten eine höhere Deckungsquote. Manfred Wonschak schlug vor, die neue Bedarfsplanung abzuwarten und die Gebühren nur für ein Jahr festzulegen. Diesem Vorschlag folgte das Gremium.

Einstimmig legten die Räte die Anpassung der Benutzungsgebühren für die verschiedenen Betreuungsangebote in den Kindergärten und der Grundschule ab dem 1. September 2019 fest. Die Erhöhung beträgt rund sechs Prozent.

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