„Die Infrastruktur im Ort ist mir wichtig“

Lesedauer: 4 Min
Matthias Weber bewirbt sich als Bürgermeisterkandidat in Mittelbiberach.
Matthias Weber bewirbt sich als Bürgermeisterkandidat in Mittelbiberach. (Foto: Andreas Spengler)

In der Woche vor der Bürgermeisterwahl in Mittelbiberach hat der Kandidat Matthias Weber nochmals um Stimmen geworben. Zu einer öffentlichen Vorstellungsrunde lud Weber ins Park Café ein. Den zahlreichen Zuhörern stellte er seine Agenda für die Gemeinde vor. Schwerpunkte wolle er vor allem auf die Themen Wohnen und Familie, Finanzen, Verwaltung 4.0 sowie Gewerbe und Arbeit legen. Auch von den Bürgern kamen einige Nachfragen.

Lange hatte Weber bereits über Kinderbetreuung, Wirtschaftsförderung und die digitale Verwaltung der Zukunft gesprochen, als sich am Ende der Rede eine Zuhörerin meldete mit einer Frage, die ihr offenbar am meisten auf den Nägeln brannte: „Was kann die ältere Generation von Ihnen erwarten?“, fragte sie. Weber ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und führte aus, wie er die Gemeinde aus Sicht der älteren Menschen sehe. Schließlich wohne er hier und habe Großeltern in Mittelbiberach. „Die Infrastruktur im Ort ist mir besonders wichtig“, sagte Weber, von der Apotheke, dem Einkaufsladen bis zum Arzt. Im Alter sei es umso wichtiger, dass diese Angebote erreichbar seien, auch zu Fuß und mit dem Rollator. Dass dies auch in Zukunft so bleibe, dafür wolle er sich einsetzen.

Auch die Frage zu seiner weiteren Lebensplanung beantwortete Weber: „Meine Familie und ich fühlen uns wohl in Mittelbiberach“, sagte er. Sollte er gewählt werden, wolle er sich auch zu einer zweiten Amtszeit aufstellen lassen.

Ob es dazu kommt, darüber entscheiden die Wähler am Sonntag, 14. Oktober. Mit seinen Themen jedenfalls schien Weber schonmal für Diskussionen zu sorgen. Sein Vorschlag, Start-Up-Firmen nach Mittelbiberach zu locken führte er auf Nachfrage einer Zuhörerin genauer aus: Er könne sich vorstellen für ein paar „Tüftler“ im Gewerbegebiet einen Raum zur Verfügung zu stellen mit Breitbandanschluss. „Vielleicht entsteht dann etwas Großes und die Gemeinde kann davon profitieren“, sagte er. Unter die Arme greifen will Weber auch den Vereinen, wo nötig. So könnte die Gemeinde einmal Räume zur Verfügung stellen, schlug er vor. Auch hinter den Breitbandausbau wolle er sich „klemmen“, versprach Weber. Das sei zuletzt auch im eigenen Interesse, schließlich nutze er inzwischen nahezu mehr „Streaming-Dienste“ als lineares Fernsehen.

Flexiblere Kinderbetreuung

Ausführlich stellte Weber auch seine Ideen dar, wie Mittelbiberach für Erzieherinnen und Erzieher attraktiver werden könnte. Er wolle weg von Regelzeiten in den Kindergärten hin zu „flexiblen Stundenpaketen“. Dafür brauche es allerdings einen größeren Personalpool. Bei der finanziellen Ausgestaltung sehe er ebenfalls noch Spielräume. „Wir brauchen uns nichts vormachen, das kostet alles wahnsinnig viel Geld“, sagte Weber. „Aber als Wohngemeinde bin ich der Meinung sollte die Kinderbetreuung eine hohe Priorität genießen.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen