Bürgermeisterkandidaten stellen sich in Mittelbiberach vor

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Noch knapp zwei Wochen sind es bis zur Bürgermeisterwahl in Mittelbiberach. Bei einer öffentlichen Kandidatenvorstellung in der Gemeindehalle haben die beiden Kontrahenten Florian Hänle und Matthias Weber zeigen können, wo ihre Stärken liegen.

Das Interesse an der Kandidatenvorstellung in Mittelbiberach war groß: Bis auf den letzten Platz war die Gemeindehalle gefüllt. Schnell wurde deutlich: Die Mittelbiberacher stehen vor einer echten Wahl, denn die beiden Kandidaten bringen bereits langjährige Berufserfahrung mit – aber wollen doch unterschiedliche Schwerpunkte setzen. 20 Minuten Zeit hatten sie, um die Wähler von sich zu überzeugen.

Der 35-jährige Florian Hänle machte den Anfang. Ausführlich beschrieb er in seiner Rede zunächst seinen beruflichen Werdegang von der Kommunalaufsicht beim Biberacher Landratsamt bis zu seiner jetzigen Position als Geschäftsleiter der bayerischen Gemeinde Geltendorf. „In dieser Funktion obliegt mir die Personalführung und Organisation von allen rund 70 Mitarbeitern“, erklärte er.

Hänle legte dar, wie sehr er sich der Gemeinde Mittelbiberach verbunden fühle. Schon mit seinen Eltern sei er früher zum Zapfenstreich auf das Heimatfest gegangen, zudem habe er sich als Jugendlicher mit den Landjugenden Mittelbiberach und Reute getroffen. Inzwischen besuche er regelmäßig die Theateraufführungen in Reute und Mittelbiberach und gehe auf das Maifest in Reute. „Obwohl ich aus der Region komme, habe ich den Blick von außen und kann die anstehenden Aufgaben mit frischem Wind angehen“, sagte er.

Eine Vielzahl von Themen stünden auf seiner Agenda. Die Kinderbetreuung wolle er erhalten und ausbauen, Wohnraum solle durch Innerortsverdichtung neu geschaffen werden, die Internetversorgung verbessert werden. „Mir ist bewusst, dass hier dicke Bretter gebohrt werden müssen“, erklärte er. Ausführlich ging Hänle auch auf das Thema Hochwassser- und Starkregenschutz ein. In den vergangenen Jahren sei es immer wieder zu starken Regenereignissen gekommen. „Diese haben die vorhandene Kanalisation an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht“, sagte er. Mit einem „Vielzahl von Stellschrauben“ wolle er dieser Herausforderung begegnen, von Rückstauebenen bis zu gespülten Kanälen.

In seiner Rede griff Hänle abschließend die Themen der Seniorenbetreuung und der Finanzen auf und schlug den Bürgern vor, in Mittelbiberach in Zukunft „Bürgerversammlungen“ einzuführen.

Öffentlich bekannte sich Hänle auch zu seiner Mitgliedschaft bei der CDU. Dies sei für ihn jedoch vor allem deshalb relevant, da er im Fall der Wahl auch in den Kreistag wolle. Bei den anschließenden Fragen aus den Reihen der Bürger ging Hänle erneut auf die Themen Breitband, Vereine, Parkmöglichkeiten und das Heimatfest ein. Im Falle einer Wahl wolle er zudem definitiv nach Mittelbiberach ziehen, betonte er.

Als zweiter Kandidat stellte sich der 33-jährige Matthias Weber vor. In seiner Rede fokussierte er sich vor allem auf die Themen Wirtschaft und Digitales. Weber stellte seine aktuelle Arbeit als Kämmerer der Federseegemeinden dar, wo er seit drei Jahren tätig ist. „Dieses Amt kann man nur mit Diplomatie und Weitblick erfolgreich erfüllen“, sagte er. Er versicherte den Bürgern auch den Haushalt in Mittelbiberach so auszurichten, „dass wir auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten handlungsfähig bleiben“. Die Gemeinde lebe auch von der Gewerbesteuer. Daher wolle er in Mittelbiberach aktive Wirtschaftsförderung betreiben und runde Tische für die Unternehmer anbieten. Zudem wolle er „neue Wege gehen“, und die Gemeinde für „junge Unternehmer und Start-Up-Gründer attraktiv machen.

Entscheidend dafür sei vor allem schnelles Internet. Doch nicht nur mit den Firmen werde er das Gespräch suchen, sondern auch mit den Bürgern in „Bürgerworkshops zu verschiedenen Themen“, die regelmäßig stattfinden sollen. So könnten zum Beispiel beim Thema Dorfentwicklung Ideen besprochen werden. „Ich wünsche mir einen regen und regelmßigen Input von Ihnen“, sagte Weber. Wichtig sei ihm auch, die elektronischen Angebote des Rathauses auszubauen. So soll vieles zukünftig auch digitalisiert werden, ohne dabei Personal abzubauen, versprach er.

Doch nicht nur die „Verwaltung 4.0“ habe er sich auf die Fahne geschrieben, sondern auch das Thema Kinderbetreuung. „Junge Familien werden nur hierher ziehen und bleiben, wenn sie ihre Kinder gut betreut wissen“, sagte er. Ausführlich legte er da, wie das Betreuungsangebot flexibilisieren und neue Arbeitskräfte für die Betreuung gewinnen wolle.

Zum Abschluss zog Weber die lokale Karte: „Meine Großeltern und meine Eltern sind Mittelbiberacher, ich wohne mit meiner Frau und unseren kleinen Kindern hier. Was der Gemeinderat beschließt, betrifft auch mich“, sagte er. Weber beantworte im Anschluss unter anderem Fragen zu den Angeboten für Jugendliche, Breitband und der konkreten Umsetzung der flexibleren Kinderbetreuung.

Der amtierende Bürgermeister Hans Berg bedankte sich nach der Kandidatenvorstellung bei den beiden Bewerbern „für den fairen Umgang“ und rief die Mittelbiberacher zu Wahl am 14. Oktober auf.

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