78-Jähriger schreibt Buch über Kurioses rund um Biberach

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Die ersten Exemplare sind bereits aus der Druckerei gekommen. Klaus Jonski aus Mittelbiberach ist stolz auf sein neustes Werk.
Die ersten Exemplare sind bereits aus der Druckerei gekommen. Klaus Jonski aus Mittelbiberach ist stolz auf sein neustes Werk. (Foto: Andreas Spengler)

Jahrzehntelang hat der Mittelbiberacher Klaus Jonski Geschichten aufgeschrieben. Jetzt ist daraus ein Buch entstanden, ein buntes Sammelsurium an Kuriositäten, Erlebnissen und Erzählungen rund um Biberach. Der 78-Jährige möchte damit auf sein Leben zurückblicken – und zugleich die Leser „ermuntern, sich mit ihrem eigenen Erlebnissen zu befassen“, erklärt der Hobbyautor. Ob ihm dieser Spagat gelingt?

Malen, Schnitzen, Dichten: Klaus Jonski übt sich in vielen Künsten. Zuletzt waren seine mannshohen Holzskulpturen im Biberacher Landratsamt ausgestellt. Viele Monate arbeitete Jonski an den Kunstwerken, mit Atemschutz vor dem Mund, umgeben von Holzstaub. „Das war extrem aufwändig, hat Knie, Hände und Beine strapaziert“, erzählt er. Jetzt habe er lernen müssen, auch mal loszulassen. „Lange habe ich dann überlegt, was ich in Malerei und Literatur noch erreichen möchte.“

Bücher hat der Mittelbiberacher bereits einige verfasst und doch schlummerten in seinem Schrank noch Ordner voller Geschichten. Beinahe 50 Jahre lang hat der Mittelbiberacher Situationen niedergeschrieben, die er erlebt oder aus Erzählungen gehört hat. „Ich möchte dass man die Geschichten nicht vergisst.“ Andere Senioren machten mit ihrem Geld vielleicht nochmals eine Kreuzfahrt. „Für mich war es eine sinnvolle Tätigkeit, ein Buch zu schreiben“, sagt Jonski und fügt hinzu: „Vielleicht ist nun mein letztes geworden.“

Ein Geschenk für sich selbst

Im Dezember vergangenen Jahres sprach der Hobbyautor bei der Biberacher Verlagsdruckerei vor. Er willigte ein, einen Teil der Kosten zu tragen. „Ich habe aber nicht auf Teufel komm raus mein letztes Geld zusammengekratzt, um mir ein Denkmal zu errichten“, sagt er. „Ich wollte mir einfach selbst ein Geschenk machen.“

Jonskis Geschenk an sich selbst trägt den Titel „Schau mal, wie das Leben spielt“, hat 160 Seiten und steckt voller Alltagskomik. So erzählt er etwa die Kurzgeschichte von einer Frau aus Riedlingen, deren Grüngut aus einem unglücklichen Zufall in der Altkleidersammlung landet. Oder die von einem Rentner, der sein Gebiss im Bus vergisst. Und von einem kleinen Mädchen, das statt ihrem Schutzengel lieber einem Wachhund vertrauen möchte.

Die Namen der Personen im Buch hat Jonski verändert. „Wer darin vorkommt, erkennt sich aber sicher wieder“, sagt er.

Das Leben bestehe aus einer Reihe von Unvorhersehbarem. Jonski sagt, er blicke mit dem Werk auf sein eigenes Leben zurück. „Das ist meine heitere, versöhnliche Sicht.“ Das Cover zeigt jedoch einen Jungen mit einem Fernglas. Jonski hat ihn selbst fotografiert in der Nachbarschaft. „Ich habe mich bewusst für einen jungen Menschen entschieden, der mit Neugierde auf sein Leben schaut.

Jonski sieht keinen Widerspruch darin, dass er als 78-Jähriger ein zukunftsweisendes Buch verfasst hat: „Die Grundbedürfnisse der Menschen haben sich doch seit Jahrtausenden nicht geändert.“

Und so ist dem Mittelbiberacher ein Werk gelungen, das vor Lebensfreude sprüht. „Ich lebe so furchtbar gerne und erlebe meine Tage in Hochstimmung“, sagt der Autor von sich selbst. Der Charme des Buches liegt in den alltäglichen Geschichten. Diese bieten zwar selten echten Tiefgang oder packende Spannung, laden aber jedes Mal zum Schmunzeln ein.

Vielleicht darf man „Schau mal, wie das Leben spielt“ aber auch gar nicht so ernst nehmen. Schließlich hat Jonski den Buchrückdeckel mit einer Ziege verziert. Darunter ist zu lesen: „Das Leben legt dir’s in die Wiege, ob’s dich als Mensch will oder Ziege. Wie man in diesem Bild hier sieht, groß ist er nicht - der Unterschied.“ Jonski sagt: „Ich möchte mit dem Buch auch den Menschen ein bisschen den Hochmut nehmen.“

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