Weichen für Bauplätze in dieser Gemeinde sind gestellt

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 So sieht er aus, der Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Hinter den Gärten“ in Mietingen.
So sieht er aus, der Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Hinter den Gärten“ in Mietingen. (Foto: Gemeinde Mietingen)
fli und Franz Liesch

Bedeutende Beschlüsse für die Schaffung von Bauplätzen in allen drei Ortsteilen hat der Gemeinderat Mietingen in seiner Sitzung am Montag gefasst. Anvisiert sind drei weitere Baugebiete. Der Bebauungsplan für das neue Mietinger Viertel „Hinter den Gärten“ wurde beschlossen und kann in Kraft treten.

Der Aufstellungsbeschluss für „Hinter den Gärten“ wurde im Juni dieses Jahres gefasst. Die Planung liegt in den Händen von RSI (Infrastrukturplanung Rapp und Schmid). Günther Schmid erläuterte den Planungsentwurf für das Neubaugebiet an der Baltringer Straße. Dieser sieht 46 Bauplätze vor. Die Zufahrt ist über die Baltringer Straße vorgesehen. Sie soll dazu mit einer Abbiegespur ausgestattet werden.

Debatte um Lärmschutzwall

Wegen des zu erwartenden Verkehrslärms soll ein Schutzwall mit einer Höhe von zwei bis vier Metern das Neubaugebiet abschirmen. An diesem Wall entzündete sich im Rat eine Debatte bis hin zu der Frage: „Brauchen wir den Damm überhaupt?“ Denn es steht fest: Er bedarf der Pflege. Obgleich im öffentlichen Besitz, sollen die Grundstückseigentümer die zum Baugebiet zugewandte Seite pflegen. Das soll im Kaufvertrag geregelt werden.

Die Häuserzeile zur Baltringer Straße zerfällt in zwei Abschnitte. In dem einen sind drei Vollgeschosse zwingend vorgeschrieben, im anderen sind drei Vollgeschosse als Obergrenzen festgesetzt. In dieser Häuserzeile sind geneigte Dächer wie auch Flachdächer zugelassen. Generell gilt für das Neubaugebiet: Zwei Stellflächen pro Wohnung sind zu schaffen. Dach- und Hofflächenwasser muss einer Zisterne zufließen. Sie muss ein Volumen von fünf Kubikmeter haben. Zum neuen Viertel gehört zudem ein Retentionsbecken für das Regenwasser. Es wird dort gedrosselt in den Aufhofer Bach abgeführt. Luft-Wasser-Wärmepumpen dürfen nur in geschlossenen Räumen innerhalb der Wohngebäude oder Garagen oder im Freien mit Schallschutz und Einhausung aufgestellt werden.

Ausdrücklich schreibt der Bebauungsplan vor: „Nicht überbaute Flächen sind zu begrünen.“ Das sei ein Signal gegen öde Steinflächen zu verstehen, sagte Bürgermeister Robert Hochdorfer. Ausgenommen von der Begrünungspflicht sind Flächen von bis zu zehn Quadratmeter je Grundstück. Der Bebauungsplan wird im beschleunigten Verfahren durchgeführt.

Hohe Nachfrage in Baltringen

Die Erschließung des Neubaugebietes „Kreuzäcker II“ in Baltringen steht nach Angaben des Bürgermeisters unmittelbar vor der Fertigstellung. Die Erschließung von „Fuchshalde“ in Walpertshofen wurde im September in Angriff genommen. Für „Hinter den Gärten“ in Mietingen steht jetzt der Bebauungsplan. Hochdorfer betonte: „Der Bedarf an Bauplätzen ist derzeit groß.“ Die Nachfrage könne nicht annähernd befriedigt werden. Es gebe noch 120 „ernsthafte Kaufinteressenten“.

Um rasch zu neuem Bauland zu kommen, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, in einem beschleunigten Verfahren Baugebiete zu realisieren. Dafür gibt es allerdings eine Frist: das Ende des Jahres 2019. Bis dahin muss ein Aufstellungsbeschluss gefasst sein, der Bebauungsplan bis Ende 2021 stehen. Hochdorfer erklärte: „Danach ist wieder wie sonst die Darstellung der Flächen im Flächennutzungsplan nötig.“ Ein Areal in den Flächennutzungsplan zu bekommen sei schwierig und langwierig. „Deshalb sollte aus Sicht der Verwaltung die Gelegenheit genutzt werden, um noch in allen drei Ortsteilen ein Baugebiet zu versuchen.“ Hochdorfer schloss in seinen Ausführungen nicht aus, dass der notwendige Grunderwerb nicht gelingt oder sonstige „unüberwindliche Dinge auftauchen“.

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