Schmale Straßen zwischen den Eigenheimen

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Am südöstlichen Eck Baltringens liegt „Kreuzäcker II“.
Am südöstlichen Eck Baltringens liegt „Kreuzäcker II“. (Foto: Grafik: Ing-Büro Funk)

Gute Nachricht für Bauwillige in der Gemeinde Mietingen: Am Montag hat der Gemeinderat die Bauleitplanung für ein neues Baugebiet in Baltringen per Satzungsbeschluss abgeschlossen: Auf 2,3 Hektar Fläche zwischen Mühlhalde und Maigerstraße sind 25 Bauplätze vorgesehen, erklärte der Planer Reinhold Funk vom gleichnamigen Ingenieurbüro, der im letzten Schritt der Bauleitplanung die Einwände von Behörden und Institutionen vorstellte. Bei den meisten ging es um Kleinigkeiten, nur die Polizei hatte größere Einwände.

„Kreuzäcker II“ heißt das Baugebiet an der südöstlichen Ecke Baltringens, wo heute noch eine Wiese liegt. Der Bebauungsplan sieht drei Zufahrten und Straßen zu den Baugrundstücken vor, zu denen die Polizei Einwände angemeldet hat. Denn die Straßen seien mit 4,1 Metern Breite zu schmal, so dass Autos im Begegnungsverkehr auf den Gehweg ausweichen würden, heißt es in der Stellungnahme vom Polizeipräsidium Ulm. „Eine solche Fahrbahnbreite befördert Verkehrsverstöße!“ Mehr noch: Die gemeindliche Empfehlung, dass Autos bei Bedarf Gehwege in Längsrichtung mit Schrittgeschwindigkeit befahren sollen, sei eine „Anstiftung zum Verkehrsverstoß“.

In ihrer Stellungnahme geht die Gemeinde insofern darauf ein, dass in künftig im Baugebiet zwei Verbreiterungen als Ausweichstellen für Begegnungsverkehr etwa zwischen Auto und Lastwagen vorgesehen sind. An der grundsätzlichen Breite der Zufahrtstraße änderte die Gemeinde aber nichts. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, versicherte Bürgermeister Robert Hochdorfer mehrfach. Er regte aber eine Änderungen bei der Festlegung der Stellplatzflächen an. Weil man auf den öffentlichen Straßen des Gebiets keine parkenden Autos wolle, sollen Besucher ihre Fahrzeuge entweder in den umliegenden, breiteren Straßen abstellen oder auf den Grundstücken der Bewohner. Die sollen mehr Platz anbieten, und dafür musste die übliche Festlegung von zwei Stellflächen neu formuliert werden: Die Fläche vor der Garage darf nicht mehr als Stellplatz genannt werden, das ist nach der aktuellen Definition nur „Stauraum“ für die Garage. Dieser Passus fand noch Aufnahme in den einstimmigen Beschluss.

Eine Stellungnahme ließ die Gemeinderäte auch noch schmunzeln: Das Landesamt für Denkmalpflege stellte fest, dass im Boden an der südöstlichen Ecke Reste einer Römerstraße vermutet werden, die östlich am Baugebiet vorbeiläuft. Diese Reste seien ein archäologisches Kulturdenkmal. Deshalb müsse bei Bauarbeiten auf diesem Weg stets ein Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege dabei sein.

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