Mietingen will ans kreisweite Netz

Lesedauer: 4 Min

Die geplante Trassenführung des „Backbone“-Netzes in der Gemeinde Mietingen (rote Linie).
Die geplante Trassenführung des „Backbone“-Netzes in der Gemeinde Mietingen (rote Linie). (Foto: Grafik: Landratsamt)
Schwäbische Zeitung
Franz Liesch

Der Glasfaser gehört die Zukunft. Darüber ist man sich im Gemeinderat Mietingen einig. Er sprach sich einstimmig für den geplanten Ausbau des Datennetzes und dem damit zusammenhängenden Verbund aus.

Den Ausbau des Datennetzes hat der Landkreis in die Hand genommen. Monika Ludy-Wagner, Datenschutzbeauftragte und Amtsleiterin im Landratsamt Biberach, stellte denn auch im Gemeinderat die Planung des Kreises vor. Demnach beabsichtigt der Kreis, ein kreisweites Glasfaser-Datennetz aufzubauen, es soll die Gemeinden miteinander verbinden und natürlich überregional vernetzt werden. Dieses kreisweite Datennetz („Backbone“) ist vergleichbar mit den Hauptschlagadern im menschlichen Körper, die Gemeinden sind dann verantwortlich für die Verzweigung in der Kommune. An etwa zwei Übergabepunkten werden die Gemeinden an das Kreisnetz angebunden. Der Aufbau und die Finanzierung innerhalb der Gemeinde ist deren Sache.

In diesen Wochen ist der Landkreis dabei, für den Ausbau des kreisweiten Datennetzes zu werben. Dazu sollen alle 45 Städte und Gemeinden gewonnen werden. Bei rund der Hälfte der Kommunen ist die Entscheidung bereits für die Kreis-Datenautobahn gefallen. Es sollte damit sichergestellt werden, betonte Ludy-Wagner vom LA Biberach, dass der Landkreis und „die Gemeinden wirtschaftsstark, prosperierend, zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben“. Damit sollen gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Kreis hergestellt werden. Dafür nimmt der Kreis auch Geld in die Hand. 33 Millionen Euro möchte er aufwenden, um 213 Kilometer Kabel in den Boden zu legen. Am 11. Juli soll im Kreistag der Beschluss für den Bau des Breitbandnetzes fallen. Die Arbeiten sollen europaweit ausgeschrieben werden. Binnen vier Jahren soll die Daten-Kreisstraße fertiggestellt sein.

Kritik an Trassenführung

Kritik entzündete sich im Rat vor allem an der Trassenführung. Es ist daran gedacht, das Kabel, von Baustetten kommend, zwischen Mietingen und Baltringen beim ehemaligen Flugplatz zu verzweigen. Das ergibt für Mietingen und Walpertshofen eine Kabel-Sackgasse. Im Rat würde man eine Anbindung an das Kabelnetz begrüßen, um eine Versorgung von einer anderen Seite sicherzustellen, vergleichbar einer Ringleitung. Dies wäre gewährleistet, würde die Gemeinde von Bußmannshausen oder den Harthöfen her angefahren. Man könnte die Verlegung des Kreiskabels verbinden mit dem geplanten Bau eines Radweges von Walpertshofen nach Bußmannshausen, so der Vorschlag von Ortsvorsteher Karl Grabowski. „Wir nehmen das zur Prüfung mit“, versprach die Vertreterin des Landratsamtes.

Für die Herstellung der Ortsnetze sind die Kommunen zuständig. Die Gemeinde verpflichtete sich, die dafür notwendigen Mittel im Haushalt bereit zu stellen. Die fertiggestellten Netze werden von einem interkommunalen Verbund, dem Komm.Pakt.Net, verwaltet. Dazu zählen auch Ausschreibung und Pachtabwicklung für das Netz. Die Mitgliedschaft im interkommunalen Verbund Komm.Pakt.Net erteilte der Gemeinderat einstimmig seine Zustimmung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen