In der Nationalelf angekommen

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WM-Quali geschafft: Nicole Rolser (l.) und Alexandra Popp bejubeln ein Tor beim 8:0-Sieg auf den Färöer-Inseln.
WM-Quali geschafft: Nicole Rolser (l.) und Alexandra Popp bejubeln ein Tor beim 8:0-Sieg auf den Färöer-Inseln. (Foto: dpa)

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat am Dienstag mit einem 8:0-Kantersieg auf den Färöer Inseln das Ticket für die Weltmeisterschaft in Frankreich gelöst. Mit dabei: Nicole Rolser aus Mietingen, die ihr Debüt im DFB-Dress feierte. „Es war ein super Gefühl, erstmals für die Nationalmannschaft aufzulaufen“, sagt die 26-Jährige. Viel Zeit, die Länderspiel-Premiere zu genießen, bleibt Rolser aber nicht. In den kommenden Tagen steht mit dem FC Bayern München ein straffes Programm an.

Die DFB-Juniorinnenmannschaften hat Nicole Rolser alle durchlaufen, die Premiere in der A-Nationalmannschaft ließ hingegen auf sich warten. Unter Steffi Jones bekam die Mietingerin keine Chance, dafür rückte Rolser bei deren Nachfolger und Interimscoach Horst Hrubesch in den Fokus. Zunächst wurde sie Mitte August zu einem Trainingslager eingeladen, der erste Schritt war gemacht. An eine Nominierung für die WM-Qualifikationsspiele Anfang September gegen Island und die Färöer dachte die Stürmerin in diesem Moment aber noch nicht. „27 Spielerinnen wurden zu diesem Lehrgang eingeladen, ich wollte einfach mal reinschnuppern und zeigen, was ich drauf habe.“ Was funktionierte – Rolser wurde ins Aufgebot berufen. „Es hat einfach gepasst“, sagt Rolser, wohl wissend, dass auch einige Stammkräfte verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen.

Assist zum 6:0

Dass sie im ersten Spiel gegen Island nur auf der Tribüne saß, nahm die 26-Jährige sportlich. Von den 22 Spielerinnen könnten schließlich nur 18 im Kader stehen. „Ich habe mich zunächst einmal gefreut, dabei zu sein. Es waren wichtige und entscheidende Partien, da ist es nachvollziehbar, wenn der Bundestrainer zunächst den älteren und erfahreneren Spielerinnen vertraut“, sagt Nicole Rolser. „Ich habe das ganz locker gesehen.“ Drei Tage später wurde es dann ernst. Gegen die Färöer wurde Rolser zur zweiten Halbzeit eingewechselt, Deutschland führte zu diesem Zeitpunkt 3:0. „Es ist natürlich cool, wenn man bei seinem Debüt einigermaßen befreit aufspielen kann. Ich habe mich einfach nur gefreut, dass eine Trainerlegende wie Horst Hrubesch mir das ermöglicht hat.“ Ein Tor gelang Rolser zwar nicht, aber nach schönem Dribbling bereitete sie das 6:0 durch Alexandra Popp vor.

24 Stunden später war Nicole Rolser schon wieder in München. „Wir hatten immer Charterflüge, das ist natürlich schon sehr angenehm“, nennt sie einen der Unterschiede zwischen den Reisen mit dem FCB und der Nationalelf. Außerdem ist beim DFB der eigene Koch vorbei, sodass die Spielerinnen „rund um die Uhr super versorgt“ werden können. Darüber, wie es mit ihrer Karriere in der Nationalmannschaft unter der neuen Trainerin Martina Voss-Tecklenburg weitergeht, macht sich die Mietingerin aktuell noch wenig Gedanken – zumal Voss-Tecklenburg mit der Schweiz in die Play-offs für die WM muss und der Abschied von Hrubesch nochmals vertagt wurde. Sie werde weiter versuchen, sich zu empfehlen und Gas zu geben, meint Rolser demütig.

Die erste Gelegenheit dazu gibt’s am Sonntag in der zweiten DFB-Pokalrunde in Jena, am Mittwoch ist Champions League im serbischen Subotica. Und am 16. September beginnt die Bundesligasaison in Leverkusen, das am Samstag zum DFB-Pokalspiel in Alberweiler zu Gast ist. Die passende Gelegenheit also, den Gegner zu beobachten und einen Abstecher in die Heimat zu machen? In Anbetracht von drei Spielen in acht Tagen eher schwierig, sagt Nicole Rolser. „Das wird leider nicht klappen.“

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