Große Auffangbecken sollen Mietingen ab 2021 vor Hochwasser schützen

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 Das Hochwasserrückhaltebecken der Rottum bei Goppertshofen. Seit fünf Jahrzehnten bewahrt es die Region vor Überschwemmung.
Das Hochwasserrückhaltebecken der Rottum bei Goppertshofen. Seit fünf Jahrzehnten bewahrt es die Region vor Überschwemmung. (Foto: Franz Liesch)
Franz Liesch

Drei Jahre sind vergangen seit dem verheerenden Hochwasser vom 29. Mai 2016 in Mietingen. Damals wurde eine Frist von drei Jahren gesetzt bis zum Bau von Rückhaltebecken. Zum runden Datum lohnt die Frage: Was ist umgesetzt worden?

Am meisten hatte der Ortsteil Baltringen unter dem Wolkenbruch zu leiden. Feuerwehrgebäude und Kindergarten standen über einen Meter hoch unter Wasser. Vor einem künftigen Jahrhunderthochwasser können nur Hochwasserrückhaltebecken bewahren. Darüber war man sich rasch einig.

Die Planung von zwei Rückhaltebecken an der Dürnach hat jetzt nach Angaben von Bürgermeister Robert Hochdorfer eine wichtige Hürde genommen. Es sind die Becken Ringschnait und Mittlere Halde bei Maselheim. „Die Mittlere Halde wird für Baltringen viel bringen“, ist Hochdorfer überzeugt. Das Flussgebietsmodell ist nach zweieinhalbjähriger Prüfung durch die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) jetzt durch. Dazu sei eine aufwendige Datenerhebung notwendig gewesen, betont Mietingens Bürgermeister.

„Die Planungen sind schon weit fortgeschritten“, unterstreicht Hochdorfer. Dann sei die nächste Hürde zu nehmen: die Baugenehmigung. Ob das ein Planfeststellungsverfahren oder eine wasserrechtliche Genehmigung ist, ist derzeit noch in der Schwebe. Hochdorfer hofft, den Roten Punkt für die Mittlere Halde bei Maselheim noch dieses Jahr in Händen zu halten. Erst dann können Zuschüsse beim Land beantragt werden. Sie betragen 70 Prozent der Kosten, die auf 2,1 Millionen Euro geschätzt werden.

Ziel: Ausschreibung 2020

Der Grunderwerb sei bereits abgeschlossen. Läuft alles optimal, können die Arbeiten nächstes Jahr ausgeschrieben werden und gegen Ende 2020 könnte Baubeginn sein. Die Gemeinden im Einzugsgebiet von Rottum, Dürnach, Saubach und Westernach haben freilich noch Hausaufgaben zu erledigen. Der Wasserverband Rottum mit Sitz in Ochsen- hausen müsse für die neuen Aufgaben angepasst werden. Der Verband war 1969 für das Regenrückhaltebecken bei Goppertshofen gegründet worden. Das Becken Mittlere Halde soll ein rund doppelt so großes Fassungsvermögen bekommen.

Zu den Schwachpunkten in der Gemeinde gehören neben der Dürnach der Aufhofer Bach in Mietingen sowie Baltringen Ost. Gegenmaßnahmen sollen für beide Gefahrenquellen in einem Zug umgesetzt werden. Hochdorfer: „Wir wollen die Synergieeffekte nutzen“. So ist daran gedacht, den Bodenaushub in Baltringen für den Dammbau in Mietingen zu verwenden.

Die Flussgebietsuntersuchung am Aufhofer Bach und das Starkregenkonzept in Baltringen Ost sind laut Hochdorfer seit wenigen Wochen abgeschlossen. Die Landesanstalt für Umwelt habe grünes Licht gegeben. In Mietingen ist ein Hochwasserrückhaltebecken mit einem Damm vorgesehen, in Baltringen Ost ein Erdbecken. Diesem soll das Regenwasser bei Starkregen über einen Damm oder Graben zugeführt werden.

Vorsorge gegen ein Übermaß an Oberflächenwasser soll noch getroffen werden beim Feldweg von Walpertshofen nach Mietingen. Der Niederschlag soll in Zukunft in ein Versickerungsbecken fließen. Als gelöst gelten können die Probleme im Baugebiet Mergelgrube in Walpertshofen. Ein Acker wurde mit der Energiepflanze Donau-Silphie bestellt, diese hält das Niederschlagswasser fest. Über eine solche Einsaat können sich dann auch Bienen freuen.

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