Ein Wettbewerb für eine „attraktive Ortsmitte“

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Mietingens Neue Ortsmitte von oben: Der in gestrichelter Linie abgegrenzte Teil soll überplant werden.
Mietingens Neue Ortsmitte von oben: Der in gestrichelter Linie abgegrenzte Teil soll überplant werden. (Foto: Repro: Gemeinde Mietingen)
Franz Liesch

Hier schlägt einmal Mietingens Herz: in der „Neuen Ortsmitte“. Heute ist es noch ein Sammelsurium älterer Gebäude. In Zukunft soll es die Schauseite Mietingens werden – das geht aus der Ausschreibung für das geplante Großprojekt hervor. Ganz viele kreative Menschen sollen in einem Wettbewerb aktiviert werden. Im November werden Pläne und Modelle für die neue Ortsmitte vorliegen.

15 Architekturbüros sollen zum Wettbewerb um den ersten Preis antreten. Als regionale Büros gesetzt sind Tress Architekten (Baltringen), Bauke und Hübner (Dietenheim), D’Inka Scheible Hoffmann Architekten (Fellbach) und Zoll Architekten Stadtplaner (Stuttgart). Für die übrigen elf Plätze hat ein Bewerbungsverfahren stattgefunden. Wer sich bewarb, musste einen zwölfseitigen Bewerbungsbogen ausfüllen. Interessenten hatten den Nachweis zu liefern, dass sie der „Komplexität der Projektaufgabe“ gewachsen sind. Die Bewerbungsfrist ist mittlerweile abgelaufen.

Bewerberliste wird derzeit überprüft

Derzeit wird die Bewerberliste überprüft. Dies liegt in der Hand der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE). Es werden elf Teilnehmer für den Wettbewerb herausgefiltert. Ein Gremium aus zehn Personen entscheidet darüber am 5. Juli: Neben Bürgermeister Robert Hochdorfer, Hauptamtsleiterin Melanie Mäschle und Diplom-Ingenieur Peter Fink gehören dem Gremium sechs Gemeinderäte aus allen drei Ortsteilen an. Die Vorprüfung übernehmen Gabriele Siegle und Anne Hartmann von der KE in Stuttgart.

Am 19. Juli gehen dann die 15 Wettbewerbsteilnehmer in Startposition. Den Architekturbüros werden die Wettbewerbsunterlagen mit Plänen und Modellen ausgehändigt. Eine Begehung des Geländes wird angeboten. Von da an dürften etliche Köpfe rauchen. Hochsommerliche Temperaturen sollten kein Hindernis sein. Denn die Frist ist knapp. Am 4. Oktober müssen die Pläne vorliegen, eine Woche später die Modelle. Dann kommt die Zeit für das Preisgericht. Einen Monat später kann die Allgemeinheit das Ergebnis besichtigen. Dann wissen alle, wie Mietingens gute Stube in etlichen Jahren aussehen wird.

Genau das ist den Verantwortlichen ein wichtiges Anliegen: eine „attraktive sowie erlebbare Ortsmitte.“ Dazu zählt laut Ausschreibungstext ein „gut gestalteter Platzbereich“. Und weiter heißt es da: „Der Platzbereich soll vielfältig nutzbar sein, eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen und sich städtebaulich einbinden.“ Es soll gewährleistet sein, dass auch künftig Märkte möglich sind. Der Standort des Schwestern-Brunnens auf dem Kirchplatz soll „frei wählbar“ sein.

Im Zentrum von Mietingens neuer Ortsmitte soll ein neues Rathaus stehen. Das sind die Erwartungen im Hinblick auf das Verwaltungszentrum in der Gesamtgemeinde: „Für die Rathausnutzung soll ein funktionstüchtiger, architektonisch hochwertiger Neubau entstehen, der sich städtebaulich und ortstypisch in das Umfeld der neuen Ortsmitte einfügt.“ Die Erschließung des Rathauses soll über einen gut gestalteten Platzbereich erfolgen, der Rathaus und Kirche wahrnehmbar verbindet.

Beim Platzbedarf für das Rathaus sind Rat und Verwaltung auf 870 Quadratmeter Nutzfläche gekommen. Unter dem Dach des Rathauses sollen Räumlichkeiten entstehen für die Gemeindeverwaltung (Bürgermeister, Hauptamt und Kämmerer), Eingangsbereich, Bürgerbüro, Foyer, Saalbereich (Sitzungssaal) und Neben- sowie Technikräume. Für 15 Arbeitsplätze (derzeit acht Mitarbeiter) sollen Flächen bereitstehen. 20 Parkplätze sollen für das Rathaus geschaffen werden.

Kriterien für die Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten sind: städtebauliches Gesamtkonzept, architektonische Qualität, Freiraumqualität, Erschließung und Parkierung, Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Energieeffizienz. Dem Sieger des Wettbewerbs winkt ein Preisgeld in Höhe von 11 700 Euro. Insgesamt lässt sich die Gemeinde den Wettbewerb 39 000 Euro an Wettbewerbsgeldern kosten. Der Zeitplan sieht vor, dass noch vor Ende des Jahres beschlossen wird, welches Architekturbüro den Zuschlag für die Planung von Mietingens Ortszentrum übernehmen darf.

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