Ein Hochwasser-Damm von sechs Metern Höhe soll diesen Ort schützen

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 So war’s in der ganzen Region: Hochwasser in Hörenhausen.
So war’s in der ganzen Region: Hochwasser in Hörenhausen. (Foto: Archiv: Bernd Baur)
Franz Liesch

Einstimmig hat der Gemeinderat Mietingen bei seiner Sitzung vom Montag der Planung eines Hochwasser-Rückhaltebeckens im Mietinger Ortsteil Aufhofen seine Zustimmung erteilt. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt im Planfeststellungsverfahren getan. Es folgen jetzt die öffentliche Auslegung und die Behördenbeteiligung.

Schon bei der vorausgegangenen Sitzung hatte das Ingenieurbüro RSI (Rapp und Schmid Infrastrukturplanung) Entwürfe vorgelegt, und die Bürger waren an der Planung beteiligt worden. Mittlerweile hat diese konkrete Formen angenommen.

Die Gewässer sind nicht in der Lage, das anfallende Wasser abzuführen. 

Günther Schmid

Den aktuellen Stand stellte Ingenieur Günther Schmid vor. Ausgangspunkt: Die anfallende Regenmenge beim 100-jährigen Hochwasser. Er bezifferte diese auf über sechs Kubikmeter pro Sekunde.

Das Ergebnis des Fachmanns: „Die Gewässer sind nicht in der Lage, das anfallende Wasser abzuführen.“ Ein Problem stellten die Verdolungen dar, die zu massiven Überstauungen führten. Das Fazit Schmids: „Hier gilt es, etwas zu tun“, um Mietingen vor einem 100-jährigen Hochwasser zu schützen, wie es verlangt wird.

Wichtigste Maßnahme: der Bau eines Dammes, um nur so viel Wasser durchzulassen, wie der Quinzgraben verkraftet. Der Rest wird angestaut. Der Damm ist an der Stelle vorgesehen, wo einst eine Biberfamilie einen Damm errichtet hatte.

Sechs Meter hoher Damm

Der zu bauende Damm soll eine Höhe von etwa sechs Metern und eine Gesamtbreite von 16 Metern haben. Ein Durchlassbauwerk mit einer mechanischen Drosselung soll die Gewähr dafür geben, dass nur die zugedachte Wassermenge seinen weiteren Lauf nimmt.

Schmid bezifferte die Dimension des Rechens am Durchlassbauwerk, der Geäst zurückhalten soll, mit 20 Quadratmeter. Damit sei Vorsorge getroffen gegen die Verstopfung der nachfolgenden Dole, in die der Graben mündet.

Selbst beim 100-jährigen Hochwasser bleibt die Wasseroberfläche des Rückhaltebeckens etwa einen Meter unterhalb der Dammkrone. Ein Notüberlauf ist vorgesehen.

Bruch eines Biberdamms berücksichtigt

Berücksichtigt ist bei den Berechnungen der Bruch eines Biberdamms. Wegen dieses Risikos wird der Damm etwa 20 Zentimeter höher gebaut. Er soll durch ein Biberschutzgitter vor einer Unterhöhlung durch das nachtaktive Pelztier geschützt werden.

Ansonsten darf das Tier sich vor dem Damm austoben und einen Bibersee mit bis zu 5 000 Quadratmeter und einer Tiefe bis zu 1,50 Meter anstauen. Die zusätzlichen Kosten für den Biberschutz werden nach Aussage der Behörde vollständig vom Land übernommen.

Engstellen bestehen nach dem Damm noch an den Plätzen, an denen die Gewässer in Dolen gezwungen werden. Dies ist der Fall bei der Straßenunterquerung von Quinzgraben/Edelgraben im Bereich der Maschinenhallen.

Regenwasser soll in der Straßenmitte abfließen

Hier soll ein größer dimensioniertes Rohr das anfallende Wasser aufnehmen. Bei der Abzweigung zum Grüngutplatz soll beim 100-jährigen Hochwasser die Wassermenge, die die Dole nicht aufnimmt, auf der Straße seinen Weg finden.

Die Straße wird dazu so umgestaltet, dass das Regenwasser in der Straßenmitte abfließt. Größere Rohre zu verlegen, wäre nach Angaben des Ingenieurs zu aufwendig.

Wichtig sei auch hier, durch den Bau eines Einlassbauwerks das Verstopfen des Rohrs zu verhindern. Die Kosten für all die Maßnahmen belaufen sich nach Berechnungen des Büros RSI auf rund 1,25 Millionen Euro. Davon trägt das Land 70 Prozent. Die Zeitschiene sieht vor, dass zu Jahresbeginn 2020 die Zuschüsse beantragt und die Arbeiten im zweiten Halbjahr 2020 ausgeschrieben werden.

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