Drei Prozent Dividende im besten Jahr

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Die Bürgerenergiegenossenschaft Mietingen zeichnet Anteile bei den Bürgerwerken: (v.l.) Torsten Schwarz (Gründer Bürgerwerke),
Die Bürgerenergiegenossenschaft Mietingen zeichnet Anteile bei den Bürgerwerken: (v.l.) Torsten Schwarz (Gründer Bürgerwerke), Thilo Münch, Ulrike Hagel, Hubert Birk, alle Vorstand, und Bürgermeister Robert Hochdorfer, Aufsichtsratsvorsitzender. (Foto: Franz Liesch)
Franz Liesch

Über eine Dividende von drei Prozent können sich die Mitglieder der Bürgerenergiegenossenschaft Mietingen freuen. Das wurde bei der Generalversammlung am Dienstag beschlossen.

Mit einem gewissen Stolz konnte Thilo Münch vom Vorstand der Genossenschaft auf dieses Ergebnis verweisen: „ Im Vergleich der letzten fünf Jahre war 2017 das beste.“ Insgesamt flossen durch den Sonnenschein 152 Megawatt in das Stromnetz. Den Jahresüberschuss bezifferte Münch mit knapp 11  700 Euro, davon geht ein Prozent in die gesetzliche Rücklage. Künftig wird die Dividende jährlich ausbezahlt, und nicht mehr im Zweijahres-Rhythmus.

Produziert auf Dächern

Produziert wurde der Strom auf den Dächern von Mehrzweckhalle und Schule in Baltringen sowie auf einer Freifläche bei den Trinkwasserquellen. Mit dem dort produzierten Strom werden die Pumpen betrieben, die Trinkwasser nach oben befördern und den Hochbehälter bei Mietingen speisen. „Durch die Brunnenanlage konnten wir über 37 Prozent des Gesamtstrombedarfs der Pumpen mit regenerativem, vor Ort erzeugtem Strom abdecken“, stellte Münch fest. Mit dieser Investition, die Modellcharakter habe, verdoppelte sich die von der Genossenschaft produzierte Strommenge. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder ist mit dieser Maßnahme auf 180 angestiegen. Mit den angebotenen Finanzen durch die Mitglieder hätte man drei solche Photovoltaik-Anlagen bauen können.

Gerne würde die Genossenschaft weiter wachsen, das geht aus den Ausführungen des Vorstands hervor. Von einem Projekt musste man wieder Abstand nehmen. Gerne hätte die Genossenschaft auf dem Dach der Schule in Mietingen eine Photovoltaik-Anlage errichtet, um die Schule direkt mit Strom zu versorgen. Allerdings legte, so Münch, der Gemeinderat ein Veto ein. Er befürchte, dass die Dichtigkeit des Daches Schaden nehmen könnte. Jetzt hat die Genossenschaft eine andere Investition im Auge: Anlagen auf dem Dach der Schule in Baltringen und der Mehrzweckhalle in Mietingen sollen dort der Energieversorgung dienen. Außerdem setzt man auf den Rathaus-Neubau in Mietingen. „Angedacht sind hier Möglichkeiten der Nahwärmeversorgung und weitere Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen.“

Allerdings hat die Genossenschaft ein Personalproblem. Derzeit werden die Geschäfte von Hubert Birk, Ulrike Hagel und Thilo Münch geführt. Ein Vorstands-Posten ist unbesetzt. „Wir suchen dringend Nachwuchs“, warb Münch.

Vorstandsvorsitzender Robert Hochdorfer hob die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand hervor. Man sei in ständigem Kontakt und tausche sich aus. „Das persönliche Engagement ist gigantisch“, qualifizierte Hochdorfer die Tätigkeit des Vorstands. Auch er äußerte den Wunsch, dass bald wieder alle vier Vorstandsposten besetzt sind. Vorstand wie Aufsichtsrat arbeiten ehrenamtlich.

Im Anschluss an die Versammlung stellte Torsten Schwarz die Bürgerwerke-Genossenschaft mit Sitz in Heidelberg vor. Ihr gehören über 80 Energiegemeinschaften an. Die Bürgerwerke versorgen bundesweit Menschen mit Strom aus Solar-, Wind- und Wasserkraft. Es bestand im Anschluss an den Vortrag Konsens von Vorstand, Aufsichtsrat und anwesenden Mitgliedern, dass sich die Mietinger Energiegenossenschaft an diesen Bürgerwerken mit 1000 Euro beteiligen soll. Es wird erwartet, dass die Mietinger Genossen vom Bürgerwerk neues Know-how zur Stromerzeugung erwerben können.

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