Musiker feiern grandioses Fest

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 Zum Jubiläum des Musikvereins Laupertshausen gab es einen Festumzug.
Zum Jubiläum des Musikvereins Laupertshausen gab es einen Festumzug. (Foto: Angela Körner-Armbruster)
Angela Körner-Armbruster

Auf 100 erfolgreiche Musikjahre hat der Musikverein Laupertshausen am Wochenende zurückgeblickt. Das Jubiläum wurde mit einem dreitägigen Fest, fast 1000 Musikerkameraden und unzähligen Zuhörern gefeiert.

„Rauschend, mammutmäßig und wie immer grandios.“ So lautete die zusammenfassende Einschätzung der Besucher und sie meinten damit nicht nur den Festumzug mit den 65 Gruppen. Sie lobten damit vollmundig ein Programm, das jedes Alter und jeden Geschmack bedachte. Elch-Party und Familiennachmittag, Gottesdienst und Oldtimer-Schau, Dirndlrock und Oma Paulas Witze sorgten inmitten vom Melodien und Trachten, gutem Essen und wehenden Fahnen für ein unvergessliches Erlebnis.

Die herzlichen Lobesworte kamen von den Festteilnehmern, die sich rechtzeitig am Straßenrand auf Stühlen und Bänken, auf Stromkästen und unter Bäumen sammelten, um möglichst gemütlich für den langen Umzug gerüstet zu sein. Manche hatten sich sogar in den Vereinsfarben geschminkt und es hatte sogar bisschen etwas von Fasnet im Sommer, wenn Erdbeeren, Bonbons und Gebäck verteilt und Wasser gespritzt wurde. Es waren nicht nur Musiker, die Frohsinn verbreiteten – auch Trachten- und Theatergruppe, Chorsänger und sogar die Ministranten winkten und zeigten ihre Verbundenheit mit der Gemeinde.

Natürlich wurde schon Werbung für das große Kreismusikfest im nächsten Jahr gemacht und obwohl ein jeder weiß, dass eine lange und anstrengende Vorbereitungszeit hinter den Musikanten liegt, waren weder Stress noch Aufregung zu spüren. Überall sah man frohe, entspannte Gesichter und bunten Frohsinn. Laupertshausen präsentierte sich auf der Straße, in Hofeinfahrten und auf Terrassen als kreatives und vielseitiges Dorf.

Fotos zeigen Geschichte

Es war nicht nur Musik, die gefiel. Der Lärm der großen Lanz-Maschine und das Klopfen alter Schleppermotoren paarten sich mit Bläserklängen und dem Jubel der Staunenden und übertönten den Glockenschlag der Kirche. Wer sich zurückziehen wollte, konnte in der Halle die Fotoausstellung bewundern. Dort wurde auchklar, dass die Gründung des Vereins 1919 ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war. Die Sammlung der Beiträge ist der Beweis dafür, dass sich die Welt verändert hat und dafür, wie die Moderne Einzug hielt. Die Liebe zur Musik aber ist im Dorf fest verankert und selbstloses Engagement wird immer noch groß geschrieben. So war es für die Bürger Ehrensache, dass sie diesem klingenden Ehrenamt applaudierten und ihre Anerkennung zeigten.

Das Motto „Mit Musik steil bergauf!“ verwies auch darauf, dass Musik in jeder Sprache verstanden wird. Dirigent Reiner Mayer schreibt in der Festschrift: „Ein Jahrhundert jung heißt, sich der eigenen Tradition bewusst zu sein und sie nach Möglichkeit zu wahren, erfordert aber auch aufgeschlossen und offen für Veränderungen zu sein. Der Klang im Orchester entsteht durch das harmonische Miteinander in der Gemeinschaft und im Zusammenwirken aller Musiker. Jeder einzelne trägt seinen persönlichen einzigartigen Teil zu diesem einmaligen Erlebnis bei.“

Einmalig schön waren gewiss der große Notenschlüssel als Gastgeschenk, die Gänsehaut beim Zusammenspiel der 1000 Musikanten bei der Nationalhymne oder die Übergabe Pro-Muscia-Plakette durch Landrat Heiko Schmid beim Festgottesdienst (siehe Kasten).

Während im Festzelt ein Prosit für die Gemütlichkeit erklang, wurde unten im Tal mit dem Traktor die hohe Dirigentenbühne abtransportiert – fernab vom Festtrubel ein Zeichen dafür, dass 100 Jahre Vereinsleben nur durch Geduld und Ausdauer, Hingabe und Einsatzbereitschaft gelingen können. Dass ein Dorfleben ohne Musikkapelle gar nicht denkbar sei, darüber waren sich an diesem grandiosen Wochenende alle einig. Auch nach dem Fest gibt es Grund zur Freude, denn die hervorragend gestaltete Festschrift zeigt ebenfalls, dass der Musikverein Laupertshausen mit all seinen Generationen eine tolle Visitenkarte für das Dorf ist.

Hohe Auszeichnung: Musikverein erhält Pro-Musica-Plakette

Der Musikverein Maselheim ist mit der Pro-Musica-Plakette für instrumentales Musizieren der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Heiko Schmid übergab in Vertretung des Bundespräsidenten die hohe Auszeichnung bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen.

Die Plakette war 1968 vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke gestiftet worden und bildet das Gegenstück zur Zelter Plakette für Chöre. Der Musikverein Laupertshausen gehöre nun zum exklusiven Kreis der Musikvereinigungen in Deutschland, die sich nachweislich seit mehr als 100 Jahren in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Pflege der instrumentalen Musik gewidmet und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische oder volksbildende Verdienste erworben hätten, sagte der Landrat. „Mein herzlicher Dank dafür, dass Sie mit Ihrer Musik einen so bedeutenden Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Laupertshausen und weit darüber hinaus leisten“, wandte sich Schmid an den Musikverein.

Die Geschichte des Vereins spiegele auch die Geschichte des Landes und der Menschen, die hier gelebt haben und lebten, so weiter Schmid. Die Festschrift zum 100-Jährigen bezeichnete er als ein wertvolles Dokument der Zeitgeschichte. Er nannte das Abschiedsständchen für den Musiker Christian Knop, der 1926 nach Amerika auswanderte. Die Festschrift dokumentiere auch die Zeit des Zweiten Weltkriegs ,den Wiederaufbau und die Wirtschaftwunderjahre.

Schmid hatte außerdem auch einen Scheck dabei. „Mit dem Geld können Sie das soziale Miteinander nach dem Kraftakt dieses wunderbaren dreitägigen Jubiläumsfestes bei einem Bier oder einem Glas Wein pflegen“, sagte der Landrat.

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