Maselheim beteiligt sich stärker am Öchsle

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Am ersten Dezemberwochenende sind wieder die Nikolausfahrten. Das Öchsle fährt von Warthausen nach Maselheim und zurück.
Am ersten Dezemberwochenende sind wieder die Nikolausfahrten. Das Öchsle fährt von Warthausen nach Maselheim und zurück. (Foto: Archiv: Markus Dreher,)

Die Gemeinde Maselheim hält künftig sieben statt fünf Prozent Stammanteile an der Öchsle-Bahn Betriebsgesellschaft. Der Gemeinderat diskutierte länger über das Thema, denn mehr Stammanteile bedeuten auch höhere jährliche Kosten. Das Gremium sprach sich mehrheitlich für die Erhöhung der Anteile aus.

Fünf Prozent Stammanteile an der Öchsle-Bahn Betriebsgesellschaft sind seit Jahren nicht vergeben. 2006 stieg die Tourismusgesellschaft Oberschwaben aus. Und seither diskutieren die Gesellschafter, der Landkreis, die Stadt Ochsenhausen, die Gemeinden Maselheim und Warthausen, wer diese Anteile übernimmt. Der Hintergrund der Hängepartie: Die Betriebsgesellschaft, die für die Betriebskosten des Öchsle aufkommt, fährt jährlich ein Defizit ein. Und dieses bezahlen die Gesellschafter gemäß ihren Anteilen.

Der Landkreis, der 50 Prozent der Stammanteile hält, und Ochsenhausen mit seinen 30 Prozent sind nicht bereit, mehr Anteile zu übernehmen. Vertreter von Maselheim und Warthausen haben sich nun bei einem Treffen geeinigt, dass Warthausen um drei Prozent aufstocken soll. Es käme dann auf 13 Prozent Stammanteile. Maselheim soll von fünf auf sieben Prozent erhöhen.

Mehr Kosten

Das Thema wurde im Maselheimer Gemeinderat kontrovers diskutiert. Kämmerin Marion Bailer legte Zahlen vor. Für das Jahr 2012 hatte Maselheim knapp 15000 Euro vom Öchsle-Betriebsdefizit zu zahlen. Mit dem höheren Stammanteil wären es rund 20000 Euro gewesen. Im Jahr 2015 hätte die höhere Öchslebeteiligung rund 3000 Euro Mehrkosten bedeutet (13300 statt 10000 Euro).

Vom Öchsle profitiere die ganze Region, der Landkreis solle die Anteile übernehmen, fand Gemeinderat Jochen Ruf. „Maselheim profitiert im Vergleich zu den anderen wenig“, pflichtete Thomas Glutsch bei. „Ich tue mir schwer“, sagte Max Steigitzer. 5000 Euro entsprächen den Kosten für ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug, führte er aus. Warum nicht die fünf Prozent unter allen aufteilen? fragte Kai Peter Dewald.

Bürgermeister Elmar Braun plädierte dafür, die zwei Prozent Anteile zu übernehmen. Es sei ein Beitrag Maselheims zu den kulturellen Einrichtungen im Landkreis. Er führte an, dass Maselheim ja auch von kulturellen Einrichtungen anderer profitiere. Als Beispiele nannte er das Biberacher Hallensportbad und die Schemmerhofer Gemeinschaftsschule, in die der Nachbarort kräftig investiert.

Doris Dolkemeyer, die bei den Gesprächen mit Warthausen dabei war, sprach sich auch für die Aufstockung aus. Der Kreis und Ochsenhausen hätten mit ihren Lasten argumentiert, berichtete sie. Warthausen habe angeführt, dass es kaum Einnahmen habe, es profitiere vor allem die Gastronomie in Ochsenhausen. „Uns war klar: Es geht um die Frage, ob man ein Öchsle will oder nicht“, sagte sie. Im Gespräch habe sich ergeben, dass das der Beitrag Maselheims zur Kultur im Landkreis sei. „Ich will das Öchsle nicht verhindern. Und wir können es nicht länger aussitzen“, lautete ihr Fazit.

Doris Dolkemeyers Ausführungen seien nachvollziehbar. Er stimme zu, weil es sonst keine Lösung gebe, sagte Paul Grimm. Es tue weh, aber es sei der Beitrag, den Maselheim leisten müsse.

Das Öchsle sei ein Stück Werbung für Maselheim, fand Johannes Ströbele. „Selbst Werbung zu machen wäre teurer.“ Für das Image von Maselheim sei es gut, sagte Braun. Sein Hauptargument lautete aber: „Wir leisten unseren Beitrag dazu, dass im Landkreis etwas läuft.“ Bei neun Ja-, vier Gegenstimmen und vier Enthaltung sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die zusätzlichen zwei Prozent an der Betriebsgesellschaft zu übernehmen.

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