Kiesabbau im Herrschaftsholz soll 2020 beginnen

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Die Straße Richtung B 30 (Hintergrund) und L 267 soll für Lkws einspurig ausgebaut werden. Das sehen die bisherigen Pläne vor.
Die Straße Richtung B 30 (Hintergrund) und L 267 soll für Lkws einspurig ausgebaut werden. Das sehen die bisherigen Pläne vor. (Foto: Fotos: Andreas Spengler)

Beim Kiesabbau im Herrschaftsholz setzen die Naturschutzverbände Nabu und BUND auf Konfrontation. Auf Landesebene hingegen gibt es bereits Ansätze, wie Umweltschutz und Kiesabbau voneinander profitieren können.

So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Nabu Landesverbands Baden-Württemberg und dem Industrieverband Steine und Erden von 2012: „Rohstoffabbau in Deutschland und Naturschutz waren in den zurückliegenden Jahren oft „zwei Lager“, die sich scheinbar unvereinbar gegenüber standen. Der Abbau und die Aufbereitung von Gips, Kalkstein, Kies, Sand, Naturstein und Ton wurden von der einen Seite fast ausschließlich unter dem Gesichtspunkt von Eingriffen in Natur und Landschaft sowie aus Sicht des Klima- und Ressourcenschutzes betrachtet. Die andere Seite sah die Bedenken des Naturschutzes als Blockade.“

Die Zahl der Konflikte zwischen den beiden Lagern sei inzwischen zurückgegangen. „Naturschützer haben erkannt, dass Eingriffe in die Natur durch Rohstoffabbau nicht zwangsläufig zum Schaden der Artenvielfalt sein müssen. Oftmals kommen Arten, die auf unbewachsene oder nur spärlich bewachsene Flächen oder auf Wasserflächen angewiesen sind, gerade auf Rohstoffabbauflächen vor. Darunter sind viele seltene besonders und streng geschützte Arten“, heißt es in der Erklärung. Wichtig sei jedoch die Folgenutzung. „Hier gilt es, einen Kompromiss zwischen der hohen Attraktivität solcher Flächen für eine spätere Freizeitnutzung, der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung und der Bedeutung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Heimat zu finden.“

Die Verbände seien sich einig, dass „eine dezentrale Versorgung der Industrie mit Rohstoffen Transportwege und damit Umweltbelastungen minimiert. Rohstoffe sind deshalb vor allem regional zu sichern, zu gewinnen und zu verarbeiten. Weite Transportwege sind zu vermeiden und der Transport umweltschonend abzuwickeln.“ (asp)

Mit dem Abbau von Kies im Äpfinger Herrschaftsholz soll im kommenden Jahr begonnen werden. Das hat der Projektleiter Bertram Lelanz bekannt gegeben. Ein Überblick über den Zwischenstand.

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Beim Kiesabbau im Herrschaftsholz setzen die Naturschutzverbände Nabu und BUND auf Konfrontation. Auf Landesebene hingegen gibt es bereits Ansätze, wie Umweltschutz und Kiesabbau voneinander profitieren können.

So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Nabu Landesverbands Baden-Württemberg und dem Industrieverband Steine und Erden von 2012: „Rohstoffabbau in Deutschland und Naturschutz waren in den zurückliegenden Jahren oft „zwei Lager“, die sich scheinbar unvereinbar gegenüber standen. Der Abbau und die Aufbereitung von Gips, Kalkstein, Kies, Sand, Naturstein und Ton wurden von der einen Seite fast ausschließlich unter dem Gesichtspunkt von Eingriffen in Natur und Landschaft sowie aus Sicht des Klima- und Ressourcenschutzes betrachtet. Die andere Seite sah die Bedenken des Naturschutzes als Blockade.“

Die Zahl der Konflikte zwischen den beiden Lagern sei inzwischen zurückgegangen. „Naturschützer haben erkannt, dass Eingriffe in die Natur durch Rohstoffabbau nicht zwangsläufig zum Schaden der Artenvielfalt sein müssen. Oftmals kommen Arten, die auf unbewachsene oder nur spärlich bewachsene Flächen oder auf Wasserflächen angewiesen sind, gerade auf Rohstoffabbauflächen vor. Darunter sind viele seltene besonders und streng geschützte Arten“, heißt es in der Erklärung. Wichtig sei jedoch die Folgenutzung. „Hier gilt es, einen Kompromiss zwischen der hohen Attraktivität solcher Flächen für eine spätere Freizeitnutzung, der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung und der Bedeutung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Heimat zu finden.“

Die Verbände seien sich einig, dass „eine dezentrale Versorgung der Industrie mit Rohstoffen Transportwege und damit Umweltbelastungen minimiert. Rohstoffe sind deshalb vor allem regional zu sichern, zu gewinnen und zu verarbeiten. Weite Transportwege sind zu vermeiden und der Transport umweltschonend abzuwickeln.“ (asp)

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