Debatte um Funkmaststandort geht weiter

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Der Gemeinderat tagt am Montag, 1. Oktober, um 19.30 Uhr im Maselheimer Rathaus. Top vier der Tagesordnung ist die Beratung über das Schreiben der „Interessengemeinschaft besorgter Bürger“ zum Mobilfunkmaststandort.

Die „Interessengemeinschaft besorgte Bürger“ wehrt sich gegen die Pläne der Telekom, auf dem Äpfinger Kreuzberg einen Mobilfunkmasten zu errichten. Die „besorgten Bürger“ haben sich nun an die Gemeinde gewandt, mit dem Wunsch, dass Alternativstandorte ermittelt werden. Konkret nennen sie dabei die südlicher, in 500 Meter Abstand zur Wohnbebauung gelegene Anhöhe Bolz und schlagen vor, einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen.

Die Telekom konzentriert sich bei ihrer Suche nach einem Mobilfunkmast-Standort für Äpfingen und Sulmingen ausschließlich auf den Kreuzberg. Das hat Telekomvertreter Frank-Peter Käßler bei einem Infonachmittag im Juni in Maselheim deutlich gemacht. Die Mitglieder der „Interessengemeinschaft besorgter Bürger der Ortsteile Äpfingen und Sulmingen“ (IG) sind überzeugt, dass sich an den Plänen der Telekom trotzdem noch etwas ändern lässt. „Wir sind nicht gegen Mobilfunk, wir wollen lediglich einen anderen – das ist uns wichtig – verträglicheren Maststandort, weiter weg von der Wohnbebauung und dem Kindergarten“, sagen Hubert Hagel, Christian Hecht, Hans Häberle und Jürgen Schmallenbach von der IG. Sie befürchten zum einen gesundheitliche Gefahren. Zum anderen kritisieren sie, ein Mast verschandele den Kreuzberg, ein – wie sie sagen Idyll – und der Ort der traditionellen Bergmesse.

Unabhängiges Gutachten

„Nach dem Infonachmittag haben wir uns gefragt, was wir tun könnten, und sind auf ein seit vielen Jahren übliches Verfahren gestoßen, dass Gemeinden einen unabhängigen Gutachter einschalten. Dieser erhält von der Gemeinde und der Telekom Daten und errechnet Alternativstandorte“, berichtet Schmallenbach. Dabei seien eben auch die Minimierung der Strahlenbelastung und das Ortsbild Kriterien. Die IG hat zu zwei Fachleuten Kontakt aufgenommen. „Einer sah sich online die Karten an und nannte Bolz als eine lohnende Alternative. Er sagte uns, dass die Telekom in den vergangenen Jahren auf seine Vorschläge eingegangen sei“, so Schmallendach „Warum verschließt sich die Gemeinde jeglichen Alternativvorschlägen? Hier geht es doch nicht gegen die Aufstellung eines Mobilfunkmastens, sondern um den Standort“, fügt Hubert Hagel hinzu. „Auch wir und die Über-60-Jährigen sind für den Mobilfunkausbau, aber gegen einen Mast in unmittelbarer Nähe zu Wohnbebauung und Kindergarten.“

Rund 1000 Flugblätter verteilt

Die Errichtung eines Sendemasts sei eine weitreichende Entscheidung für die nächsten 20 bis 30 Jahre, sagen die IG-Mitglieder. Rund 1000 Flugblätter haben sie verteilt. In einem Brief wandten sie sich an Bürgermeister und Gemeinderäte, mit der Bitte, ein Immissionsgutachten, das Alternativen darlegt, in Auftrag zu geben. „Wir möchten vermeiden, dass man der Gemeinde und den heutigen Gemeinderäten später vorwirft, sie hätten nur nach ökonomischen Gründen der Telekom gehandelt, ohne eine Betrachtung der Alternativen“, schreiben sie in ihrem Brief und appellieren an den Gemeinderat, einen unabhängigen Sachverständigen zu beauftragen.

Bürgermeister Elmar Braun hat das Thema auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung gesetzt, am Montag soll sich das Gremium mit dem Wunsch der IG befassen.

Der Gemeinderat tagt am Montag, 1. Oktober, um 19.30 Uhr im Maselheimer Rathaus. Top vier der Tagesordnung ist die Beratung über das Schreiben der „Interessengemeinschaft besorgter Bürger“ zum Mobilfunkmaststandort.

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