Bürger diskutieren über Flächenfraß

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Die Zuhörer beteiligten sich rege an der Diskussion im Anschluss an den Vortrag.
Die Zuhörer beteiligten sich rege an der Diskussion im Anschluss an den Vortrag. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Schutzgemeinschaft Risstal haben sich vergangene Woche zu ihrer Jahresversammlung getroffen.

Gleich nach der Begrüßung der Mitglieder durch den Vorsitzenden der Initiative, Alfred Schlanser, wurde als Höhepunkt der Veranstaltung der Film „Kein schöner Land“ gezeigt. Die Regisseurin Sabine Winkler war selbst anwesend und kommentierte nach der Vorführung persönlich die Inhalte und Zielsetzungen ihres Werkes. Ihre These „Wachstum bedeutet Zerstörung“ setzt sich mit dem Wunsch von Industrie und Politik nach grenzenlosem Wirtschaftswachstum in Deutschland, insbesondere in Baden-Württemberg, auseinander.

Der Film zeigte am Beispiel vieler Gemeinden das Ausmaß der Zerstörung von Natur als Heimat der Menschen. Statt Naturerhaltung entstünden immer mehr Industriegebiete und daraus folgend immer mehr Straßen und Wohngebiete. So würden den Menschen, den Tieren und Pflanzen immer weniger Gebiete bleiben, in denen sie natürlich leben und sich erholen könnten.

Den immer schneller zunehmenden Flächenverbrauch und die daraus folgende Umweltzerstörung verglich Regisseurin Sabine Winkler entsprechend einem Zitat von Professor Hermann Knoflacher von der Technischen Universität Wien. Unter anhaltendem Beifall stellte sie den Flächenfraß der Krebsgeschwulst eines Lebewesens gleich. Beide zerstörten anhaltend gesunde Strukturen und vernichteten schließlich das Leben des gesamten Organismus.

Sabine Winkler prangerte an, viele Politiker beugten sich den Forderungen der Industrie und den von ihr ausgewählten parteiischen Gutachtern. Sie würden Wohlstand versprechen, zerstörten tatsächlich aber die Lebensgrundlagen der Menschen. Gegen die Ideologie des fortwährenden und anhaltenden Wachstums müssten sich die Bürger vehement und engagiert wehren, um das Überleben der Menschen und der Natur zu ermöglichen. Nach sehr reger Beteiligung der Zuhörer bedankte sich Alfred Schlanser für das große Interesse an der Veranstaltung.

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