Auf der Laupertshauser Alm fliegen die Fetzen

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 Turbulent geht es zu auf der Laupertshauser Alm.
Turbulent geht es zu auf der Laupertshauser Alm. (Foto: Carmen Bogenrieder-Kramer)
Schwäbische Zeitung

Lokale Spitzfindigkeiten, geheime Pläne, Verwechslungen mit Folgen und eine Inszenierung, die den Zuschauer bis zur letzten Spielminute fesselt: das hat die Theatergruppe Laupertshausen am Wochenende mit „Alles nette Menschen“ gleich zwei Mal auf die Bühne gebracht. Klar, dass es dafür in der proppenvollen Turn- und Festhalle nicht nur Szenenapplaus gab. Die Zuschauer waren sichtlich begeistert.

Die Story, um die es ging, ist eigentlich ganz simpel: Die zerstrittene Familie Lustig soll sich in einem etwas heruntergekommenen Berghotel auf der Laupertshauser Alm treffen und versöhnen. Arrangiert wird das Ganze von Rechtsanwalt Anton Schneckenburger (Albert Schneider), der zwar charmant auftritt, aber einiges zu verbergen hat. Inwieweit das Pächterehepaar Rita und Victor Wackernagel (Sandra Link und Berthold Kopf)) davon betroffen sind, darf an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Jedenfalls spielen die beiden zwei herrlich liebenswerte Schlitzohren. Den akkuraten Gerichtsvollzieher Max Steinemann (Alexander Merk) können sie allerdings nicht an der Nase herumführen. Ob das am kecken Hausmädchen Gaby Keller (Melanie Merk) liegt?

Im zweiten und im dritten Akt lüften sich so allerhand Geheimnisse. Bis dahin spuckt Gertrud Lustig (Cordula Bumke) Gift und Galle. Sie gibt den Ton bravourös an – als Politikergattin und Ehefrau des vermeintlich smarten Senffabrikbesitzers Karl Lustig (Gotthard Geißer). Linda Lustig (Edeltraut Becker) ist die Schwester von Karl. Sie versteht es fabelhaft, ihre Schwägerin „Tschertrüüd“ auf die Palme zu bringen. Gleichzeitig kümmert sie sich liebevoll um ihre Nichte Sophie Lustig (Sabrina Bumke), die von ihren Eltern Karl und Gertrud verstoßen wurde. Und dann gibt es da noch den Kunstmaler Gideon Schimmer (Achim Limberger), der als arroganter und falscher Freund von Sophie ganz genau weiß, was er will. Ob in diesem Milieu Familienfrieden möglich wird? Die Inszenierung von Regisseur Karl Katein hält die Spannung bis zum Schluss. Ein fast erfolgreicher Mord und zwei Flaschen Prosecco gehören dazu.

„Alles nette Menschen“ ist ein Lustspiel von Claudia Gysel, das inhaltlich und durch die herausragenden Charakterdarstellungen der Laienschauspieler besticht. Zuschauen macht Spaß. Ruckzuck geht dabei die Zeit vorbei. Die letzte Aufführung findet am Sonntag, 5. Januar, statt.

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