3500 Maskenträger ziehen durch Äpfingen

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 Der Wagen vom Schuppen Sulmingen befasste sich mit dem geplanten Funkmast. „Ein unbeugsames Dorf leistet weiterhin Widerstand“
Der Wagen vom Schuppen Sulmingen befasste sich mit dem geplanten Funkmast. „Ein unbeugsames Dorf leistet weiterhin Widerstand“ stand auf einem Schild. (Foto: Gerhard Rundel)
Schwäbische Zeitung

In einem farbenprächtigen Umzug sind am Sonntagnachmittag 3500 Maskenträger und andere Narren in 66 Gruppen durch die Straßen von Äpfingen gezogen. Geschätzte 5000 gut gelaunte Besucher säumten beim 55. Äpfinger Narrensprung der Weckafresser-Zunft die Straßen und sorgten für prächtige Stimmung.

Laute Discomusik schallte schon vor Umzugsbeginn aus den Lautsprechern im ganzen Ort. Zu den aktuellen Fasnetshits strömten viele Besucher an die besten Zuschauerplätze, sowie die Narren zum Aufstellungsplatz.

Bei trockenem, idealem Wetter mit zeitweiligem Sonnenschein, setzte sich der Narrenzug Punkt 14 Uhr nach zwei Böllerschüssen in Bewegung. Die Ehrenzunftmeister Hans Ströbele und Ingo Laack unterhielten die Gäste am Dorfplatz bis zum Eintreffen des Zuges mit lustigen Geschichten und Witzen. Zu jeder Gruppe wussten sie eine Geschichte und ließen deren Narrenrufe erschallen.

Die Spitze des Zuges bildete der Äpfinger Büttel, gefolgt vom Spielmannszug der Feuerwehr Biberach und den Äpfinger Garden. Gut zwei Stunden lang zogen Masken- und Musikgruppen, Mottowagen und sonstige Gruppen in einem närrischen Lindwurm durch die Straßen von Äpfingen. Ein Großaufgebot an Masken hatten die NZ Schemmerhofen, Reinstetten und Laupertshausen dabei. Zig mal fragte Ströbele beim Vorbeiziehen der NZ Deifelsloch Märra aus Laupertshausen die Besucher: „Schender-Märra? – dand d’Geil verscherra“. 38 Zünfte begeisterten die Besucher mit ihren Pyramiden und sonstigen Vorführungen. Elf Musikgruppen machten mit fetziger Musik gute Laune bei den Besuchern. Ein besonderes Highlight des Äpfinger Umzuges sind die Fasnetswagen, die aktuelle Themen durch die närrische Mangel drehen. Die Narren vom Schubertweg lieben ihr Dieselauto. Bei ihrem sauberen Dieselmotor werden die Abgase mittels Melitta-Filtertüten gereinigt.

Der Wagen der Unentschlossenen befasste sich mit dem Brexit. „Wir treten nicht aus, sondern wir trinken aus“, war ihr Leitspruch.

Hochwasser-Schutz und IGI-Kritik

Die Binokelfreunde hatten den Hochwasserschutz in Äpfingen im Visier. „Elmar macht sich die Biber zu Nutz“, prangte von einem Schild am Wagen der Bibergruppe. Auch Bürgermeister Elmar Braun schaute mit Biberzähnen von diesem Wagen. Mit Elmars Traum von der schönen Blumenwiese befasste sich der Wagen von D’Narrede vom obra Saubach.

„Hätte er seine Blumenwiese gegossen, wären sie so schön wie bei uns gesprossen“, haben sie geraten. Politisch wurde es mit der Laufgruppe der Bürgerinitiative „Schutzgemeinschaft“ IGI Rißtal. Mit Masken nahmen sie die Pläne zum Bau eines Industriegebiets aufs Korn: Eine Figur des Warthauser Bürgermeisters Wolfgang Jautz musste einen Karren ziehen musste, auf dem ein Christian Kuhlmann-Darsteller saß. Die Figuren des Schemmerhofer Bürgermeister Mario Glaser und des Maselheimer Bürgermeisters Elmar Braun halfen beim Ziehen.

Mit Schelli-Schello verteilten die Weckenfresser Knauzenwecken von dem Symbolwagen der Äpfinger Narrenzunft. Der Wagen vom Schuppen Sulmingen befasste sich mit dem geplanten Funkmast. „Ein unbeugsames Dorf leistet weiterhin Widerstand“ stand auf einem Schild des Zugfahrzeugs. Beim Abbrennen von Nebelkerzen war die Gruppe aber nicht ganz so umweltfreundlich.

„Es hat heute alles gepasst“, freute sich die Äpfinger Zunftmeisterin Petra Denz.

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