Zwischen Abschied und Neubeginn

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Schwäbische Zeitung

Es ist ein feierlicher Gottesdienst gewesen: Am vergangenen Sonntag ist der neue Kirchengemeinderat der Evangelischen Kirchengemeinde in sein Amt eingeführt worden. Die Wahl hatte am 1. Advent stattgefunden. In dem Gottesdienst verabschiedete die Gemeinde auch zwei ausgeschiedene Mitglieder, die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatten, und dankte ihnen für die geleistete Arbeit.

Pfarrer Christian Keinath betonte bei seinen Dankesworten, dass beide ihre positiven Spuren im Gremium und in der Kirchengemeinde hinterlassen. Martin Gröner habe sich insbesondere in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) engagiert. Lust an gelingender Ökumene und Leiden an den kirchenpolitischen Grenzen eines intensiveren Miteinanders von Christen unterschiedlicher Konfessionen seien bei ihm immer spürbar gewesen, sagte Keinath.

Spuren für die Ewigkeit

Marion Cascorbi hinterlasse Spuren für lange Zeiten, sagte Pfarrer Keinath der zweiten Ausscheidenden mit einem Augenzwinkern. Schließlich würden die von ihr als Schriftführerin verfassten Protokolle beinahe für „alle Ewigkeit“ archiviert. „Wer ein Ehrenamt antritt, darf das in der gleichen Freiheit auch wieder beenden“, betonte Keinath. Gleichzeitig würden beide vom Gremium als Persönlichkeiten vermisst.

In seiner Predigt zur Amtseinführung über die Taufe Jesu machte der Pfarrer deutlich, dass Vielfalt von Anfang an zum Christentum und seiner religiösen Überlieferung gehöre. Schließlich gebe die Bibel in den Evangelien vier ganz unterschiedliche Berichte von der Begegnung Jesus Christ mit Johannes dem Täufer wieder. Das sei ein theologischer Impuls, den Glauben und das Gemeindeleben auch heute vielfältig zu interpretieren und zu gestalten. Alle Getauften hätten letztlich Amt und Aufgabe, als „souveräne Söhne und Töchter Gottes“ zu leben, im religiösen Sinn Geschwister Christi zu sein.

Der Kirchengemeinderat habe eine besondere Verantwortung und die Aufgabe, mit den Hauptamtlichen auf Augenhöhe die Gemeinde zu leiten, erklärte der Pfarrer. Nach einer Zeit intensiven Wechsels bei den Pfarrern und im Diakonat der Kirchengemeinde stünde der KGR jetzt auch für ein Stück Kontinuität. Keinath wünschte dem neuen Kirchengemeinderat für die gemeinsame Arbeit in den kommenden Jahren Gottes Segen.

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