Zwei starke Frauen und viel Humor

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Angelika Gretzinger

„Per Due“ lautete der Titel des Neujahrskonzerts des Laupheimer Salonorchesters, das am Samstagabend vor ausverkauften Reihen im Kulturhaus Schloss Großlaupheim stattfand. Das italienische „per due“ bedeutet übersetzt „für zwei“, und so stand der Abend ganz im Zeichen der beiden Solistinnen Maria Rosendorfsky (Sopran) und Christianne Bélanger (Mezzo-Sopran). Zwei sympathische Künstlerinnen, die nicht nur ihr musikalisches Können eindrucksvoll darboten, sondern auch viel Humor bewiesen.

„Wie sollen zwei Männer das Publikum verführen? Etwa im Anzug?“, kokettierten sie auf der Bühne. Dass Frauen auch herrlich streiten können, zeigten beide in einer von Karl-Heinz Geiger bearbeiteten Fassung von „Anything You Can Do (Annie Get Your Gun)“ von Irvin Berlin. Am Ende weiß auch das Publikum nicht, wer denn nun besser ist: „Sopran“ oder „Mezzo-Sopran“? Für Christianne Bélanger war es der erste Auftritt zusammen mit dem Laupheimer Salonorchester. Wie Maria Rosendorfsky war auch sie Ensemblemitglied am Ulmer Theater. In Zukunft wird sie, wie auch schon in der Vergangenheit, wieder in Kanada zu hören sein. Zwei hochkarätige Sängerinnen, die Laupheim einen glanzvollen Start ins neue Jahr bescherten.

Herrliches Schauspiel

Doch auch das Laupheimer Salonorchester war an diesem Abend glänzend aufgelegt. Allen voran Stehgeiger Petr Hemmer, der nicht nur sein musikalisches, sondern auch sein komödiantisches Talent bewies. Viel Applaus gab es für das Werk „Olympia“ von Jacque Offenbach. Hier sollten auch Petr Hemmers Muskelkraft und Geduld gefordert werden, denn „Olympia“ ist laut den Erzählungen von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann eine lebensgroße, bezaubernd aussehende mechanische Puppe – an diesem Abend eindrucksvoll verkörpert von Maria Rosendorfsky. Petr Hemmer trug seine „Olympia“ auf die Bühne und auch wieder hinab. Zwischendurch musste er die mechanische Puppe Rosendorfsky zur Freude der begeisterten Zuschauer immer wieder wie ein Uhrwerk aufziehen. Viel Applaus belohnte die zwei für eine musikalische und schauspielerische Meisterleistung.

Bezaubernde Klänge

Mucksmäuschenstill wurde es im Saal bei der Darbietung von Camille Saint-Saëns „Mon Coeur s‘ouvre à ta voix“ („Mein Herz öffnet sich deiner Stimme“/aus Samson et Dalila). Mit hinreißender Stimme betörte Christianne Bélanger die Zuhörer, gefühlvoll begleitet vom Laupheimer Salonorchester. Bezaubernde Klänge von Klavier (Helmut Zeihsel) und Klarinette (Lothar Hammer) untermalten die Stimmung noch zusätzlich. „Den Samson können Sie sich so vorstellen wie unseren Stehgeiger“, scherzte Richard Brenner. Er sei unbesiegbar, solange seine Haare lang blieben.

Feurig wurde es im zweiten Teil des Abends bei der Darbietung des Spanischen Zigeunertanzes von Pasqual Marquina. Mit kräftiger Stimme sang Christianne Bélanger „Granada“ von Agustin Bock, und Maria Rosendorfsky erklärte dem Publikum „Wie man eine Torte macht“ von Hugo Wiener.

Spaß, Können und viel Elan

Mit „We Are Women“ (frei übersetzt „Wir sind Frauen“) aus der Operette Candide von Leonard Bernstein zeigten die beiden Solistinnen noch einmal eindrucksvoll, wer an diesem Abend die Hosen anhatte. Mit Spaß, Können und viel Elan hatten die zwei das Laupheimer Publikum von Beginn an auf ihrer Seite. „Super, grandios“, hörte man des Öfteren während der Darbietungen aus den Reihen des Saales.

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