Zwei Sonntage sind auch künftig verkaufsoffen

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Längst ein fester Termin im Laupheimer Jahreskalender: die Aktion „Frühlingserwachen“ mit verkaufsoffenem Sonntag.
Längst ein fester Termin im Laupheimer Jahreskalender: die Aktion „Frühlingserwachen“ mit verkaufsoffenem Sonntag. (Foto: Archiv: Roland Ray)
Roland Ray

In Laupheim wird es auch in den Jahren 2018 bis 2020 je zwei verkaufsoffene Sonntage geben. Einen entsprechenden Antrag der Werbegemeinschaft „Treffpunkt Laupheim“ hat der Gemeinderat am Montag mit großer Mehrheit gebilligt.

Einzelhändler und Dienstleister möchten wie gehabt anlässlich der Aktion „Frühlingserwachen“ im März und der Aktion „U.S.-Car-Treffen“ im September sonntags von 13 bis 18 Uhr ihre Geschäfte öffnen. Damit wolle man die Attraktivität Laup-heims als Einkaufsstadt bereichern und unterstützen. Angesichts des immer intensiveren Wettbewerbs mit den benachbarten Städten – Biberach, Ehingen, Erbach, Senden, Ulm – dürfe man in den Anstrengungen nicht nachlassen, den heimischen Standort zu sichern.

Die Stadtverwaltung hat auch den neuen „Treffpunkt“-Antrag befürwortet. Positive Signale gebe es vom evangelischen Pfarramt, Handwerkskammer und IHK, vom Einzelhandelsverband Baden-Württemberg und dem Amt für Arbeitsschutz beim Landratsamt Biberach, heißt es in der Beschlussvorlage. Das katholische Pfarramt und die Gewerkschaft Verdi stünden verkaufsoffenen Sonntagen „wie bisher skeptisch gegenüber“.

„Nein“ dazu sagt die SPD-Stadträtin Martina Miller. Erst am Samstag habe die Bezirkskonferenz des DGB Baden-Württemberg das Ziel bekräftigt, den Sonntag als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung zu erhalten. Dieser Tag sei zentral für das Familienleben, die Pflege von Freundschaften, das Mitwirken in Kirche und Vereinen, sagte Miller. Es sei zweifellos wichtig, den örtlichen Handel zu stärken; Service, Beratungsqualität und motivierte Mitarbeiter sind dafür in ihren Augen aber bessere Strategien als verkaufsoffene Sonntage.

Als Arzt sei er es gewöhnt, sonntags zu arbeiten, warf Raphael Mangold (OL) ein – „ich würde aber nie auf die Idee kommen, das von Verkäufern zu erwarten“. Er kenne keinen Nachweis, dass verkaufsoffene Sonntage die Gesamtstatistik des Einzelhandels verbessern. Wenn ihm jemand belegen könnte, dass solche Sonntage für den Handel von existenzieller Bedeutung sind, würde er mit „ja“ stimmen – „ansonsten: nein“. Es gebe auch ein Ruhebedürfnis.

Verkaufsoffene Sonntage seien eine Form der Wirtschaftsförderung, entgegnete Dietmar Osswald (CDU) – „sie werden angenommen, das sieht man ja“. Angehörige vieler anderer Berufsgruppen müssten an Sonntagen ebenfalls arbeiten.

Für Rudolf Pretzel (Freie Wähler) sind Martina Millers Argumente ebenso nachvollziehbar wie die Interessen der Geschäftswelt. Angesichts der Handelskonkurrenz im Umland und im Internet seien verkaufsoffene Sonntage „eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren und zusätzliche Anreize für Besucher und Kunden zu schaffen“.

Am Ende stimmten Simona und Raphael Mangold (beide Offene Liste), Erwin Graf (FW) und Martina Miller gegen den „Treffpunkt“-Antrag.

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