Zum Videodreh in die Stratosphäre

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 Dirk Brockmann-Behnsen, Nikolai Prill, Rolf Stökler,Sarah Peter (DSI-Ingenieurin) & Michael Bischof an der extra fürmitfliegen
Dirk Brockmann-Behnsen, Nikolai Prill, Rolf Stökler,Sarah Peter (DSI-Ingenieurin) & Michael Bischof an der extra fürmitfliegende Lehrer eingerichtete Konsole (v. l. n. r.) (Copyright: DSI).
Schwäbische Zeitung

Das war ein so ehrgeiziges wie spannendes Projekt. Zwei Lehrer sind mit einem Drehbuch ihrer Schüler nach Palmdale in Kalifornien gereist. Ihr Auftrag: ein Video von einem Ausflug in die Stratosphäre drehen, inklusive 360-Grad-Bilder. Vorbereitet hatten dieses Abenteuer für sie die beiden Laupheimer Nikolai Prill vom Vorstand der Volkssternwarte Laupheim und Michael Bischof, der die Produktionsleitung übernahm. Heißt: Auch sie begaben sich am Mittwoch an Bord der SOFIA: eines Flugszeugs, das sich in 12 000 Metern Höhe in ein Observatorium für Infrarot-Licht verwandelt.

Die Lehrer Dirk Brockmann-Behnsen aus Niedersachsen und Rolf Stökler aus Munderkingen hatten diese ungewöhnliche Reise zuvor mit ihren Schülerinnen und Schülern im Unterricht beratschlagt. Rolf Stökler, ebenfalls im Vorstand der Volkssternwarte Laupheim, erklärte: „Als Physiklehrer erzähle ich meinen Schülern jeden Tag, wie Wissenschaft funktioniert. Daher freue ich mich auf die Chance, das selbst einmal miterleben zu dürfen. Außerdem freue ich mich darauf, SOFIA an deutschen Schulen und in der Öffentlichkeit zu präsentieren." Das ist ein Anliegen der ganzen Mission: Die Filmaufnahmen sollen zu einer spannenden Präsentation für deutsche Planetarien verarbeitet werden,. Das verspricht intertessante Einblicke. Denn SOFIA ist eine umbebaute Boing 747, die im Flug jenseits von 12 000 Metern Höhe ein Tor in der Flanke öffnen kann.

Michael Bischof und Dirk Brockmann-Behnsen konnten vor dem ersten Start am Mittwoch an der für Lehrkräfte vorgesehenen Computer-Konsole Platz nehmen, während Nikolai Prill und Rolf Stökler verfolgten den Start im Cockpit. SOFIA flog in der Nacht weit nach Westen auf den Pazifik hinaus, und beobachtet wurde als eine Gruppe von mehr als 600 jungen Sternen in Serpens South. Dabei sollte untersucht werden, welche Rolle Polarisation und magnetische Felder bei der Sternentstehung in unserer Milchstraße spielen.

Während die Wissenschafts- und Teleskop-Teams bei dem zehnstündigen Flug an ihren Instrumenten arbeiteten, konnten Nikolai Prill und Michael Bischof ihre Filmaufnahmen durchführen. Aus den unterschiedlichsten Perspektiven werden Videos gedreht. Michael Bischof hat sich ein großes Ziel gesetzt: „Mit unseren speziellen 360-Grad-Kameras lassen wir unsere Besucher in die Welt der Astronomen eintauchen und nehmen Sie mit auf einem Forschungsflug in die Stratosphäre.“ Zusätzlich führten sie Interviews mit der Teleskop-Ingenieurin Sarah Peter und dem Flugplaner Randy Grashuis. Nikolai Prill verbindet damit große Hoffnungen: „Ich hoffe, dass wir unsere Eindrücke in der Planetariumsshow so rüberbringen können, dass wir für die Astronomie begeistern.“

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