Workshop „Fidelio“: Der verliebte Blick muss sitzen

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Chiara Ruf

Freudig und ein wenig nervös haben die Grundschüler der Ivo-Schaible-Schule Baustetten den Workshop „Fidelio“ erwartet. Dieser hat in der vergangenen Woche in Zusammenarbeit mit Sängern der Kinderoper Papageno aus Wien stattgefunden.

Seit über 20 Jahren gastiert die Kinderoper Papageno mit kindgerechten Singspielen und Opernworkshops im ganzen deutschsprachigen Raum. Das Ziel: den jungen Menschen die Oper nahebringen und ihnen die Möglichkeit geben, Erfahrungen in der klassischen Musik zu sammeln. Die Ivo-Schaible-Schule hatte bereits einen ähnlichen Workshop veranstaltet, bei dem die Oper „Die Zauberflöte“ behandelt wurde. Aufgrund des großen Erfolgs organisierte Musiklehrerin Silke Strub in diesem Jahr einen weiteren Workshop.

Die drei Opernsänger Johanna Sophia Baader, Heinrich Schopf und Christian Edler, die extra für diesen Workshop aus Wien angereist waren, verstanden es hervorragend, die Kinder für die Oper zu begeistern. Zunächst wollten sie wissen, was denn alles für eine Oper benötigt werde. Mit großem Eifer zählten die Mädchen und Jungen alle wichtigen Instrumente des klassischen Orchesters auf – Streicher, Blechblasinstrumente, Holzblasinstrumente und Schlagwerk. Nicht fehlen dürfen auch die Sänger, die in den verschiedenen Stimmlagen singen wie Sopran, Alt, Tenor und Bass. Und nicht zuletzt sind Kostüme, Requisiten sowie Kulisse und Bühnenbild erforderlich, stellten die Kinder fest.

Dann ging’s an die Arbeit: Die Schülerinnen und Schüler führten mehrere Szenen auf, die sie im Voraus geprobt hatten. Dabei erklärten die Opernsänger den Kindern die Handlung der Oper „Fidelio“: Bösewicht Don Pizarro, Gouverneur des Staatsgefängnisses, steckt den Helden Florestan in den Kerker, da er dessen Straftaten aufgeschrieben hatte. Leonore, seine besorgte Ehefrau, beschließt nach dem mysteriösen Verschwinden ihres Mannes, ihn zu suchen. „Frauen durften früher nicht überall hin“, erklärte Opernsänger Heinrich Schopf – deshalb verkleidet sich Leonore als Mann, gibt sich den Namen Fidelio, um die Suche zu erleichtern; daher kommt auch der Name der Oper.

Um mehr über den Aufenthaltsort ihres Mannes zu erfahren, verlobt sich Fidelio zum Schein mit Marzelline, der Tochter des Kerkermeisters Rocco. Don Pizarro möchte Florestan innerhalb einer Stunde töten lassen. Gerade noch rechtzeitig schafft es Fidelio, ihren geliebten Gatten zu retten, als der Minister eintrifft. Dieser erkennt seinen Freund Florestan, der zu Unrecht beschuldigt wurde, und begnadigt ihn. Don Pizarro, Gouverneur des Staatsgefängnisses, bekommt daraufhin seine gerechte Strafe.

Die drei Opernsänger verstanden es hervorragend, den Kindern mit Humor und einer lockeren Art die Kunstform der Oper nahezubringen. Sie gaben ihnen praktische Tipps für die Inszenierung: Heinrich Schopf zeigte beispielsweise, wie man auf der Bühne verliebt schaut. Nachdem die Mädchen und Jungen eine Szene gespielt hatten, stellten sich die Opernsänger hinter sie und zeigten, wie es in einer echten Oper musikalisch aussehen würde. Am Ende der Veranstaltung konnten Johanna Sophia Baader, Heinrich Schopf und Christian Edler in zahlreiche strahlende Kinderaugen sehen.

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