Wo Bälle und Tücher durch die Luft wirbeln

Lesedauer: 4 Min
Patricia Geiger

Unter dem Titel „Hals über Kopf“ hat Karl-Heinz Helmschrot internationale Artisten präsentiert, die ein buntes Programm aus Akrobatik, Jonglage, Komik und mehr auf die Bühne des Laupheimer Kulturhauses brachten.

Durch den Abend führte „Schwarz-Clown“ Matthias Romir, der das Publikum auf Betriebstemperatur brachte, auf Rollschuhen über die Kulturhaus-Bühne glitt und dabei jonglierte. Die erste Reihe war vor ihm natürlich nicht sicher, wobei er einen besonderen Narren an einer Zuschauerin gefressen hatte – und sich mächtig ins Zeug legte, um ihr zu gefallen. Der Anbandel-Versuch in Form von Luftballons ging allerdings schief: Das mit Helium gefüllte Geschenk landete unter der Decke des Kulturhauses.

In luftigen Höhen agierte Liz Williams, die sich an einem Seil um die eigene Achse drehte, und von ihrem Partner Howard Katz herumgeschwungen wurde. Das Seil lief über eine flaschenzugartige Konstruktion, die es dem Duo aus New York erlaubte, sich im Gleichgewicht zu halten oder sich gegenseitig nach oben zu ziehen. Katz sang dabei live – unter anderem Klassiker wie „Something Stupid“ und „Fly Me to the Moon“ im Stil des großen Frank Sinatra. Dabei schwebte Williams kopfüber über der Bühne oder ließ sich ruckartig fallen; manchmal hing er nur wenige Zentimeter über dem Boden.

Präzision im Takt

Der Franzose Guillaume Karpowicz zeigte millimetergenaue Präzisionsarbeit und Taktgefühl, während er zunächst eins und später drei Diabolos über einen dünnen Faden laufen und springen ließ. Dabei warf er die konisch-geformten Sportgeräte vor sich, hinter sich, mal nur einige Zentimeter hoch im Takt der Musik und dann wieder so hoch, dass man schon befürchtete, die Diabolos würden gegen das Gebälk des Kulturhauses prallen. Zu einer Kollision kam es aber natürlich nie.

Nicht weniger beeindruckend war die Jonglage von Selyna Bogino, die zunächst als Antipodistin kopfüber auf einem Stuhl lag und mit Händen und Füßen eine Rolle, Bälle und Tücher durch die Luft wirbelte. Später beeindruckte die Italienerin mit einer schwindelerregenden Hula-Hoop-Darbietung, bei der die zahlreichen Reifen teilweise alle in unterschiedliche Richtungen drehten.

Jonglage mit LED-Keulen

Mehr Jonglage boten die Canaval-twins, die in Laupheim klassisch mit Keulen arbeiteten und ihre Jonglage teilweise mit zeitgenössischem Tanz verbanden. Ein optisches Highlight war die Licht-Jonglage-Performance, bei der LED-beleuchtete Keulen über die ansonsten dunkle Bühne flogen und synchron zur Musik ihre Farbe änderten. Dabei begnügten sich die Canavaltwins, die auch schon bei den Jonglierweltmeisterschaften Preise einheimsen konnten, sich nicht nur mit bis zu zehn beleuchteten Keulen, sondern verbanden die Nummer noch mit einigen kleineren akrobatischen Einlagen.

Musikalisch untermalt wurde der beeindruckende Varietéabend von Rolf Hammermüller am Flügel, wobei Howard Katz auch zur Gitarre griff und die Canavaltwins ihn mit Cello und Schlagzeug engagiert unterstützten.

Meist gelesen in der Umgebung

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen