Weniger Schreibtisch, mehr Musik

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Engagierter Musiker und Chorleiter: Gregor Simon. (Foto: Diana Hofmann)
Diana Hofmann

Genau zehn Jahre lang war Gregor Simon hauptamtlicher Kirchenmusiker der katholischen Kirchengemeinde Sankt Petrus und Paulus. „Auf den 31. Dezember, den letzten Diensttag gerechnet, ergibt sich sogar die schöne Zahl von elf mal elf Monaten“, präzisiert er und demonstriert nebenbei seinen Sinn für Humor, der sich auch schon mal als musikalische Idee in seinen Orgelimprovisationen Bahn bricht. Ein Handy klingelt im Gottesdienst? Simon reagiert und nimmt die Melodie des Klingeltons in sein meditatives Orgelspiel während der Kommunion auf.

Nun wechselt er nach insgesamt 15 Jahren hauptamtlicher Kantortätigkeit in die Freiberuflichkeit. Dazu bewogen hat ihn „der Wunsch nach weniger Schreibtisch und mehr Musik“. Gekoppelt ist die Laupheimer Stelle mit der des Dekanatskantors in der Region Ochsenhausen-Illertal. Eine hauptamtliche Tätigkeit als Kirchenmusiker bringe eine enorme Fülle an Organisation mit sich, die die eigentliche Arbeit, Chorproben und liturgisches Orgelspiel, bei Weitem überwiege, erklärt er seine Beweggründe. „Dazu kommt: Das eigentliche Üben am Instrument bleibt oft wochenlang auf der Strecke.“ Außerdem möchte Simon andere Schwerpunkte setzen: mehr Orgel und mehr Komponieren, auf Chorarbeit verzichtet er vorerst. Dafür wird er weiterhin Schüler unterrichten, regelmäßig bei Beerdigungen in Ulm spielen und vermehrt Konzerte geben.

Besonders freut er sich darauf, als Custos auf Honorarbasis die neu restaurierte Holzhey-Orgel im Obermarchtaler Münster zu betreuen. „Das Instrument ist Eigentum der Diözese und ich habe gerne zugesagt, Führungen, Konzerte und Kurse in Obermarchtal zu organisieren.“ Dort wird er auch einen Teil der Sonntagsgottesdienste spielen.

Seinen Wohnsitz wird Simon in Laupheim behalten und auch ab und zu Gottesdienste in den vertrauten Kirchen spielen – etwas, das ihm, zusammen mit dem gottesdienstlichen Chorgesang, bei seiner Arbeit in Laupheim besonders am Herzen lag. „Es ist etwas Wunderbares, wenn wir mit unserem Musizieren die Feier der Liturgie mittragen und durchdringen können“, findet er. „Als Gebet verbindet die Kirchenmusik uns Menschen untereinander und mit Gott.“ Dankbar ist er auch für die große Einsatzbereitschaft vieler Menschen für die Kirchenmusik und für die wertvollen Bekanntschaften und Freundschaften, die entstanden sind.

Befragt nach Höhepunkten im vergangenen Jahrzehnt, nennt er die Singspiele mit dem Kinderchor, die oratorischen Konzerte mit Kirchenchor, Vokalensemble und Kammerorchester und die Orgelkonzertreihe „Tutti“.

Am 19. Januar wird Gregor Simon bei der katholischen Kirchengemeinde verabschiedet und seine Nachfolgerin Naho Kobayashi in ihr Amt eingeführt.

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