„Was für ein herrlicher Konzertabend“

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Schwäbische Zeitung
Angelika Gretzinger

„Hava Nagila (Lasst uns glücklich sein)“ lautete das Motto des diesjährigen Benefizkonzertes des Heeresmusikkorps Ulm am Mittwochabend im vollbesetzten Kulturhaus Laupheim. Der Abend stand ganz im Zeichen jüdischer Komponisten und jüdischer Musik. Der Spendenerlös geht auch in diesem Jahr wieder zur Hälfte an die Jugend- und Sozialarbeit der Stadt Laupheim sowie an das Bundeswehrsozialwerk.

„Was für ein herrlicher Konzertabend, was für tolle Musik!“ Mit diesen Worten brachte Laupheims Oberbürgermeister Gerold Rechle am Ende dieses Abends die Begeisterung auf den Punkt. Zuvor hatte das Heeresmusikkorps Ulm unter der Leitung von Oberstleutnant Matthias Prock die Zuhörer im vollbesetzten Kulturhaus begeistert. „Musik kann viel, sie kann entspannen, sie kann Emotionen hervorrufen, sie kann in der Trauer helfen oder einen große Feste feiern lassen.“ Mit diesen Worten eröffnete Oberstleutnant Christian Mayer, Kommodore des Hubschraubergeschwaders 64 das Programm. An diesem Abend sollte die Musik die Zuhörer glücklich machen – „Hava Nagila“.

Donnernde Paukenschläge

Mit der „Fanfare for the common man“ eröffnete das Heeresmusikkorps den Abend fulminant. Donnernde Paukenschläge, abgelöst von klaren Trompetenklängen sorgten bereits beim ersten Stück des Abends für viel Applaus. Mit der Ouvertüre für Harmoniemusik op. 24 von Felix Mendelssohn Bartholdy entführte das Orchester seine Zuhörer an einen warmen Sommerabend des 19. Jahrhunderts. Schöne Hornklänge und leidenschaftliches Spiel sorgten auch hier wieder für langanhaltenden Applaus und so manch anerkennendes Kopfnicken im Publikum. Es folgten vier Tänze aus der „West Side Story“ und fünf „Yiddish dances“. Bereits jetzt vollkommen zufrieden sollten die Zuschauer aber erst im zweiten Teil des Abends die wahre Spielfreude und Perfektion des Orchesters kennenlernen.

„Bei mir bistu shein“, ein grandioser Auftritt des Solisten Stabsfeldwebel Frank Gutewort riss die Zuhörer gleich nach der Pause mit. Dank einer charmanten Performance mit viel Humor und toll gesungen hatte dieser die Zuhörer sofort auf seiner Seite. Die Herzen der Damen natürlich erst recht. Mit einem warmen Klang in den tiefen Tönen und prägnant bis in die höchsten Lagen überzeugte auch sein Klarinettenspiel. Gekonnt animierte er die Zuhörer des Kulturhauses. „Großartig“, vernahm man aus den Zuschauerreihen und auch Oberstleutnant Matthias Prock gab zu, dass er sich jedes Mal aufs Neue auf den Auftritt von Frank Gutewort freue. Schwungvoll ging es weiter mit dem sogenannten „Sportpalastwalzer“, bekannt durch die berühmten „Pfiffe“.

Stehende Ovationen

Nacht „A chorus line“ von Marvin Hamlisch beendete ein klassischer Militärmarsch das Programm. Mit langem Applaus und stehenden Ovationen feierte das Publikum das Heeresmusikkorps Ulm. Das Motto „Hava Nagila – Lass uns glücklich sein“, war vor allem im zweiten Teil des Abends mehr als erfüllt worden.

Bereits seit 1995 gibt es die Benefizkonzerte des Heeresmusikkorps Ulm in Laupheim. „Ein Frühlingsbeginn ohne dieses Konzert ist nicht mehr vorstellbar“, beschrieb es Gerold Rechle. Regelmäßig sei die Nachfrage nach Karten groß. Sein Wunsch sei, dass auch die Adventskonzerte wieder stattfinden würden. Diese waren vor zwei Jahren eingestellt worden. Für seinen Wunsch erhielt Rechle viel Applaus vom Publikum. Nach diesem grandiosen Konzertabend dürfte die große Nachfrage nach Karten auch im nächsten Jahr wieder gesichert sein.

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