Waldbaden geht auch im Schlosspark

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 Die Teilnehmer des Entspannungskurses üben sich in Achtsamkeit und genießen dabei die Natur.
Die Teilnehmer des Entspannungskurses üben sich in Achtsamkeit und genießen dabei die Natur. (Foto: Angelika Gretzinger)
Angelika Gretzinger

„Die Natur genießen“, lautete die Botschaft des Schnupperkurses „Entspannungsmix im Freien“ der AOK in Kooperation mit der Schwäbischen Zeitung. Unter der Leitung von Nicole Braun ging es am Mittwochnachmittag für eine Stunde in die freie Natur des Laupheimer Schlossparks.

In Japan zur Zeit bekannt und beliebt ist das „Shirin-Yoku“ (Waldbaden). Dabei müsse es nicht unbedingt der Wald sein, sondern zwanzig Minuten pro Woche in der freien Natur würden schon ausreichen, um den Cortisolspiegel des Körpers deutlich zu senken, gab Braun neueste wissenschaftliche Erkenntnisse wieder. „Das sollten wir alle schaffen können“, war ihre Meinung und das Ziel des Kurses.

Trotz leichten Nieselregens ging es daher hinaus in die Natur. Die blühenden Kirschbäume des Ringelhauser Parks waren die erste Station der Reise in eine ganz neue und bisher oft verborgen gebliebene Welt. Bewusst einmal eine Weile ruhig dastehen und mit geschlossenen Augen auf die Umgebung lauschen, lautete die erste Übung. „Man hört dabei Dinge, die einem im Alltag sonst gar nicht auffallen“, erklärte Braun. Man werde achtsamer.

Das Summen der Hummeln

Tatsächlich vernahm manche Teilnehmerin bereits das Summen von Hummeln. Auch abseits der eigentlichen Aufgaben lautete das Motto, stets achtsam und bewusst durch die Natur zu gehen. Das Handy und das Schwätzchen mit der Freundin hatten dabei nichts zu suchen. „Sind Euch schon einmal die Schilder an jedem Baum im Schlosspark aufgefallen?“, fragte die Kursleiterin in die Runde und tatsächlich: Niemand hatte zuvor die kleinen Zahlen an jedem Baum wahrgenommen. Doch wenn man plötzlich aufmerksam durch die Natur geht, fallen einem viele kleine Dinge auf - zum Beispiel die ungewöhnlich braune Farbe einer Taube am Wegesrand oder das kleine Blümchen, welches aus den Stufen zum Rosengarten herauswächst. Dabei solle man nicht hastig gehen, sondern unter bewusster Atmung die Natur erleben, ermahnte Braun. Wer sich entspannen möchte, der könne einfach vier Schritte lang einatmen und mindestens vier Schritte lang wieder ausatmen. „Ganz bewusst einmal langsam laufen, das muss man auch erst einmal aushalten können“, gab sie zu bedenken.

Zum Abschluss des Kurses wurden mit dem „Tanz der Wirbelsäule“ Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule mobilisiert. Wie gut ein Spaziergang im Freien mit bewussten Atem-, Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen dem Körper und Geist tut, war deutlich zu spüren. „Ganz toll, tolle Übungen für unterwegs und zu Hause. Das Beste daran ist, dass man keine Trainingsgeräte braucht. Meine Erwartungen sind mehr als erfüllt worden“, zeigte sich Kursteilnehmerin Barbara Eltus am Ende der Stunde begeistert.

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