VR Bank Stiftung spendet Geld für jede Blutspende

Blutspenden werden derzeit besonders dringend benötigt.
Blutspenden werden derzeit besonders dringend benötigt. (Foto: Bernd Wüstneck/dpa)
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Täglich 15 000 Blutkonserven werden in Deutschland benötigt, um Verletzte und Kranke zu versorgen. Immer wieder werden die Reserven knapp. Die VR Bank Stiftung der Volksbank Raiffeisenbank Laupheim-Illertal nimmt das zum Anlass, die Bevölkerung im Rahmen einer Aktion zum Blutspenden aufzurufen. Wer mitmacht, tut zweifach Gutes: Er hilft Menschen, die auf Transfusionen angewiesen sind; überdies belohnt die Stiftung jede Blutspende mit 20 Euro für eines von vier ausgewählten sozialen Hilfsangeboten (siehe unten). Die Spender erhalten ein Lunchpaket und dürfen festlegen, welche der vier Einrichtungen „ihre“ Prämie erhält.

Fünf Blutspendetermine unterstützt die Stiftung, in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Biberach, bei der Aktion „Schenke dein Blut. Wir spenden Geld“. Die Kapazitäten der Entnahmeteams werden dafür extra aufgestockt. Der erste Termin am 4. Juni in Erolzheim war ausgebucht, berichtet Marion Fakler, stellvertretende Vorsitzende der Stiftung: 249 Menschen haben gespendet.

An zwei Tagen im Kulturhaus bereit

Diese Woche – am Mittwoch, 16. Juni, und am Donnerstag, 17. Juni – stehen die Entnahmeteams des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen jeweils von 14.30 bis 19.30 Uhr im Laupheimer Kulturhaus bereit. Bis zu 230 Blutkonserven können an jedem der beiden Tage gewonnen werden – das heißt, insgesamt können bis zu 460 Menschen zur Ader gelassen werden, deutlich mehr als im DRK-Heim, wo üblicherweise gespendet wird. Mehr Platz und mehr Personal machen es möglich, unter Wahrung der coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln.

Zu einem zügigen Ablauf ohne Wartezeiten trägt bei, dass sich Spendenwillige vorab online anmelden und einen persönlichen Termin reservieren müssen – unter vr-li.de/stiftung. „Die Zeitfenster am 16. Juni sind schon recht gut belegt, es sind aber noch Plätze frei“, teilte Marion Fakler mit. Für den 17. Juni standen am Freitag noch etliche Termine zur Auswahl. Fakler würde sich über eine Vollbelegung freuen: „Es wäre schön, wenn die Stiftung das zugesagte Spendengeld in maximaler Höhe ausgeben könnte.“

Wer spenden will, muss keinen negativen Corona-Test vorweisen. „Wir gehen davon aus, dass gesunde Menschen ohne auffällige Symptome kommen“, sagt Alfred Kneer, Mitarbeiter des Blutspendedienstes. Wer Erkältungssymptome aufweist, Kontakt zu einem Coronavirus-Verdachtsfall hatte oder sich in den letzten zwei Wochen im Ausland aufgehalten hat, muss 14 Tage verstreichen lassen, bevor er spenden darf. Maske tragen ist Pflicht.

Nach einer Impfung mit den in Deutschland zugelassenen SARS-CoV-2-Impfstoffen ist keine Pause nötig. „Wenn man sich wohlfühlt, kann man einen Tag nach der Impfung Blut spenden“, erklärt Kneer.

Von einer Corona-Erkrankung Genesene dürfen vier Wochen nach dem negativen PCR-Test wieder spenden.

Der Vorrat an Blutkonserven ist knapp

Wie dringlich ein steter Nachschub an Blutkonserven ist, verdeutlicht Alfred Kneer: Der Blutspendedienst Baden-Wüettemberg/Hessen lagert für gewöhnlich 10 000 Konserven, sie reichen für drei bis fünf Tage. „Wir haben jedoch seit etwa zehn Tagen einen Versorgungsengpass.“ Die Folge: Vorige Woche ist der Vorrat auf nur noch 1,8 Tagesrationen abgesackt.

Die vier Hilfsangebote, die im Rahmen der Aktion gefördert werden sollen, im Kurzporträt:

„Indie“ spielt Mensch-ärgere-dich-nicht

Wenn Menschen Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, spielt „Indie“ gerne mit. Ist die vierjährige Golden Retriever-Hündin an der Reihe, schleudert sie einen Schaumstoffwürfel in die Luft; ist er ausgekullert, setzt Frauchen Carmen Rommel die angezeigte Zahl. „Das kommt bei Kindern und alten Leuten mega an“, weiß Manfred Rommel, der Ehemann. Er ist Ausbildungsleiter des DRK-Kreisverbands Biberach und hat gemeinsam mit der Sozialleiterin Conny Weber ein ehrenamtliches Therapiehundeteam initiiert.

Seit Oktober 2020 gibt es die Gruppe; sie verfügt aktuell über drei ausgebildete Hunde, weitere werden geschult. Bei der Auswahl wird auf Sozialverträglichkeit geachtet. „Wegen des Lockdowns sind wir bisher noch kaum zum Einsatz gekommen“, sagt Rommel. Jetzt brenne man darauf, richtig loszulegen.

Die Hunde sollen zum Beispiel in Pflegeheimen, bei Menschen mit Behinderung und in Kin- dergärten ihre Wirkung entfalten. Es gelingt ihnen, das Lebensgefühl von Menschen positiv zu beeinflussen, Ängste und das Gefühl von Einsamkeit abzubauen, Emotionen zu wecken, Sozialkontakte zu ermöglichen, Sinnes- und Bewegungsanreize zu schaffen. „Sie sind in vielen Lebenslagen gut fürs Seelenheil“, weiß Rommel.

Hilfe für Familien an den Grenzen der Belastbarkeit

Begleiten und entlasten möchte der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Caritas Biberach-Saulgau Kinder, Jugendliche und Eltern, in deren Familie jemand schwerst- oder sterbenskrank ist. Die ehrenamtlichen, speziell ausgebildeten Helferinnen und Helfer unterstützen Familien dabei, in einer solchen Situation die vielfältigen Belastungen des täglichen Lebens zu bewältigen, kostenfrei und unabhängig von Konfession oder Staatszugehörigkeit. Sie bringen Zeit mit, haben ein offenes Ohr, kümmern sich um Geschwisterkinder.

Wobei sie inzwischen in der Mehrzahl der Fälle gerufen werden, weil in jungen Familien ein Elternteil dem Tod nahe oder gestorben ist, wie die Koordinatorin Annette Brade berichtet. Dann gehe es auch darum, für die Hinterbliebenen im gesetzlichen Rahmen ergänzende Hilfen zu organisieren, zum Teil in zähen Verhandlungen mit Ämtern und Kassen. „Für die betroffenen Familien ist es etwas Furchtbares, in ihrer Situation so etwas durchfechten zu müssen“, weiß Brade. „Da springen wir dann bei Bedarf mit Spenden ein.“

14 Köpfe zählt das Helferteam aktuell, vor der Pandemie waren es 22. Im Oktober beginnt ein neuer Ausbildungsgang. „Wir suchen noch Teilnehmer“, sagt Brade.

Unheilbar Kranken einen Herzenswunsch erfüllen

Ein letzter Ausflug an einen Lieblingsort, ein letzter Stadionbe- such, wenn der Herzensclub spielt, ein letztes Treffen mit Freunden – ein Team des DRK-Kreisverbands Biberach möchte unheilbar kranken Menschen jeden Alters noch einen ganz persönlichen Glücksmoment bescheren.

Angehörigen gelingt dies oft nicht mehr; allein der Transport stellt für sie in vielen Fällen eine unüberwindbare Hürde dar. Doch der DRK-Kreisverband verfügt über einen speziell für solche Zwecke ausgestatteten Krankentransportwagen. Das Begleitteam wird nach den medizinischen Anforderungen des Patienten zu- sammengestellt.

Finanziert werden die „Glücksmomente“ ausschließlich über Spenden und Sponsoren. Damit werden außer den Wünschen und den Betriebskosten des Fahrzeugs auch Schulungen und Weiterbildungen der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer finanziert, die von Ärzten und erfahrenen Kräften der ambulanten palliativen Versorgung angeleitet werden und sich um das Wohl der Fahrgäste kümmern. Für die, die einen Wunsch erfüllt bekommen, ist der Ausflug kostenlos. So konnten sich vor Kurzem zwei Freundinnen nach Jahren wiedersehen und ein Mann ein letztes Mal mit seiner Familie nach Südtirol reisen.

Im Alter fit und selbstständig bleiben

„Grips – Mach mit, bleib fit“ heißt ein Pilotprojekt der Diakonie-Bezirksstelle Biberach und des DRK-Kreisverbands für Seniorinnen und Senioren, die aktiv bleiben, ihre geistige und körperliche Leistungsfähigkeit trainieren und ihre Selbstständigkeit im Alter bewahren möchten. In regelmäßigen Gruppenstunden soll Alterserscheinungen mit gezielten Übungen vorgebeugt werden. Ein spezielles Programm soll dafür Sorge tragen.

Dem Aufwärmen mit leichten Bewegungsübungen folgen Übungen zum Erhalt der Merkfähigkeit, ein Konzentrations- und Gedächtnistraining, kleine Spiele, welche die Geschicklichkeit steigern sollen, Übungen zum Gleichgewicht und für einen sicheren Stand und zum Abschluss – die Entspannung.

Die von geschulten ehrenamtlichen Kräften geleiteten Gruppenstunden sollen außerdem dem Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander dienen, zu gemeinsamen Aktivi-täten motivieren und für Freude und Abwechslung sorgen.

In Kirchdorf an der Iller wurde 2019 eine erste Grips-Gruppe gebildet. Jetzt sollen weitere Gruppen im Illertal und im Südosten des Landkreises Biberach entstehen.

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