Von trauriger Aktualität

Lesedauer: 4 Min
Wehret dem Antisemitismus: Mehrere hundert Menschen haben sich diese Woche am „Kippa-Tag“ auf dem Römerberg in Frankfurt beteili
Wehret dem Antisemitismus: Mehrere hundert Menschen haben sich diese Woche am „Kippa-Tag“ auf dem Römerberg in Frankfurt beteiligt. Auch die „19. Laupheimer Gespräche“ am 14. Juni greifen das Thema Antisemitismus in der Gegenwart auf. (Foto: Boris Roessler/dpa)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Die „Laupheimer Gespräche“ dauern von 10 bis etwa 18 Uhr. Die Abendveranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter der Mail-Adresse veranstaltungen@hdgbw.de wird gebeten. Das vollständige Programm auf www.hdgbw.de unter den Stichworten „Veranstaltungen“ und „Vorschau“.

Einklappen  Ausklappen 

Aktueller denn je dürften dieses Jahr die „Laupheimer Gespräche“ sein. Die wissenschaftliche Tagung am Donnerstag, 14. Juni, im Kulturhaus beschäftigt sich nicht nur mit Antisemitismus in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart.

In den Vorträgen und Diskussionen soll nicht nur die Bedeutung des Themas im 19. und 20. Jahrhundert beleuchtet werden; es geht ebenso darum, wie gegenwärtig es in Deutschland, Europa und den USA ist. „Da haben Dinge plötzlich wieder eine Aktualität bekommen, die den Historiker erschreckt; eine Wucht, die einen schaudern lässt. Man muss sich dem stellen“, sagt Thomas Schnabel, Leiter des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg (HdG), das die Tagungsreihe gemeinsam mit der Stadt Laupheim veranstaltet.

Ein Schlaglicht auf diese Entwicklung wirft die stark gestiegene Zahl antisemitisch motivierter Straftaten in jüngerer Vergangenheit. Schnabel fällt dazu ein Satz ein, den die jüdische Publizistin Hannah Arendt, von den Nationalsozialisten in die Emigration getrieben, in einem 1941 in New York veröffentlichten Artikel schrieb: „Vor Antisemitismus aber ist man nur auf dem Monde sicher“.

Die „19. Laupheimer Gespräche“ beginnen um 10 Uhr mit Grußworten von OB Gerold Rechle und Martin Bücher, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach. Die stellvertretende HdG-Leiterin Paula Lutum-Lenger führt in das Thema ein. Erster Referent ist der Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly, der mit zahlreichen Studien zur Geschichte des Holocaust hervorgetreten ist. Sein 2017 veröffentlichtes Buch „Europa gegen die Juden, 1880–1945“ schildert den modernen Antisemitismus als grenzüberschreitendes Phänomen, gespeist durch Nationalismus, Krisen und Sozialneid, das sich die deutschen Besatzer bei ihrer Politik der Deportationen und des Völkermords zunutze machen konnten.

Alter Hass in neuer Form

Weitere Vorträge behandeln die lange Tradition des Judenhasses sowie neue Formen eines sich seit Jahren auch verbal radikalisierenden Antisemitismus, unter anderem in den sozialen Medien. Michael Koch, Pädagogischer Leiter des Museums zur Geschichte von Christen und Juden, behandelt Zeugnisse des Antisemitismus in Laupheim. Monika Schwarz-Friesel von der Technischen Universität Berlin spricht über „Antisemitismus 2.0 – alter Hass in neuer Form“. Der Bielefelder Soziologe und Politologe Marc Grimm beschäftigt sich mit dem Thema „AfD und Antisemitismus“.

Am Abend diskutieren der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi und Tobias Ginsburg, Dramaturg und Verfasser des Buches „Unter Reichsbürgern“, über „Antisemitismus in Deutschland heute“.

Die „Laupheimer Gespräche“ dauern von 10 bis etwa 18 Uhr. Die Abendveranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter der Mail-Adresse veranstaltungen@hdgbw.de wird gebeten. Das vollständige Programm auf www.hdgbw.de unter den Stichworten „Veranstaltungen“ und „Vorschau“.

Einklappen  Ausklappen 
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen