„Voice 4 U“ begeistern mit Liebesliedern

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„Voice 4 U“ begeistern mit Liebesliedern
„Voice 4 U“ begeistern mit Liebesliedern
Diana Hofmann

Wohin würde ein Konzert von Voice4U besser passen als in die Vorweihnachtszeit? Das Konzept der Band um Regine Sauter und ihren neuen Bühnenpartner Rico Klemm hat auch dieses Jahr im Kulturhaus seine Wirkung nicht verfehlt: Die Bühne von unzähligen Kerzen beleuchtet, umrahmt von rotem Samt, dazu Lieder, die hauptsächlich von der Liebe handeln, dem Gefühl, das auch die Weihnachtszeit bestimmt oder es zumindest sollte – das Publikum im ausverkauften Saal war hingerissen.

Regine und Rico sangen mal solo, mal im Duett, immer dezent untermalt von ihrer Begleitband, deren Klang wie aus einem Guss wirkte. Die Sängerin bestach vor allem mit Musical-Hits aus „Elisabeth“ und „Phantom der Oper“. Neben Intensität und Spannung zeigte ihre wunderbare Stimme Substanz bis in die höchsten Lagen, den Popballaden wie „Endless Love“ verlieh sie gefühlvolle Wärme.

Klemm zeigt sich wandlungsfähig

In seinem ersten Solo-Auftritt, „Who wants to live forever“, legte Rico in bester Operntenor-Manier eindrucksvoll seine ganze Stimmgewalt – und die ist nicht gerade klein. Wie wandlungsfähig der Sänger ist, bewies er an diesem Abend einige Male: Ganz schlicht interpretierte er „Sie sieht mich einfach nicht“ von Xavier Naidoo, seine Startenor-Qualitäten waren noch einmal im Duett mit Regine bei „The Prayer“ (im Original von Celine Dion und Andrea Bocelli) zu hören, und rockig-swingend wurde es bei „Just a Gigolo“. Perfekt inszenierte Romantik versprühten die beiden bei ihren zahlreichen Duetten. Bereits in „Everything I do“ war die Harmonie spürbar, absoluter Gleichklang gelang ihnen mit „I wanna know what love is“ – nicht zufällig lautet der Titel ihrer neuen CD „Harmonia“.

Zwischendurch gab’s humorvolle Einlagen: Während „Time of my life“ aus „Dirty Dancing“ unterhielten sie sich singend über die Machbarkeit von Hebefiguren, aber leider: „Die Bandscheibe macht nicht mit!“ Bei „Only You“ fiel Rico theatralisch übertreibend auf die Knie, und gegen Ende erheiterte eine kleine Schwäbisch-Lektion für den Berliner Rico respektive Berlinerisch für Regine das Publikum.

Ein Riesenapplaus, bei dem sich das Publikum von den Sitzen erhob, war schließlich beinahe selbstverständlich – wie auch die Zugabe. „Eigentlich wollten wir rausgehen und dann wieder hereinkommen, da können wir auch gleich dableiben“, kokettierte Regine. „You shook me all night long“ von AC/DC bot den Instrumentalisten die Gelegenheit, aus ihrem Begleiter-Dasein herauszutreten und richtig aufzudrehen. Singen können die übrigens auch: Mit einer A-cappella-Version von „Lean on me“ verabschiedeten sich alle sechs von ihrem restlos begeisterten Publikum. (sz)

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