Vierzigtonner kracht ungebremst in Stauende

Lesedauer: 5 Min

Nach dem Unfall waren die beiden Autoinsassen im Fahrzeug eingeklemmt. Die Feuerwehr schnitt Türen und Dach auf, um sie herausz
Nach dem Unfall waren die beiden Autoinsassen im Fahrzeug eingeklemmt. Die Feuerwehr schnitt Türen und Dach auf, um sie herauszuholen. (Foto: Roland Ray)
Redaktionsleiter

Zwei Schwerverletzte hat ein Verkehrsunfall am Freitagnachmittag auf der Bundesstraße 30 zwischen den Anschlussstellen Laupheim-Nord und Donaustetten in Fahrtrichtung Ulm gefordert. Ein Lkw mit Anhänger krachte nach ersten Ermittlungen der Polizei ungebremst in ein Stauende.

Der Stau hatte sich wegen einer Baustelle auf der B 30 gebildet. Gegen 15.30 Uhr fuhr der Fahrer eines polnischen, mit Stahlmatten vollbeladenen Vierzigtonners auf und katapultierte einen vor ihm befindlichen Ford Ka nach links in Richtung Leitplanke. Dabei wurde das Auto so stark beschädigt, dass die Laupheimer Feuerwehr die 22 Jahre alte Fahrerin und ihren 25-jährigen Beifahrer mit hydraulischem Gerät aus dem Wrack herausschneiden musste. „Wir haben sie so schonend wie möglich mithilfe eines Rettungsbretts herausgeholt, um Folgeverletzungen zu vermeiden“, berichtete der Kommandant Andreas Bochtler. Die jungen Leute wurden mit schweren Verletzungen in Kliniken eingeliefert. Der aus Weißrussland stammende Lkw-Fahrer blieb unverletzt.

Den Schaden am Lastwagen schätzt die Polizei auf mindestens 50 000 Euro. Der Ford Ka ist ein Totalschaden.

Nach dem Unfall musste die B 30 in Fahrtrichtung Ulm mehrere Stunden voll gesperrt werden, auch zur Bergung der Fahrzeuge. Am Unfallort waren ein Großaufgebot der Feuerwehr und mehrere Notärzte im Einsatz. Auch ein Rettungshubschrauber wurde vorsorglich angefordert. Andreas Bochtler lobt die Verkehrsteilnehmer, die vor der Unfallstelle im Stau standen: „Sie haben sich vorbildlich verhalten und eine Rettungsgasse gebildet.“

Gegen den Lkw-Fahrer ermitteln Beamte der Verkehrsunfallaufnahme Laupheim wegen fahrlässiger Körperverletzung, teilte das Polizeipräsidium Ulm am Abend mit. Bei dem Mann wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Ravensburg eine Sicherheitsleistung von mehreren tausend Euro erhoben. Warum er das Stauende übersehen hat, dafür gab es am Freitagabend noch keine Erklärung.

Erklärvideo: So funktioniert die Rettungsgasse

Unfallschwerpunkte & aktuelle Verkehrsmeldungen

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen