„Tag der Bundeswehr“ lockt 20000 Besucher an

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Von Schaulustigen umringt: Der Kampfjet „Eurofighter“ war zum „Tag der Bundeswehr“ in Laupheim gelandet.
Von Schaulustigen umringt: Der Kampfjet „Eurofighter“ war zum „Tag der Bundeswehr“ in Laupheim gelandet. (Foto: Bernd Baur)
Schwäbische Zeitung
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20 400 Besucher hat der „Tag der Bundeswehr“ beim Hubschraubergeschwader 64 (HSG) in Laupheim angelockt. Diese Zahl wurde am Sonntag von offizieller Seite genannt.

Auf dem Militärflugplatz waren Hubschrauber und Flugzeuge ausgestellt, Soldaten demonstrierten ihre Fähigkeiten. Karriereberater der Bundeswehr informierten über Berufs- und Aufstiegsmöglichkeiten im militärischen und zivilen Bereich.

Mit Herzblut fliegen

Eine Menschenschlange hat sich am Heck der „Transall“ gebildet. Groß und Klein wollen hinein, wissen, wie es im Bauch des Transportflugzeugs aussieht, und einen Blick ins Cockpit werfen. Zwei Mitglieder der Crew beobachten den Ansturm, Wehmut liegt in ihren Augen. „Das ist ihr letzter großen Auftritt“, sagt Oberleutnant G. und deutet auf die Maschine mit dem Kennzeichen 5096, Baujahr 1972. Einmal noch wird sie abheben, von Laupheim zurück nach Landsberg kehren – dann wird sie ausgeschlachtet und verschrottet. Ein Airbus A 400 M soll sie ersetzen, doch das Beschaffungsprogramm verzögert sich wegen technischer Probleme weiter. Die „Transall“ jedenfalls „fliegen wir mit Herzblut“, versichern der Pilot G. und der Bordtechniker K. Robust sei sie und könne auch auf kurzen Pisten, auf Gras und Schotter landen.

Ein paar Meter weiter auf dem Militärflugplatz zieht am Samstag ein „Eurofighter“ die Blicke auf sich. Am Donnerstag ist der Kampfjet vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg gelandet, mit einer Sondergenehmigung. Die Laup- heimer Runway sei eher kurz bemessen für diesen Vogel, erklärt der Pilot – „aber die Bremsen sind sehr gut, Karbon, wie in der Formel 1“.

Die am „Tag der Bundeswehr“ präsentierten Hubschrauber sind ebenfalls umlagert. Einer ist darunter, der von Dezember 2015 an in voraussichtlich 15 Exemplaren in Laup- heim stationiert wird: der Airbus H 145 M, konzipiert für die Unterstützung des Kommandos Spezialkräfte aus Calw. Der gekapselte Heckrotor mache ihn sehr leise, heißt es.

Plötzlich Motorengeheul. Aus dem Heck einer CH-53 jagen zwei Quads ins Gelände. Kampfretter des HSG 64 demonstrieren, wie sie einen hinter den feindlichen Linien abgeschossenen Piloten bergen. Bereits während des Lufttransports ins Feldlazarett wird der Verletzte verarztet, werden lebenswichtige Funktionen überwacht und erhalten.

Die meisten Besucher parken ihr Auto auf der Start- undLandebahn, der Verkehr in und um Laupheim fließt ohne Störungen. Etwa 20 Bundeswehrkritiker, so wird berichtet, standen mit Plakaten am Zaun.

Wer alles erleben möchte, was die Bundeswehr am Samstag auf dem Militärflugplatz präsentiert, muss Zeit mitbringen und gut zu Fuß sein. Dann kann er auf dem weitläufigen Veranstaltungsgelände gepanzerte Fahrzeuge, die 1000 PS starken Kolosse der Flugplatzfeuerwehr und Ausstellungen besichtigen, Wartungsarbeiten an den Triebwerken und am Hauptrotorkopf einer CH-53 verfolgen; sich in einen 30 Kilogramm schweren Splitterschutzanzug zwängen, der gebraucht wird, um Sprengfallen unschädlich zu machen; am Glücksrad drehen und beim Feldpostamt eine Karte an die Lieben daheim einwerfen (1815 Sendungen wurden gezählt); sich über berufliches Fortkommen bei der Bundeswehr informieren, dem Heeresmusikkorps Ulm lauschen, sich bei einer Rast stärken. Und tun, wozu die Verteidigungsministerin in ihrer live aus Hannover übertragenen Rede ermuntert: „Nutzen Sie die Chance, mit den Soldatinnen und Soldaten zu sprechen“, ruft Ursula von der Leyen die Bevölkerung auf. „Hören Sie ihre Geschichten. Die Menschen sind es, die unsere Bundeswehr ausmachen.“

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