Stundensatz für die Teilortwehren sinkt um einen Euro

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Die Feuerwehren löschen Brände und leisten vielfältig Hilfe, doch nicht immer rücken sie kostenlos aus.
Die Feuerwehren löschen Brände und leisten vielfältig Hilfe, doch nicht immer rücken sie kostenlos aus. (Foto: Archiv: Axel Pries)
Roland Ray

Wer eine kostenpflichtige Hilfeleistung der Laupheimer Teilortwehren in Anspruch nimmt, kommt künftig ein bisschen günstiger weg. Die Stadtverwaltung hat neu kalkuliert und will vom 1. April an 16 Euro für jede Einsatzstunde von Feuerwehrangehörigen berechnen, einen Euro weniger als bisher.

Eine Änderung des Feuerwehrgesetzes hat die Grundlagen für die Kalkulation neu geregelt. Das Laupheimer Rathaus ermittelte daraufhin den Durchschnittswert der Rechnungsergebnisse aus den Jahren 2013 bis 2016. Für jeden der 132 aktiven Feuerwehrangehörigen in Baustetten, Bihlafingen, Unter- und Obersulmetingen wurden, wie jetzt vom Land vorgegeben, 80 Jahresstunden angenommen. Das ergibt unterm Strich einen Personalstundensatz von 16 Euro. Drei Viertel dieses Betrags entfallen auf Entschädigungen für Verdienstausfall und Auslagen.

Tritt die Laupheimer Stützpunktfeuerwehr kostenersatzpflichtig in Aktion, werden dagegen jeweils 18 Euro fällig. Das ist der derzeit gültige Personalstundensatz beim Kreisfeuerlöschverband, einem Zusammenschluss aller Kommunen im Landkreis Biberach, der die sieben Stützpunktwehren ausrüstet.

„An die Bürger weitergeben“

Einstimmig hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss diese Woche dem Laupheimer Gemeinderat empfohlen, für die Teilortwehren 16 Euro festzusetzen. „Das habe ich in all meinen Jahren im Rat noch nicht erlebt, dass ein Beitragssatz gesenkt wird“, staunte der CDU-Fraktionschef Burkhard Volkholz. Er regte an, auf die Reduzierung zu verzichten – „die Bürger freuen sich doch vor allem, wenn ihnen die Feuerwehr hilft“. „Wenn etwas günstiger wird, muss man es an die Bürger weitergeben“, widersprach Peter Hertenberger (Freie Wähler).

Landesweit einheitlich sind inzwischen die Stundensätze für Feuerwehrfahrzeuge. Für die in Baustetten, Bihlafingen, Unter- und Obersulmetingen vorhandenen Löschgruppenfahrzeuge wird eine Pauschale von 120 Euro erhoben, für die Mannschaftstransportwagen sind es 20 Euro. Die Drehleitern der Laupheimer Stützpunktwehr liegen deutlich über 200 Euro je Einsatzstunde.

Grundsätzlich kostenlos sind Feuerwehreinsätze für den Bürger, wenn es brennt (außer der Verursacher hat vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt), bei Gefahr für Leib und Leben von Mensch oder Tier sowie bei einem öffentlichen Notstand (ein solcher wurde zum Beispiel nach den verheerenden Hochwasser-Ereignissen vom Mai und Juni 2016 festgestellt).

Mittlerweile immer kostenpflichtig sind Feuerwehreinsätze nach Verkehrsunfällen mit Kraftfahrzeugen (abgedeckt über die Kfz-Versicherung). Kostenersatz ist unter anderem auch fällig, wenn Brandmeldeanlagen in Firmen und öffentlichen Gebäuden auslösen, ohne dass es brennt (was natürlich zu hoffen ist).

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