Stadt spart vor allem Strom

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Ein Pelletskessel, ein Öl-/Gas-Kombikessel und drei BHKWs laufen in der Heizzentrale im Keller der Friedrich-Adler-Realschule. V
Ein Pelletskessel, ein Öl-/Gas-Kombikessel und drei BHKWs laufen in der Heizzentrale im Keller der Friedrich-Adler-Realschule. Von dort werden die umliegenden Schulen und Sportstätten, das Parkbad, das Rupf-Areal und private Wohnhäuser mit Wärme vers (Foto: Roland Ray)
Roland Ray

In städtischen Gebäuden ist 2016 mehr Wärme und Wasser, jedoch weniger Strom verbraucht worden als im Jahr zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt der im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats vorgestellte Energiebericht.

Ausgewertet wurden die Verbräuche von 39 kommunalen Liegenschaften in der Kernstadt und den Teilorten. Insgesamt sei die Bilanz weiter positiv, erklärte Thomas Mayer, Leiter des Amts für Bautechnik und Umwelt. Er hat die aktuellen Zahlen zu den Werten von 2012 in Bezug gesetzt. Dabei zeigt sich, dass der Stromverbrauch 2016 um acht Prozent unter dem von 2012 lag. Das entspricht einer Ersparnis von fast 148 000 Kilowattstunden. Der Wasserverbrauch erhöhte sich im gleichen Zeitraum um drei Prozent (937 Kubikmeter), was größtenteils dem Parkbad zugeschrieben wird, der Wärmebedarf witterungsbereinigt um ein Prozent (das sind knapp 79 000 Kilowattstunden).

Die Kosten für Wärme haben sich seit 2012 um 17 Prozent erhöht, Wasser kam die Stadt vier Prozent teurer. Die Stromkosten dagegen fielen um 30 Prozent; das ermöglichte es, den Mehraufwand für Wärme und Wasser zu kompensieren. Auf 838 264 Euro summierten sich die Energiekosten 2016 – das sind nur 1366 Euro mehr als 2012, trotz gestiegener Energiepreise, eines höheren Personalstands bei der Stadt und eines deutlich kälteren Winters.

Eine Schlüsselrolle beim Sparen falle den Hausmeistern und Gebäude- verantwortlichen zu, sagt Mayer; sie gelte es weiter zu schulen. Ebenfalls Wirkung zeigten die Installation von Blockheizkraftwerken in mehreren Liegenschaften mit stetiger Wärmeabnahme und Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Der Bihlafinger Kindergarten verbrauchte 2016 mehr als 40 Prozent weniger Wärme als 2012 – zwischenzeitlich wurde das Dach saniert. Die energetische Ertüchtigung der Anna-von-Freyberg-Grundschule schlägt mit minus 30 Prozent zu Buche. In der Friedrich-Adler-Realschule ist der Stromverbrauch trotz steigender Schülerzahl seit 2014 rückläufig – die Umrüstung auf LED-Lampen hat sich bereits amortisiert. Auch die Umwelt profitiert: Der CO2-Ausstoß städtischer Gebäude konnte im Vergleich zu 2012 stabilisiert und gegenüber 2015 gesenkt werden. Der Ausstoß an Schwefeldioxid sank binnen vier Jahren um 19, jener an Stickstoffoxiden um drei Prozent.

Der Energiebericht soll auch dabei helfen, Schwachstellen zu erkennen und anzugehen. Beim Hallenbad, auch 2016 in allen Belangen der größte städtische Energieverbraucher, wird ein deutlicher Spareffekt erwartet, sobald die veraltete Lüftungsanlage ersetzt und die Fassade saniert ist. Auch in den Schulen in Baustetten und Obersulmetingen, die Lehrschwimmbecken haben, empfehle es sich, die Anlagentechnik zu überprüfen und wenn nötig auf den neusten Stand zu bringen, sagt der Bericht. Ein Großteil der Kindergärten liegt außerhalb des Zielkorridors – Mayer rät, die Mitarbeiter zu schulen, um das Nutzerverhalten besonders beim Heizen zu sensibilisieren. „Trotz der wirklich guten Ergebnisse dürfen wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen“, appellierte er an die Räte. Insgesamt besitzt die Stadt Laup-heim etwa 120 Gebäude. Bis Ende 2018 wird die Rezertifizierung beim European Energy Award angestrebt.

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