Spenden bewirken Gutes auf drei Kontinenten

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Roman Engelhart, Betriebsleiter der Sammelzentrale in Laupheim, zeigt Schwester Beate die für Namibia gesammelten Hilfsgüter.
Roman Engelhart, Betriebsleiter der Sammelzentrale in Laupheim, zeigt Schwester Beate die für Namibia gesammelten Hilfsgüter. (Foto: Axel Pries)
Schwäbische Zeitung

15 000 Euro sind aus der SZ-Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude 2018“ in das Verbreitungsgebiet der Schwäbischen Zeitung Laupheim geflossen. Fünf Einrichtungen oder Projekte wurden in ihrer Arbeit mit jeweils 3000 Euro unterstützt. Ein Rückblick:

Damit der Hilfscontainer reisen kann

Die Sammelzentrale der Aktion Hoffnung in Laupheim sammelt und schickt Hilfsgüter für Bedürftige in arme Ländern. Meterhoch türmen sich Container und Paletten. „Das wollen wir alles noch auf die Reise schicken“, erklärt der Betriebsleiter Roman Engelhart. Bei einigen Paletten mit Kleidung, Mobiliar und Fahrrädern bleibt er stehen: „Die sind für Okongo.“ Für ein Projekt, das die Benediktiner-Schwester Beate Schröter 2017 gestartet hat, als sie in der namibischen Kleinstadt eine Vorschule gründete, in der heute rund 100 Kinder unterrichtet und betreut werden.

Bei der Ausstattung der Einrichtung wird Schwester Beate von der Sammelzentrale unterstützt – und es fehlt an allem. „Wir haben über das Jahr gesammelt“, sagt Engelhart, und Einzelpersonen wie auch Einrichtungen waren mit Spenden sehr behilflich. Ausrangierte Tische und Stühle, Spielsachen, Kleidung und ein Kühlschrank sollen auf die Reise gehen.

Indes: Die Hauptkosten bei einer solchen Hilfsaktion liegen im Transport des Containers, der die Spenden aufnimmt. 7000 bis 8000 Euro müssen dafür veranschlagt werden. In die Finanzierung fließen die 3000 Euro aus der Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude 2018“ ein. Jetzt ist alles beisammen; in den Wochen vor Weihnachten wird der Container, nachdem viele bürokratische Hürden genommen sind, nach Afrika verschickt. (aep)

Das Leid in den Flüchtlingslagern lindern

Sie scheuen sich nicht, auch an die dunkelsten Orte zu gehen: Die Steyler Missionsschwestern wirken seit Jahren in den Flüchtlingscamps in Griechenland. Mit Spenden aus der „Helfen bringt Freude“-Aktion wollen sie dazu beitragen, das Leid vor allem von Frauen und Kindern in den Lagern zu lindern. Und dies war auch 2019 eine große Herausforderung.

„Viele Flüchtlinge fliehen aus den Lagern auf Lesbos und Samos und versuchen, in Athen Fuß zu fassen“, berichten die Schwestern Ada, Preethi, Carmen und Ewa aus Griechenland. Einige dieser Menschen leben nun auf der Straße, andere versuchen, Grenzen zu Fuß zu überqueren, und begeben sich dabei in Lebensgefahr.

Die Steyler Ordensfrauen versuchen, diesen Flüchtlingen in ihrer Perspektivlosigkeit Halt zu geben. So bieten sie Yoga für die Frauen ebenso an wie Kinderaktivitäten, unterrichten Englisch oder Mathematik. Zugleich sind die Schwestern Ansprechpartner für Frauen und Kinder, hören sich deren Nöte an und begleiten sie durch schwierige Situationen. Ohne die finanzielle Unterstützung aus Spendenaktionen wäre das nicht möglich. (bbr)

Die ersten Schüler haben ihren Abschluss gemacht

„Blessed Adolph Kolping Foundation“ ist der Name der Schule, die Pfarrer Thomas Barungi in seinem Heimatland Uganda aufgebaut hat. Der Geistliche war 2006 als Vikar in Laupheim tätig und ist seither der Stadt und auch der hiesigen Kolpingsfamilie eng verbunden.

Das Geld aus der SZ-Weihnachtsspendenaktion 2018 hat dazu beigetragen, dass Barungi die Schule erweitern konnte. Unter anderem konnten eine Kantine und ein kleines Sekretariat eingerichtet werden. So bekommen noch mehr Kinder die Chance, Schulbildung zu erhalten – Grundstock für ein selbstbestimmtes Leben mit beruflichen Chancen. Waren es im Dezember 2018 noch 285 Jungen und Mädchen, die in Kakumiro die Schulbank drückten, stieg ihre Zahl bis November dieses Jahres auf 325 an. Vor einer Woche haben die ersten Schüler die Schule mit dem Abschluss der siebten Klasse verlassen – darauf ist Thomas Barungi stolz.

Neben der Erweiterung der Schule arbeitet Barungi daran, sein Projekt durch das Pflanzen von Bäumen, Tierhaltung und Ackerbau unabhängig von wirtschaftlichen oder klimatischen Krisen zu machen. (bbr)

Die Plätze im Mädchenheim sind begehrt

Das Mädchenheim des Mietinger Pfarrers Johnson Kalathinkal in Kerala/Indien ist seit diesem Schuljahr voll besetzt. 27 Kindern und Jugendlichen gewährt das Internat Platz. Die jungen Leute stammen allesamt aus armen Familien der Region und bekommen mit der Aufnahme in das Mädchenheim die Chance auf eine sehr gute schulische Ausbildung in einer staatlich anerkannten katholischen Schule.

Durch die Aufstockung des Internat-Gebäudes können nach Angaben Kalathinkals seit diesem Jahr 17 weitere Mädchen Aufnahme finden. Der für den Ausbau notwendige Kredit konnte durch die letztjährige SZ-Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“ abgeschmolzen werden. Die Internatsplätze sind sehr begehrt, es besteht eine Warteliste.

Ein Teil der Spenden floss in den Betrieb des Mädchenheims. Diese Unterstützung wurde notwendig, so Pfarrer Kalathinkal, weil die landwirtschaftlich geprägte Region durch lang anhaltenden Regen stark geschwächt wurde. Dies hatte zur Folge, dass der laufende Unterhalt nicht durch Eigenleistung vor Ort allein bestritten werden kann. Der Starkregen der vergangenen beiden Jahre wird als Folge des Klimawandels betrachtet. (fli)

Photovoltaikanlage reduziert die Stromkosten

Uta und Dankwart Kölle aus Schwendi haben das 2007 in Kalkutta eröffnete „Pushpa Home“, in dem tuberkulosekranke Kinder behandelt werden, maßgeblich initiiert. Das Arzt-Ehepaar ist zurzeit wieder vor Ort. Unterstützt wird es von dem 2017 gegründeten Verein „Projekt 36 – Kalkutta-Hilfe“; die Mitglieder sammeln Spenden, möchten das Ehepaar Kölle organisatorisch entlasten und eine langfristige Fortsetzung des Engagements in Indien sicherstellen.

Die 3000 Euro aus der SZ-Weihnachtsspendenaktion 2018 sind in den Kauf einer Photovoltaikanlage geflossen, die auf das Dach des Kinderkrankenhauses gesetzt wurde und die Stromkosten reduziert. Aber auch zum Unterhalt von Installationen, bei der Ersatzbeschaffung von Druckbehältern zur Sterilisation und anderem mehr ist Unterstützung willkommen. (ry)

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