Soldaten befreien Geiseln aus der Luft

Lesedauer: 3 Min

Aus dem neuen leichten Mehrzweckhubschrauber seilten sich die Kommandosoldaten ab.
Aus dem neuen leichten Mehrzweckhubschrauber seilten sich die Kommandosoldaten ab. (Foto: Peter Straub)
Sportredakteur

Schwer im Einsatz sind am Wochenende die Hubschrauber des HSG 64 aus Laupheim gewesen. Das Verteidigungsministerium ließ auch dieses Jahr an 16 Standorten einen „Tag der Bundeswehr“ organisieren und öffnete die Kasernentore.

Die Laupheimer Hubschrauber sind gefragt. Gleich drei Standorte forderten die CH-53 zur Ausstellung an, die neuen leichten Mehrzweckhubschrauber vom Typ H145M waren in fünf verschiedenen Kasernen zu bestaunen. Eine spektakuläre Vorführung gab es dabei in Dresden. Dort zeigten die Laupheimer Soldaten der 4. Staffel, dass sie in der Gemeinschaft der Spezialkräfte der Bundeswehr angekommen sind. Dazu gehören die KSK-Soldaten des Heeres aus Calw, die Kampfschwimmer der Marine aus Eckernförde und die Luftwaffenpiloten des kleinen Hubschraubers aus Laupheim.

Eine der Hauptaufgaben der Spezialkräfte ist die Geiselbefreiung. Wie sie dabei vorgehen, demonstrierten die Soldaten den mehr als 5000 Besuchern in Dresden vor der Kulisse des Militärhistorischen Museums. Ein Hubschrauber setzte Kommandosoldaten aus der Luft auf dem Dach des Museums ab. Ein zweiter Heli sicherte die Situation mit Scharfschützen, die in der offenen Türe saßen. Danach seilten sich die KSK-Soldaten an der Fassade ab, sprengten ein Fenster auf, drangen ins Gebäude ein und befreiten die Geisel. In bewaffneten Geländewagen verließen die Soldaten nach wenigen Minuten das Szenario. Die Zuschauer waren beeindruckt. Denn so etwas gab es bisher noch nirgends zu sehen.

„Die Bundeswehr und die Spezialkräfte sind für die Bevölkerung da“, sagte Brigadegeneral Alexander Sollfrank, der KSK-Kommandeur aus Calw. „Wir geben hier erstmals Einblick in die Arbeitsweise der Kommandosoldaten und erzählen, was bisher gewesen ist.“ Hierzu wurde im Museum ein Filmdokument gezeigt, in dem drei bisher geheim gehaltene KSK-Einsätze der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. In einer Podiumsdiskussion wurde zum Ende der Veranstaltung nochmals die 22-jährige Geschichte der deutschen Spezialkräfte beleuchtet.

Winfried Nachtwei, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und Mitglied im Verteidigungsausschuss, hat die Aufstellung und Entwicklung der Spezialtruppe von Anfang an begleitet. „Für mich hatte diese Veranstaltung heute auch etwas Historisches“, sagte er. „Erstmals wurde hier der Schleier der Verschwiegenheit gelüftet, das fördert das Verständnis in der Öffentlichkeit und in der Politik für die Bundeswehr.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen