Sie wollen denen Gutes tun, die pflegen

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Die Projektleiterinnen Irene Richter und Ursula Schulz (1. und 2. von links) sowie Thomas Münsch (Caritas) und Thomas Opitz (Dia
Die Projektleiterinnen Irene Richter und Ursula Schulz (1. und 2. von links) sowie Thomas Münsch (Caritas) und Thomas Opitz (Diakonie, 1. und 2. von rechts) freuen sich mit den frisch zertifizierten Pflegebegleiterinnen. (Foto: Barbara Braig)
Redaktion Laupheimer Anzeiger

Einen Menschen zu pflegen, kostet Kraft. Deshalb bildet das „Netzwerk Basisversorgung – Hilfen im Umfeld häuslicher Pflege“, ein Gemeinschaftsprojekt der Diakonie und der Caritas Biberach-Saulgau, seit einigen Jahren sogenannte Pflegebegleiter im Landkreis aus. Am Mittwoch haben die ersten Pflegebegleiterinnen aus Laupheim und Umgebung ihre Zertifikate entgegennehmen dürfen.

Von Oktober bis April sind die 13 Teilnehmerinnen des Laupheimer Kurses geschult worden, um pflegenden Angehörigen zur Seite stehen und ihnen Hilfe leisten zu können. „Pflegen lässt viele bis an ihre Grenzen gehen, bis an die Substanz“, weiß Irene Richter, hauptamtliche Mitarbeiterin der Diakonie Biberach, die gemeinsam mit der ehrenamtlich bei der Caritas tätigen Ursula Schulz das Projekt leitet. „Die Pflegebegleiter sollen für die Pflegenden da sein und sie in dieser oft sehr schwierigen und belastenden Lebenssituation unterstützen.“ Mit der Pflege der Patienten selbst, betont Irene Richter, habe die Arbeit der Pflegebegleiter nichts zu tun.

Auf dem Stundenplan der insgesamt 60 Unterrichtseinheiten des Kurses standen neben dem Austausch über Themen wie Alter, Krankheit oder Behinderung auch eigene Erfahrungswerte im Umgang mit Pflegebedürftigen. Referenten informierten die Teilnehmer unter anderem über die besonderen Herausforderungen bei psychisch oder an Demenz erkrankten Patienten. Aber auch die gesetzlichen Grundlagen und Beratung über die Anlaufstellen für pflegende Angehörige waren Thema, ebenso der Umgang mit dem Abschied nehmen, Tod und Trauer. Denn wenn ein Angehöriger stirbt, bleibt der Mensch, der ihn gepflegt hat, zurück und ist oft hin- und hergerissen zwischen Traurigkeit und Erleichterung. Ein Wechselbad der Gefühle, in dem Unterstützung gut tut, wissen die Projektleiterinnen.

Am Mittwoch nun durften die 13 frischgebackenen Pflegebegleiterinnen stolz ihre Zertifikate aus den Händen von Thomas Münsch, Leiter des Bereichs „Hilfen im Alter“ bei der Caritas Biberach-Saulgau, und Thomas Opitz, Geschäftsführer der Diakonie Biberach entgegennehmen – im Hospitalstüble in Laupheim, wo auch ihre Ausbildung stattgefunden hatte. Beide hatten lobende und ermutigende Worte mitgebracht, genau wie Claudia Bösch vom Pflegestützpunkt Biberach und die Sprecherin der pflegenden Angehörigen, Margret Maas.

Eine der neuen Pflegebegleiterinnen ist Ivana Elias-Skoberla aus Laupheim. Die 52-Jährige, die in Teilzeit als Krankenschwester arbeitet, hat viele Jahre lang ihre inzwischen verstorbene Oma gepflegt. „Meine Kinder sind aus dem Haus, ich möchte nun jemandem etwas von meiner Zeit schenken“, sagt sie. Aus ihrer Arbeit weiß sie, dass die Angehörigen schwerkranker Menschen oft in der zweiten Reihe stehen. „Sie möchte ich so unterstützen.“

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