Seit 50 Jahren einOrt der Begegnungund der Mahnung

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Erbaut wurde das Gemeindehaus der Baptistengemeinde im Jahr 1962 auf dem Grundstück der 1938 zerstörten Synagoge. Heute hält der (Foto: Privat)

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Laupheim hat allen Grund zur Freude: Ihr Gemeindehaus im Synagogenweg 2 wird 50 Jahre alt. Am kommenden Sonntag, 8. Juli, wird dieses goldene Jubiläum mit einem Festakt gefeiert.

Seit einem halben Jahrhundert steht die kleine Kirche der Baptistengemeinde nun im Herzen Laupheims und fungiert als Mittelpunkt ihres vielfältigen Gemeindelebens. Erbaut wurde das Gotteshaus 1962 auf dem Grundstück der 1938 zerstörten Synagoge, das die Israelitische Kultusgemeinde, vermittelt durch die Stadt Laupheim, der jungen Baptistengemeinde, deren Gründungsmitglieder vorwiegend Flüchtlinge aus Ostpreußen waren, 1961 verkaufte. Dieser historisch so bedeutsame Standort mahnt zur Verantwortung, das Erinnern an vergangenes Unrecht wachzuhalten.

Gleichzeitig bedeutet dieses Gemeindehaus mehr als nur vier Wände: Seit nunmehr fünf Jahrzehnten bietet es Menschen jeden Alters Raum, Glauben und Leben zu teilen. Auch wenn der Zahn der Zeit am Gebäude genagt hat und immer noch nagt, so bleibt doch Freude und Dank darüber, dass die Kirchengemeinde einen Ort hat, an dem sie zusammen kommen kann, an dem sich unterschiedliche Generationen begegnen, um gemeinsam kirchliches Leben zu gestalten.

Besonders im Blickfeld der Gemeindearbeit waren in den fünf Jahrzehnten die guten Beziehungen zwischen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde und den anderen Kirchen Laupheims sowie der Stadt. So arbeitet man zum Beispiel seit vielen Jahren im „Arbeitskreis Schalom-Tage“ zusammen, der sich zum Ziel gesetzt hat, der Zerstörung der Laupheimer Synagoge und der Verfolgung der ehemaligen jüdischen Mitbürger zu gedenken sowie ein Zeichen für Frieden und Versöhnung auch heute zu setzen.

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