Schnelle Hilfe für tausende Menschen

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Karl Gnann, Mitarbeiter der Sammelzentrale, hat die Kleiderballen für Bagdad mit seinem Gabelstapler in einen Lastwagen verfrach
Karl Gnann, Mitarbeiter der Sammelzentrale, hat die Kleiderballen für Bagdad mit seinem Gabelstapler in einen Lastwagen verfrachtet. (Foto: Roland Ray)
Schwäbische Zeitung
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Einen Hilfstransport nach Bagdad hat die katholische Hilfsorganisation Aktion Hoffnung am Mittwoch von Laupheim aus gestartet. Der Container ist mit 24 Tonnen Winterkleidung und Schuhen beladen. Tausende Flüchtlinge können damit ausgestattet werden.

„Am 22. November haben wir ein dringendes Hilfegesuch des Patriachen der katholisch-chaldäischen Kirche im Irak erhalten“, berichtet Roman Engelhart, Betriebsleiter der Sammelzentrale der Aktion Hoffnung in der Fockestraße. Zum Glück hatten die Laupheimer genügend warme Kleidung für eine kurzfristige Lieferung vorrätig. Sie hatten damit gerechnet, erneut für den Nordirak angefragt zu werden, und das ganze Jahr über Reserven vorgehalten, die jedoch nicht abgerufen wurden.

Statt dessen gibt es jetzt weiter im Süden des Landes Bedarf, in der Region Bagdad. „Viele Christen, Jesiden und Schiiten aus Samarra, Tikrit, Ramadi und Al-Fallujah sind vor den IS-Terroristen dorthin geflohen“, weiß Roman Engelhart. Manche sind bei Verwandten untergekommen, andere leben auf der Straße. Sie haben kaum etwas mitnehmen können, sind ohne Arbeit und Einkommen, ihre Mittel sind aufgebraucht.

Die Hilfslieferung aus Laupheim geht an die katholisch-chaldäische Pfarrei „Sacred Heart“ in Bagdad; sie wird die Kleidung verteilen. Der Gemeindepfarrer Thair Al-Sheekh und seine Helfer kümmern sich um mehr als 8000 Flüchtlinge; Thair hat für sie eine Suppenküche aufgebaut und eine Notversorgung mit Medikamenten.

„Wir liefern zum ersten Mal nach Bagdad“, sagt Engelhart. Ein Sattelzug bringt den Container nach Hamburg. Dort wird er auf ein Schiff verfrachtet, die „Eleonora Maersk“. Sie legt am 19. Dezember ab und soll am 20. Januar den Hafen Umm Quasr am Persischen Golf erreichen. Für die letzte Etappe in die irakische Hauptstadt wird der Container in einen Zug umgeladen.

Finanziert wird der Transport von der Aktion Hoffnung und aus einem Hilfsfonds der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die gut erhaltene Kleidung – Anoraks, Hosen, Hemden, Pullover – und das wetterfeste Schuhwerk stammen vor allem aus Straßensammlungen zwischen Ostalb und Bodensee. „24 Tonnen reichen aus, um 18 000 bis 20 000 Menschen auszustatten“, erklärt Roman Engelhart.

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