Schilderwald: So finden Sie sich zurecht

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Schwäbische Zeitung

Es wird kräftig gebaut in und um Laupheim, und das führt hier und dort auch zu Einschränkungen im Straßenverkehr. Manchmal muss man als Fußgänger oder Autofahrer freilich lange überlegen, um die Bedeutung der aufgestellten Schilder zu erkennen. Und bisweilen scheinen die Regelungen auch nicht ganz schlüssig. Die SZ hat ein paar aktuelle Beispiele aufgetan.

An der Ecke König-Wilhelm-Straße/Radstraße rätseln seit einigen Tagen Passanten und Anwohner über die Bedeutung zweier Halteverbotsschilder, die jeweils mit einem weißen Pfeil versehen sind: einer zeigt Richtung Straße, der andere Richtung Gehweg. Ersteres markiert, wie die SZ in Erfahrung gebracht hat, den Beginn des Verbots, letzteres das Ende des Verbots. In diesem Fall heißt das im Klartext: Nur in der von den beiden Schildern begrenzten Parkbucht herrscht ab dem heutigen Freitag absolutes Halteverbot, alle weiteren Parkbuchten in der König-Wilhelm-Straße können weiterhin benutzt werden. Grund für die Sperrung ist die Sanierung des benachbarten evangelischen Pfarrhauses. Die Kellerwände müssen trockengelegt werden, und zwar von außen her, und während dieser Arbeiten können der Gehweg an dieser Stelle und die Parkbucht nicht genutzt werden. Das Ganze soll mehrere Wochen, voraussichtlich bis Ende Mai, dauern.

Schon seit einiger Zeit fallen auch mehrere, noch durchgestrichene Umleitungs- und Verbotszeichen an der Ehinger Straße auf Höhe der B30-Auffahrt Laupheim-Mitte auf. Wie das Regierungspräsidium Tübingen mitteilt, wird seit vergangenem Dienstag der Fahrbahnbelag auf der Bundesstraße 30 in Fahrtrichtung Ulm zwischen den Anschlüssen Laupheim-Mitte und Donaustetten auf rund 6,5 Kilometern Gesamtlänge erneuert. Dabei wird auch eine etwa 140 Meter lange Brücke, die über die Schmiehe und die K 7373 zwischen Dellmensingen und Humlangen verläuft, instandgesetzt.

Zunächst wurde unmittelbar nach der Auffahrt Laupheim-Mitte ein etwa 350 Meter langes Teilstück der B 30 erneuert und während dieser Maßnahme eine Fahrspur wechselseitig gesperrt. Ab dem heutigen Freitag soll die Fahrspur in Richtung Ulm gesperrt und der Verkehr für etwa vier Wochen einspurig auf der Gegenfahrbahn geführt werden. Daher dürfen in diesem Zeitraum nur Fahrzeuge mit einer maximalen Breite von 3,20 Metern auf die B 30 auffahren. Zugleich wird die Auf- und Ausfahrt Laupheim-Nord (Achstetten) in Fahrtrichtung Ulm gesperrt. Das heißt, wer aus Richtung Biberach oder Ehingen kommend die Ortschaften Achstetten, Stetten, Oberholzheim, Hüttisheim oder Bihlafingen ansteuert, wird vom Anschluss Laupheim-Mitte aus durch Laupheim umgeleitet. Entsprechende Witterungsverhältnisse vorausgesetzt, soll die Fahrbahndeckenerneuerung vor-aussichtlich bis zum 11. Mai abgeschlossen sein.

Während der Instandsetzung der Brücke über die K 7373 bei Donau-stetten bleibt die einspurige Verkehrsführung mit der Verschwenkung auf die Gegenfahrbahn auf etwa 700 Metern Länge bestehen. Die gesamte Baumaßnahme wird laut RP voraussichtlich Mitte September 2018 fertiggestellt sein. Die Baukosten liegen bei rund 2,8 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.

Noch verbesserungswürdig scheint derweil die Lösung, die von der Stadt für die Fußgänger zur Überquerung der Kapellenstraße kurz vor der Einmündung in die Ulmer Straße erdacht wurde. Wegen einer Baustelle an der Ecke Anna-von-Freyberg-Straße/Kapellenstraße können in diesem Bereich weder der Gehweg noch die (bereits abmontierte) Überquerungshilfe zur Bäckerei Baumgärtner benutzt werden. Und das über mehrere Monate hinweg. Als Ersatz wurde ein gelber Zebrastreifen auf Höhe des Gasthauses „Alexis Sorbas“ angebracht (die SZ berichtete).

Was dabei aber nicht bedacht wurde: Fußgänger, die von der Ulmer Straße aus Richtung Leonhardskapelle/Friedhof/Gregorianum kommen, haben nun größte Schwierigkeiten, den rechten Gehweg an der Kapellenstraße stadteinwärts (also Gasthaus Kreuz, Bäckerei Baumgärtner, Tomtex etc.) zu erreichen. Denn der Baustellenbereich darf nicht auf der Straße passiert werden, sodass der Ersatz-Zebrastreifen nicht erreicht wird. Die Überquerungshilfe gibt es nicht mehr. Die einzige Überquerung der Ulmer Straße an der Fußgängerampel führt ebenfalls nicht zum Ziel, denn man müsste dann etwa auf Höhe von „Efsane“ oder „Aldi“ wieder über die viel befahrene Ulmer Straße gehen – dort gibt es aber weder Zebrastreifen noch Ampel. Zwar gibt es an der Einmündung der Kapellenstraße in die Ulmer Straße eine Art Überquerungshilfe, diese führt aber nur bis zur Verkehrsinsel, auf der die Jahneiche steht, nicht aber auf die gegenüberliegende Straßenseite. Diese wird nur erreicht, wenn man auch noch den Abbiegestreifen von der Ulmer Straße in die Kapellenstraße überquert. All das ist, gerade für langsame Fußgänger, durchaus gefährlich.

„Ich hatte Besucher aus Ulm, und als wir zusammen nach einem Weg über die Straße gesucht haben, haben sie den Kopf geschüttelt“, berichtet SZ-Leserin Bärbel Stückle, die die „Schwäbische Zeitung“ auf diesen zumindest kleinen Schildbürgerstreich aufmerksam gemacht hat.

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