Rote Clownsnase ist im Gepäck

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Eine gute Vorbereitung hilft: Seit Monaten informiert Andreas Schaible sich über Australien. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
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Noch drei Tage, dann beginnt das große Abenteuer: Andreas Schaible aus Baustetten ist auf dem Sprung nach Australien. Ein Jahr möchte der Abiturient „down under“ arbeiten und reisen – er freut sich unbändig darauf.

In seinem Rucksack verstaut Schaible auch eine rote Clownsnase: „Die habe ich mal bei einem Kindergeburtstag bekommen.“ Lange lag sie nur herum, jetzt ist sie eine Art Talisman, denn der 19-Jährige heuert in Australien bei einem Zirkus an.

„Silvers Circus“ gehört zu den Großen in der Branche und beschäftigt Artisten aus aller Welt. „Ich habe ein Video gesehen und voll Gänsehaut gekriegt“, schwärmt Schaible. Helfer für den Auf- und Abbau des Viermastzelts und andere Arbeiten braucht ein solches Unternehmen immer. Mit den Zirkusleuten durchs Land ziehen, im Wohnwagen schlafen – „das ist bestimmt eine ganz eigene Welt“, glaubt Schaible. Er kann es kaum erwarten einzutauchen.

Am Montag hebt sein Flugzeug in Zürich ab. Die ersten Wochen wird Schaible bei einem Arzt in Melbourne wohnen, ein Bekannter hat das vermittelt. „Es eröffnet mir die Möglichkeit, die Arbeit in einem Krankenhaus kennenzulernen“, sagt der junge Baustetter. Er liebäugelt damit, nach seiner Rückkehr nach Deutschland Medizin zu studieren.

Im Oktober will er bei „Silvers Circus“ einsteigen: „Bei denen beginnt nach einer dreiwöchigen Pause eine neue Spielzeit.“ Der Zirkus hat derzeit in der Nähe von Melbourne seine Zelte aufgeschlagen, „und der Direktor hat mich eingeladen, im September schon mal vorbei zu schauen“.

Wie lange Schaible beim Zirkus bleibt, ist noch nicht fix; bis Ende des Jahres vermutlich schon. „Das ist dann meine Familie, mit der ich Weihnachten feiere.“

Im neuen Jahr will er reisen und nach dem „Work & Travel“- Prinzip seinen Lebensunterhalt verdienen. Ob auf der Bananenplantage oder bei der Zucchini-Ernte: „Ich mache, was sich ergibt.“ Reizen würde ihn ein Tauchlehrgang, „dann könnte ich vielleicht auf ein Perlenboot“. In Sydney möchte er unbedingt eine Aufführung in der Oper sehen.

Andreas Schaible hat seinen Australien-Aufenthalt selbstständig vorbereitet. Ob Working Holiday Visum, internationaler Führerschein oder ein Bankkonto vor Ort, er hat alles umsichtig organisiert. Er will wachsen bei dieser Reise, als Persönlichkeit reifen – „mein Leben liegt jetzt zum ersten Mal vollkommen in meiner Hand“. Im August war er Betreuer bei zwei Freizeiten für behinderte Menschen und hat so seine Reisekasse aufgefüllt. Jetzt steht auf seinem Blog in Großbuchstaben: „Lasst das Abenteuer beginnen“.

Info: Andreas Schaible führt über seinen Australien-Aufenthalt ein Online-Tagebuch: andyschaible.blogspot.de

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