Rechnerisch genügend Lehrkräfte in der Region

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 Kinder im Unterricht: Die Zahl der Lehrkräfte für sie reicht an den Grundschulen gerade so aus.
Kinder im Unterricht: Die Zahl der Lehrkräfte für sie reicht an den Grundschulen gerade so aus. (Foto: DPA)

Die Grundschulen in der Region Laupheim sind mit Lehrkräften ausreichend versorgt – jedenfalls rechnerisch und mit Einschränkungen im Einzelfall. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Einrichtungen in Laupheim, Achstetten, Burgrieden, Schwendi, Wain und Mietingen: Schulen mit Stärken von 23 bis 408 Kindern. Meist kam eine positive Antwort, aber manchmal sind wohl Wünsche fürs Schuljahr offen geblieben. Insgesamt bleibt der Eindruck: Üppig ist die Ausstattung in der Primar-Bildung nicht.

Das bestätigt Achim Schwarz, der Leiter des staatlichen Schulamts in Biberach auf Anfrage. Er kann auf dem Papier auf eine Lehrerversorgung von 102 Prozent verweisen und sagt dennoch mit Nachdruck: „Wir haben einen Lehrermangel!“ Schwarz ist gut informiert und kann die Zahlen flott runterspulen: 1837 ABC-Schützen werden am Donnerstag im Bereich des Schulamts eingeschult – sechs weniger als im Jahr zuvor. 276 neue Lehrerinnen und Lehrer werden in den Kreisen Biberach, Alb-Donau sowie in Ulm neu eingestellt, insgesamt gibt es rund 4000 Lehrkräfte im Bereich des Schulamtes. In 100 Fällen bekommen die Neuen allerdings nur befristete Verträge, unter anderem, weil sie die Ausbildung noch nicht vollständig haben, eigentlich Pensionäre oder auch schulische Quereinsteiger sind. Mit solchen Aushilfskräften reicht es – und da liegt im Einzelfall das Problem, stellt sich heraus. Es werden Klassen zusammengelegt oder keine zusätzlichen gebildet.

Das ist etwa in Burgrieden der Fall. Es sei ja eigentlich alles im grünen Bereich, sagt Rektor Oliver Gutekunst auf Anfrage. 120 Kinder gehen bei ihm zur Schule – darunter 30 in einer vierten Klasse. „Wenn die vierte Klasse nicht wäre“, schränkt er seine positive Einschätzung ein. Die sei nämlich mal als kleinerer Klassenverband gestartet, dann aber gewachsen und überschreite den Teiler von 28 Kindern: „Wir können sie nicht teilen, weil kein Lehrer zur Verfügung steht.“

„Markt ist leergefegt“

Solche Einschränkungen kommen vor, räumt auch der Schulamtsleiter ein, der sein Personalpolster als „extrem dünn“ bezeichnet und eine Erklärung nennt: „Der Markt ist leergefegt.“ Vor Jahren sei das noch anders gewesen, da habe man keine Lehrkräfte mit befristeten Verträgen gebraucht, um Mangel auszugleichen. Das zweite Mittel, Klassen zusammenzulegen, die als besonders groß eigentlich geteilt gehörten, werde nur selten angewandt: Bei 1600 Klassen im Amtsbereich geschehe das ist 19 Fällen. Sein Fazit: Zumindest im Moment könne der Bedarf gedeckt werden – wenn es keine Grippewelle gibt – und: „Wir werden ein paar Monate auskommen.“

In der Region Laupheim hat es bei der Klassengröße aber offenbar noch eine zweite Schule getroffen: jene in Mietingen. 139 Schüler besuchen die Grundschule Mietingen, die vierte Klasse in Mietingen ist dabei mit 30 Kindern recht groß. Man habe sie eigentlich teilen wollen, sagt der Schulleiter Anton Laupheimer. Aber das sei aufgrund des Lehrermangels nicht möglich. Auch beim Sport wurden Unterrichte zusammengelegt. „Damit schaffen wir Stunden für Deutsch und Mathematik“, stellt Laupheimer fest. Beim Sport seien größere Einheiten manchmal sogar gut, wenn etwa Fußball gespielt werden soll. Sein Fazit klingt positiv: „Wir kommen so über die Runden.“

Ähnlich klingen Stellungnahmen anderer Schulleiter und Schulleiterinnen. „Wir kommen so hin“, sagt Rektor Ferdinand Thanner von der Grundschule in Achstetten, wo 245 Schüler in elf Klassen unterrichtet werden. „Krankheitsvertretungen müssen wir halt selbst übernehmen“, ergänzt Thanner, der außerdem froh ist, auf einige Pensionäre als Aushilfen zurückgreifen zu können. „Die Versorgung ist abgedeckt“, sagt Dörte Arbogast, die Leiterin der Laupheimer Anna-von-Freyberg-Grundschule. Die 408 Schüler der mit Abstand größten Grundschule im Raum Laupheim werden in vierzügigen Klassenstufen – also 16 Klassen – unterrichtet, was einem Schnitt von 25,5 Schülern pro Klasse entspricht. Hinzu kommen eine Förderklasse und eine Vorbereitungsklasse.

Carola Peter-Weiß, Rektorin der 220 Schüler starken Grundschule Bronner Berg in Laupheim, und Angelika Audehm von der Grundschule Wain sagen gleichlautend: „Wir sind ausreichend versorgt.“ Ähnlich klingt ihre Kollegin Sabine Wilhelm in Schönebürg, wo 23 Kinder in einer „Familienschule“ Unterricht erhalten: „alles im grünen Bereich!“ Daumen hoch kommt als Signal auch aus Bihlafingen mit 72 Kindern in der Grundschule oder Schwendi mit 114 Kindern. „Wir sind gut versorgt“, sagt Annegret Rieg, Leiterin der 40-köpfigen Grundschule in Sießen. Auch die Baltringer Rektorin Andrea Kohler erklärt über ihre 54-köpfige Grundschule: „Wir sind mit der momentanen Situation zufrieden.“ Eine zusätzliche Stelle, die dieser Schule zugeteilt wurde, habe den Bedarf gedeckt.

In Baustetten, wo Annegret Thomiczek-Keul vergangene Woche zur neuen Schulleiterin ernannt worden ist (die Einsetzungfeier ist voraussichtlich im Oktober), seien für die 81 Schüler „der Pflichtunterricht und drei Stunden Sprachförderung abgedeckt“, sagt die Rektorin. „Uns wurde außerdem eine Springerin als Krankheitsvertretung zugeteilt“, freut sie sich. Ähnlich ist die Situation in Obersulmetingen, wo ebenfalls 81 Schüler in vier Klassen mit 16 bis 28 Schülern unterrichtet werden. Schulleiterin Daisy Steinle bedauert allerdings, dass es keine Lehrerstunden für AGs und Förderunterricht gibt und man sich hier mit Notlösungen behelfen muss.

Vorsichtig drückt sich die Rektorin der Grundschule in Untersulmetingen, Marion Fahleker, aus. Dort werden die 102 Kinder in vier teils relativ großen Klassen unterrichtet. „Das hatten wir schon immer“, erklärt Fahleker. Mit der Situation müsse man auskommen, und „jeder gibt dabei sein Bestes“.

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