Personalkosten steigen auf 21,7 Millionen Euro

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Mehr Einwohner, mehr Aufgaben, mehr Mitarbeiter: Die städtischen Personalkosten haben sich seit 2012 verdoppelt.
Mehr Einwohner, mehr Aufgaben, mehr Mitarbeiter: Die städtischen Personalkosten haben sich seit 2012 verdoppelt. (Foto: Grafik: SVL)
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Laupheim wächst weiter, nicht mehr so rasant wie vor zwei, drei Jahren, aber doch immer noch deutlich über dem Landes- und Bundesschnitt. Ende September 2018 waren dem Rathaus 22 461 Menschen gemeldet, 146 mehr als zu Jahresbeginn. Insgesamt rund 4200 Einwohner kamen seit der Jahrtausendwende dazu. Kontinuierlich gestiegen sind in der Folge auch die städtischen Aufgaben und Personalkosten.

21,67 Millionen Euro werden für diesen Kostenblock im Haushaltsentwurf 2019 veranschlagt, zwei Millionen mehr als im Jahr zuvor. Seit 2012 haben sich die Ausgaben für Personal glatt verdoppelt.

1,26 Millionen für mehr Personal

Wie der aktuelle Kostensprung zustande kommt, erläuterte Christopher Dürste, Leiter des Haupt- und Personalamts, am Montag dem Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats. Von den zwei Millionen Mehraufwand entfallen 577 800 Euro auf Tariferhöhungen, 156 000 Euro auf Beförderungen und 1,26 Millionen auf zusätzliche Stellen.

Allein der Personalmehrbedarf für Kindertagesstätten summiert sich auf Kosten von rund 688 000 Euro, geht aus dem Haushaltsentwurf hervor. Für die Kernverwaltung kalkuliert die Finanzdezernentin Elena Breymaier 209 000 Euro mehr ein, für den Bauhof 92 000 Euro, für die kulturellen Einrichtungen 86 000 Euro, für Soziales 81 000, Ortsverwaltungen 71 000 und die Schulkindbetreuung 32 000 Euro.

Damit steigt auch die Zahl der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aktuell gibt es 391 Planstellen, die sich auf 530 Köpfe verteilen. Genehmigt der Gemeinderat die neu beantragten Planstellen, werden Ende 2019 voraussichtlich 560 bis 570 Menschen in Voll- oder Teilzeit bei der Stadt Laupheim beschäftigt sein, etwa ein Viertel von ihnen in der Kinderbetreuung.

Zum Mehrbedarf des Bauhofs sagte Oberbürgermeister Gerold Rechle, ein Organisationsgutachten zeige auf, dass erheblich mehr Ressourcen notwendig seien, um die Pflichtaufgaben zu erfüllen. Dem CDU-Fraktionschef Burkhard Volkholz scheint das Baudezernat nach wie vor eher zu knapp besetzt zu sein. „Viele Arbeitsaufträge werden von dort nach außen vergeben“ merkte er an. „Das kostet doch auch.“

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss hat am Montag auch nichtöffentlich über den Stellenplan beraten.

Voraussichtlich 1,36 Millionen Euro (plus sieben Prozent) betragen nächstes Jahr die Geschäftsausgaben der Stadtverwaltung. Darunter fallen unter anderem Bürobedarf, Fernmelde- und Postgebühren, Datenverarbeitung, Dienstreisen, Gutachten und Gerichtskosten. Für die Kommunal- und Europawahl im Mai 2019 werden 68 000 Euro eingestellt.

Die Sanierung oder der Neubau des Rathauses – je nachdem, für was der Gemeinderat sich entscheidet – rückt näher. Das spiegelt sich auch im Haushaltsentwurf. 300 000 Euro sind für den Architektenwettbewerb eingeplant und 600 000 Euro für weitergehende Planungs- und Architektenleistungen, außerdem 650 000 Euro, um ein Übergangsquartier auf die Erfordernisse der Rathausmannschaft anzupassen und dorthin umzuziehen.

Zwei Elektro-Autos will die Verwaltung für den städtischen Fuhrpark anschaffen. „Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte Elena Breymaier.

Geld für Gesundheitszentrum

350 000 Euro sollen in das Gesundheitszentrum am Bronner Berg bereits im Jahr 2019 fließen. Mit 150 000 Euro beteiligt sich die Stadt an der zu gründenden Zentrum für Älterenmedizin GmbH (Partner sind Sana und der Landkreis), je 100 000 Euro sind für die Planung eines Ärztehauses und eine Kita in diesem Gebäude vorgesehen. In der mittelfristigen Finanzplanung finden sich weitere Beträge im sechsstelligen Bereich, um dem Thema mit Nachdruck nachgehen zu können.

Was in den Planungen für das Zentrum für Älterenmedizin bisher fehle, sei ein Raum für Versammlungen, Vorträge, Feiern und auch Abschiede, warf Burkhard Volkholz ein. Man wolle einen solchen Raum in der Ausschreibung platzieren, antwortete der OB.

Millionenbeträge steckt die Stadt in die Sanierung des Gymnasiums und der Realschule, und abermals 700 000 Euro in die Medienentwicklung an den Schulen. Die Verkabelung ist bereits abgeschlossen. Die Kita „Spatzennest“ in Bihlafingen wird erweitert, eine halbe Million wird für eine neue Kita in der Kernstadt eingestellt, und auch in Untersulmetingen soll für die Betreuung der jüngsten Laupheimer gebaut werden.

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