Obst und Gemüse für arme Menschen

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 Mitarbeiter der Stadt und Gemüshändler Russ geben den Start der Gutscheinaktion bekannt (v.l.) Bürgermeister Gerold Rechle, Lar
Mitarbeiter der Stadt und Gemüshändler Russ geben den Start der Gutscheinaktion bekannt (v.l.) Bürgermeister Gerold Rechle, Lars Zoller, Josef Schoch, Elia Heinzelmann, Werner Russ und Christine Freund. (Foto: Anke Kumbier)
Anke Kumbier

Ab sofort geben die Sozialstelle und die Wohngeldstelle im Rathaus Gutscheine für frisches Obst und Gemüse aus. Am Wochenmarktstand von Werner Russ können sie eingelöst werden. Doch dahinter steht kein staatliches Programm.

„Eine ortsansässige Firma, die namentlich nicht genannt werden möchte, hat uns Geld zur Verfügung gestellt“, berichtet Josef Schoch, Leiter des Dezernats für Bildung, Betreuung und Soziales, bei der Übergabe auf dem Wochenmarkt.

Passend zum 150-jährigen Stadtjubiläum wurden 150 Gutscheine im Wert von zehn Euro ausgestellt. Pro Coupon gibt der Früchtehandel zwei Euro dazu. „Wir rechnen nicht auf den Cent genau ab“, sagt Russ.

Sollte der Einkauf 12, 32 Euro kosten, passe das auch. Ihm sei es wichtig, dass Menschen, denen es vielleicht sonst nicht möglich ist, das Marktflair genießen können und etwas Gutes bekommen. Bürgermeister Gerold Rechle spricht von einer „schönen, guten und wunderbaren Aktion auf Ostern hin“ und dankte dem Spender ausdrücklich.

Dezernatsleiter Schoch möchte im Jubiläumsjahr nicht nur „kulturelle Highlights“ organisieren, sondern auf die Menschen eingehen, denen es nicht so gut geht. „Wir haben viele Bedürftige in der Stadt, die bedacht werden sollen.“

Die Idee, Gutscheine für Obst und Gemüse auszugeben, entstand zum einen mit Blick auf Gesundheit und gute Ernährung, zum anderen, da bei der Geschenkaktion an Weihnachten eine Laupheimerin ganz gezielt nach frischen Lebensmitteln gefragt hatte. Der Wunsch wurde damals erfüllt. Hinterher habe sie das Gefühl geäußert, dass es toll gewesen sei, an einem Stand auf dem Wochenmarkt einzukaufen, erinnert sich Elia Heinzelmann von der Sozialstelle. „Einmal so tun wie andere“.

„Man bekommt auch selber viel zurück“, nennt Kollegin Christine Freund als Grund, Menschen zu helfen. Lars Zoller, zuständig fürs Wohngeld, weist darauf hin, dass die Gutscheine am besten beim jeweiligen Ansprechpartner geholt werden sollten, also bei Elia Heinzelmann, Christine Freund oder ihm. Die städtischen Mitarbeiter entscheiden darüber, wer die Coupons bekommt und wie viele. Schoch möchte das Angebot so niederschwellig wie möglich gestalten. Für ihn füllt es eine Lücke zwischen den Aufgaben der haupt- und ehrenamtlichen Helfer. „Wir sind dabei, Dinge auszuprobieren und zu schauen, wie sie angenommen werden.“

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