„Naschen erlaubt“: Lehrpfad bringt alte Obst- und Beerensorten näher

Lesedauer: 3 Min
Fleißig Hand angelegt haben Mitarbeiter der Stadtgärtnerei, der Agenda für Natur-, Landschaft und Landwirtschaft sowie Oberbürge
Fleißig Hand angelegt haben Mitarbeiter der Stadtgärtnerei, der Agenda für Natur-, Landschaft und Landwirtschaft sowie Oberbürgermeister Gerold Rechle (3. v. r.) im Grundgraben. (Foto: Angelika Gretzinger)
Angelika Gretzinger

150 Jahre Stadterhebung, 150 Pflanzen für Laupheim: Unter diesem Motto haben die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei sowie Mitglieder der Agenda für Natur-, Landschaft- und Landwirtschaft am Samstagmorgen einen neuen Wildobstlehrpfad im Grundgraben angelegt.

„Naschen ist ausdrücklich erlaubt“, empfiehlt Ulrike Stöhr, Leiterin des Sachgebiets Umwelt der Stadt Laupheim. Tatsächlich sind alle gepflanzten Obst- und Beerensorten essbar. Am Eingangsbereich des Wildobstpfades soll in Zukunft eine Schautafel den Weg durch den digitalen Lehrpfad weisen. Auf ihr wird ein QR-Code zu finden sein. Hintergrundinformationen zu den einzelnen gepflanzten heimischen Büschen, Hecken, Sträuchern und Bäumen sollen so jederzeit abrufbar sein.

Die Idee zum Wildobstlehrpfad hatte Laupheims Oberbürgermeister Gerold Rechle. Zugrunde liegen der Aktion dabei zwei Gedanken, erklärt er. Zum einen die 150-Jahr-Feier zur Stadterhebung Laupheims und zum anderen die Biodiversität. Alte Obst- und Beerensorten den Bürgern näherbringen sei dabei das Anliegen des Pfades. „Der Untergrund hier im Grundgraben ist ideal für die alten Sorten“, lobt Rechle den dafür gewählten Standort. Der Boden sei wesentlich humushaltiger und so besser geeignet als zum Beispiel der Boden im Ringelhauser Park.

Vorbeikommende Jogger, Radfahrer oder Spaziergänger sollen zum Nachahmen im heimischen Garten angeregt werden, hoffen Rechle und Stöhr. Denn der Wildobstlehrpfad mit alten heimischen Obst- und Beerensorten, wie zum Beispiel der Wildbirne, des Sanddorns oder des Holunders, diene Mensch und Natur. Er liefere zugleich Bienen- sowie Vogelnahrung und habe dabei geringe Standortansprüche. Die gepflanzten Obst- und Beerensorten seien widerstandsfähig, vitaminreich und dienten teilweise als Heilmittel.

Positive Resonanz erhofft

Wer noch ein kleines Stückchen weiter den Grundgraben entlang läuft, wird an der Abzweigung zum Ringelhauser Park auf weitere alte Wildobstbäume treffen, die bereits im Jahr 2002 von der Stadtgärtnerei Laupheim angelegt wurden. Stadtgärtner Erich Deinhardt hofft, dass der neue Wildobstlehrpfad auf genauso viel positive Resonanz in der Bevölkerung stößt, wie es die Wildobstbäume tun.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen