Monika Sitter sagt Laupheim Lebewohl

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Nach acht Jahren als Bürgermeisterin in Laupheim muss sich Monika Sitter beruflich neu orientieren.
Nach acht Jahren als Bürgermeisterin in Laupheim muss sich Monika Sitter beruflich neu orientieren.
Schwäbische Zeitung

Am heutigen Donnerstag ist ihr letzter Tag als Bürgermeisterin von Laupheim. Am Nachmittag will Monika Sitter die Rathausschlüssel abgeben. Dem neuen Lebensabschnitt kann sie schon jetzt Positives abgewinnen: „Ich werde wieder eine Privatsphäre haben und viel mehr Zeit für Freunde und Verwandte.“

Von unserem Redakteur Roland Ray 

Für die Wohnung im Taubenweg gibt es bereits eine Nachmieterin, Monika Sitter richtet sich wieder in ihrem Haus in Augsburg ein. Dort müsse sie einiges auf Vordermann bringen, sagt die scheidende Rathauschefin – „die letzten acht Jahre habe ich nichts gemacht außer Heizöl bestellt“.

Am 20. Januar 2002 war Sitter mit 59,2 Prozent der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt worden, am 6. Dezember 2009 unterlag sie ihrem Mitbewerber Rainer Kapellen. Jetzt möchte sie erst einmal einen längeren Urlaub antreten und Freundschaften pflegen, die wegen der Amtspflichten häufig hintanstehen mussten. Auch ihr Patenkind Daniel wird sie künftig öfter sehen, „für die Herbstferien bin ich zur Betreuung eingeteilt“.

Bis Ende des Jahres hofft die Volljuristin mit dem Schwerpunkt Verwaltungsrecht beruflich neu Fuß zu fassen, zum Beispiel in einer Anwaltskanzlei. Finanziell komme sie klar: „Sie kennen mich ja als sparsame Frau.“

Auf eine offizielle Verabschiedung hat sie keinen Wert gelegt. „Weg ist weg“, sagt Monika Sitter. Die Stadt konzentriere sich nun auf den neuen Mandatsträger, und überhaupt: „Wer wäre gern zu einem solchen Termin ins Kulturhaus gekommen, und wer gezwungenermaßen?“ Sie hat die vergangenen Wochen genutzt, um den Menschen, die ihr wichtig sind, im kleinen Kreis „Auf Wiedersehen“ zu sagen, war nochmals im einen oder anderen Unternehmen und bei den Heeresfliegern. Zu einigen Laupheimern werde der Draht künftig eher noch enger sein als in der Vergangenheit, als das Amt ihr kaum Zeit gelassen habe.

Mitte Februar hat sie Laupheim noch auf der Berlinale vertreten. Die Stadt war Kooperationspartner bei einer Film-Gala des Internationalen Kultur-Centrums „ufa-Fabrik Berlin“ zu Ehren von Carl Laemmle; der Laemmle-Forscher Dr. Udo Bayer führte in Leben und Werk des Hollywood-Pioniers ein. Während des Berlin-Aufenthalts habe man die Kontakte zum Jüdischen Museum aufgefrischt und neue mit dem Bröhan-Museum geknüpft, das Werke von Friedrich Adler besitzt.

Am Donnerstag um 24 Uhr endet Monika Sitters Amtszeit in Laupheim, mit dem Glockenschlag werden ein Foto und ein Grußwort von Rainer Kapellen auf der städtischen Homepage zu finden sein. Kapellen nimmt am Freitag die Amtsgeschäfte auf.

Monika Sitter will am Donnerstag die letzten persönlichen Sachen einpacken und sich von den Mitarbeitern verabschieden. Sie ist sich sicher: „Ich hinterlasse ein wohlbestelltes Haus.“

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